08. August 2018, 20:01 Uhr

Kritischer Geist, kreativer Redner

08. August 2018, 20:01 Uhr
Raymund Hofmann überreicht nach seiner Laudatio ein Geschenk an Pfarrer Bernd Weckwerth. Dabei handelt es sich um eine Eieruhr – eine Anspielung auf die Länge der Weckwerth’schen Predigtlänge. (Foto: Norbert Gröninger)

Am vergangenen Wochenende ist in Ockstadt das 43. Pfarrfest gefeiert worden (die WZ berichtete). Höhepunkt war Festgottesdienst am Sonntagmorgen, der in diesem Jahr den festlichen Rahmen für ein Jubiläum bildete. Mit einer großen Ministrantenschar zog Jubilar Pfarrer Bernd Weckwerth feierlich in die Kirche ein. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von den 20 Sängerinnen und Sängern der von Rainer Bingel dirigierten Erwachsenenschola, die unter anderem »Jauchzet dem Herren alle Welt« sangen. Überrascht waren die zahlreichen Gottesdienstbesucher, als Pfarrer Weckwerth anstatt einer Predigt anlässlich seines zehnjährigen Wirkens in Ockstadt und in Rosbach das Zehnersystem der Bibel an Beispielen darlegte, da gerade die Zahl 10 im Alten und Neuen Testament von großer Bedeutung ist, siehe Zehn Gebote oder die zehn Talente. Am Ende dieses Vortrags, der kürzer als zehn Minuten dauerte, gab es Applaus, denn der Pfarrer hatte alles in Versen vorgetragen.

Einsatz gegen Zölibat-Zwang

Kritisch gegenüber der Kirche ist Weckwerth seit seinem Studium. Am 1. Juli 1989 empfing er in der Mainzer Kirche St. Ignaz durch den damaligen Weihbischof Franziskus Eisenbach die Priesterweihe. Aufgewachsen ist der Jubilar in Birstein. Nach dem Abitur 1973 und seiner Bundeswehrzeit in Fritzlar studierte er in Mainz zunächst Physik, später auch katholische Theologie fürs Gymnasium.

Als Kaplan war er in Lorsch an der Bergstraße, in Nieder-Olm und in Ingelheim tätig. Dort wurde er 1994 Pfarrer der Pfarrgruppe Sankt Remigius und Sankt Michael. 2008 wechselte er in die Wetterau, seitdem ist Weckwerth für die Pfarrgruppe Sankt Jakobus Ockstadt und Sankt Michael Rosbach tätig. Er wohnt im Pfarrhaus in Ockstadt.

In seiner Zeit als Priester und Gemeindepfarrer habe er gelernt, »vieles anders zu sehen«. Die positiven Seiten seines Berufs überwögen aber – trotz seiner nach wie vor kritischen Einstellung. Gemeinsam mit Pfarrer Dr. Horst Gebhard, dem früheren Pfarrer in Ockstadt, versucht er, die Freistellung vom Zölibat-Zwang zu erreichen – denn »das Zölibat ist heute nicht mehr glaubwürdig, gerade, wenn man in der Kirche die Familie als ganz hohen Wert betrachtet«. Er hofft inständig, dass nach seiner Zeit als Pfarrer in Ockstadt, die Ockstädter noch einen eigenen Pfarrer haben werden.

In seiner Laudatio ging Raymund Hofmann auf das Schaffen Weckwerths in den letzten zehn Jahren in Ockstadt ein. Neben einer Reihe von Jubiläen galt es, der Pfarrkirche St. Jakobus ein neues Dach zu geben und zusammen mit dem Pfarrverwaltungs- sowie Pfarrgemeinderat auch für Renovierung und Erweiterung des Kindergartens St. Jakobus zu sorgen. Für ihn persönlich war es aber auch wichtig, für die Pfarrgruppe einen gemeinsamen Pfarrbrief zu entwickeln – den heutigen »Haltepunkt«, den er fünf Jahre lang als Mitarbeiter der Redaktion selbst zusammenstellte. In heiteren Anekdoten ging es auch um die »Schwächen«, etwa die Predigten an den Sonntagen, die eben manchmal oder auch öfter 15 bis 20 Minuten dauern. Deswegen erhielt Weckwerth neben anderen Geschenken auch eine Sand- oder Eieruhr, die genau auf zehn Minuten eingestellt ist. Fröhliches Lachen und starker Applaus der Gottesdienstbesucher beendeten einen kurzweiligen Festgottesdienst.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Neues Testament
  • Ockstadt
  • Pfarrer und Pastoren
  • zehn Gebote
  • Friedberg
  • Rosbach
  • Redaktion
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 10 - 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.