12. Februar 2019, 11:00 Uhr

Steine des Anstoßes

Kritik an »gefährlichen Felsbrocken« in Bad Nauheimer Gewerbegebiet

Geht von Felsbrocken, die im Bad Nauheimer Gewerbegebiet In den Langen Morgen an den Straßen liegen, eine Gefahr für Radfahrer aus? Die Stadtverwaltung sieht keinen Handlungsbedarf.
12. Februar 2019, 11:00 Uhr
Risiko für Radfahrer? Kritik gibt es an diesen Felsbrocken an Parkplätzen. (Foto: nic)

Ein merkwürdiges Bild bietet sich im Gewerbegebiet In den Langen Morgen. Auf den Grünstreifen entlang der Straßen liegen überall große Felsbrocken herum, jeweils links und rechts von Einfahrten zu Firmengeländen oder Parkplätzen. Einige Brocken haben scharfe Kanten, sind bis zu 80 Zentimeter lang und 60 Zentimeter hoch. »Die wurden vor über 20 Jahren dort platziert, vermutlich bei Gründung des Gewerbegebiets. Es soll verhindert werden, dass Autos beim Rein- oder Rausfahren über die Grünstreifen rollen und diese zerstören«, erklärt Bürgermeister Klaus Kreß.

Klaus Mies, passionierter Radfahrer aus Schwalheim, schüttelt den Kopf. Er sieht keinen Sinn in den Felsbrocken. »Sie sind aber sehr gefährlich für Radfahrer.« Als Beispiel nennt er die Parkplatz-Zufahrt des Rewe-Centers in der Friedrich-Stoll-Straße. Sei ein Radfahrer auf dieser Straße in Richtung Süden unterwegs und werde von einem Autofahrer, der nach rechts auf den Parkplatz abbiegen möchte, abgedrängt, könne er auf den Felsbrocken stürzen und sich schwere Verletzungen zuziehen. Ähnlich sehe es an fast allen Zufahrten im Gewerbegebiet aus.

 

Ein Auto beschädigt

Rund 50 Felsbrocken hat der Schwalheimer im Gewerbegebiet gezählt. »Es ist unverständlich, dass derartige folgenreiche Gefahrenstellen vorsätzlich installiert wurden.« Auch für Autofahrer seien die Gesteinsbrocken eine Gefahr. Komme es zu Begegnungsverkehr und weiche ein Autofahrer nach rechts aus, schramme sein Wagen möglicherweise an einem der Hindernisse entlang.

Der Senior weiß von einem Fall zu berichten, bei dem ein Pkw stark beschädigt wurde. Die Stadtverwaltung, mit der Mies mehrfach Kontakt hatte, verhalte sich »starrsinnig«, sei nicht bereit, die Felsbrocken ersatzlos zu entfernen oder durch Poller zu ersetzen.

 

Kreß: Kein Verletzter

Bürgermeister Kreß sieht keinen Handlungsbedarf. In den zurückliegenden 20 Jahren sei es zu keinem einzigen Unfall gekommen, bei dem sich ein Radfahrer aufgrund der Felsbrocken verletzt habe. Nur ein beschädigtes Auto sei registriert worden. »Außer Herrn Mies hat sich bei der Stadtverwaltung niemand über diese Felsbrocken beschwert.« Zu Kritik komme es dagegen, wenn die Stadt solche Grünstreifen nicht ausreichend schütze.

Im Stadtgebiet sind solche Gesteinsbrocken allerdings fast nirgends zu sehen – nur im Gewerbegebiet In den Langen Morgen und im Umfeld des Waldsportplatzes.

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