21. August 2018, 20:22 Uhr

Kurpark wird zur Opernbühne

21. August 2018, 20:22 Uhr
Die Oper Carmen von Georges Bizet spielt zwischen Natur, Marktplatz und Stierkampfarena. Dazu ist das Ensemble passend gekleidet und entführt in die dramatische Welt der schönen Carmen, ihres Geliebten Don José ihres Verehrers Torero Escamillo. (Foto: im)

Mit frenetischem Beifall und Bravo-Rufen hat eine große Zuschauerschar die »Carmen«-Inszenierung von Michael Vaccaro im Kurpark Bad Salzhausen gefeiert. Rund 750 Gäste honorierten somit ein dreistündiges werksgetreues und mit hinreißender Emotionalität dargebotenes Fest der klassischen Oper.

Das Wetter spielte mit, das zwischen Natur, Marktplatz und Stierkampfarena changierende Drama um die schöne Carmen (Kassandra Dimopoulou), ihren Geliebten Don José (Philip Modinos) und ihren Verehrer, den erfolgreichen Torero Escamillo (Plamen Dimitrov) konnte sich stimmig quasi aus der Umgebung heraus entwickeln, wobei die Bühne der Trinkkuranlage um ein Vielfaches erweitert und mit spektakulären Kulissen versehen worden war.

Intendant Michael Vaccaro, Leiter der Agentur Opera Classia Europa zeigte sich im Anschluss ebenso zufrieden wie Martin Guth vom Kulturmanagement der Stadt Nidda, auf deren Einladung hin der Abend zustande gekommen war. Den entscheidenden Impuls zu dieser Kooperation hatte Lydia Rusch-Kiening, Klinikleitung der Bad Salzhausener Fachklinik Alexander Herzog, gegeben, die eine Inszenierung der »Zauberflöte« unter Vaccaros Regie auf der Loreley erlebt hatte. »Im Anschluss stand für mich fest: Ein solches Fest der klassischen Oper holen wir nach Bad Salzhausen«, sagt die Klinikleiterin im Gespräch.

Und so erlebte das Publikum eine hinreißend sinnliche Carmen, wobei die gebürtige Griechin Kassandra Dimopoulou ihren wundervoll warmen, die Höhen nonchalant meisternden Mezzosopran wohldosiert, nicht divenhaft überbordend, dafür mit Raffinesse, feiner Ironie, vitalem Freiheitsdrang und schließlich glaubhaft dargebotener Todesangst einsetzte.

Gesang auf Französisch

Ihr zur Seite überzeugte als kongenialer Partner Philip Modinos (Tenor), der die gefühlsmäßigen Höhen und Tiefen im Erleben des jungen Sergeanten Don José mit Verve und großer Flexibilität zum Ausdruck brachte. Perfekt hierzu besetzt agierte Plamen Dimitrov (Bariton) als selbstgewisser, sich seines Ruhmes voll bewusster Torero, während Patricia Freres als Bauernmädchen Micaela mit ihrem glasklaren Sopran. In weiteren Rollen steigerten Leutnant Zuninga (Gregor Loebel, Bass), ebenfalls ein Verehrer der schönen Carmen, sowie deren Freudinnen Frasquita (Leah Manning, Sopran) und Mercédès (Itzel Medecigo, Mezzosopran) und die Schmuggler Dancairo (Lukas Johan, Bariton) und Remendado (Vít König, Tenor) Dynamik, Ausdruck und Vielseitigkeit des Kernensembles, das durch den Chor der Opera Classica Europa sowie den aus Rumänien stammenden Chor des Nationaltheaters Constanta mit jugendlicher Vitalität begleitet wurde.

Das Orchester der Rhein-Main-Philharmoniker folgte unter seinem Dirigenten, Professor Hans-Friedrich Härle, einfühlsam den kompositorischen und dramaturgischen Ideen Georges Bizets, welche die Welt der Oper seinerzeit revolutionierten.

Exzellenter Ton und Beleuchtung verstärkten den Kunstgenuss, das ausführliche Skript im Programmheft ermöglichte es, dem in französischer Sprache dargebotenen Gesang inhaltlich mühelos zu folgen. Spannende Effekte kamen durch den Auftritt der fackeltragenden Schmuggler aus dem dunklen Kurpark heraus sowie den spannungsvollen Tanz Carmens mit dem spanischen Dressurhengst Duende und seinem Reiter Jaime de la Puerta zustande.

Der begeisterte Applaus bewies: Das Konzept Michael Vaccaros grandiose Opernwerke in reizvoll-ungewöhnlichem Ambiente zu den Menschen zu bringen (und nicht umgekehrt) ist in Bad Salzhausen ein weiteres Mal aufgegangen.

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