Welcher Standort eignet sich am besten für die Aufstellung einer Containeranlage zur Erweiterung des Betreuungsangebotes für Kinder? Ein Streit, der in der Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch auch nach ausgiebiger Diskussion nicht gelöst werden konnte.

Bevor das Stadtparlament seine Arbeit aufnahm, stand ein Wechsel im Magistrat an. Aus Alters- und Gesundheitsgründen scheidet das langjährige Mitglied Herbert Porth (CDU) auf eigenen Wunsch aus. »Wir bedauern den Schritt sehr, denn Herbert Porth hat seine Arbeit im Magistrat immer sehr konstruktiv und vor allem kollegial verrichtet«, lobte Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel zum Abschied. Ihm folgt der CDU-Stadtverordnete und stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher Michael Hahn, dem auch Hertel eine gewisse Streitkultur zugesteht. »Aber das ist in unserem demokratischen System nun einmal üblich, dass um die beste Lösung gerungen wird.« Als stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher wurde der CDU-Fraktionsvorsitzende Gerhard Einhoff gewählt.

Danach prüfte Grünen-Sprecher Oliver Seuss die zuvor angedeutete Konflikt- und Debattierfähigkeit des Bürgermeisters, als es um den Standort für die neue Betreuungsanlage für Kinder ab dem 1. Lebensjahr ging. Klar ist, dass derzeit etwa 45 Betreuungsplätze fehlen. Sie untergliedern sich in 32 Plätze für U3-Kinder und 13 Plätze für Kinder über drei Jahre.

Einig sind sich alle Fraktionen, dass kurzfristig eine Übergangslösung geschaffen werden muss, um den Eltern zu helfen. Wie in Ober-Wöllstadt gesehen, belaufen sich die jährlichen Mietkosten für eine viergruppige Einrichtung im Container auf rund 60 000 Euro im Jahr. Als Standort wurde in den Ausschüssen der Festplatz in Kaichen beschlossen, im Anschluss an die bestehende Kita. »Eine rundweg unverständliche Lösung, weil sie einen Elterntourismus in Gang setzt«, kritisierte Seuss. Denn die meisten Betreuungsplätze würden in Assenheim und Ilbenstadt gebraucht, nicht aber in Kaichen.

Hertel verteidigte die Standortwahl, weil wegen der nahen Kita Synergieeffekte beim Personal und auch Spielmöglichkeit im Freigelände genutzt werden könnten. Auch gebe es am Standort in Kaichen bereits eine Bodenplatte, die an anderen Orten erst geschaffen werden müsste. Die CDU sprang den Grünen schließlich mit ihrem Kompromissvorschlag zur Seite. »Lasst uns doch mit Containern für zwei Gruppen in Kaichen beginnen und über den Standort der restlichen Anlage noch einmal im Ausschuss reden«, schlug Torsten Hahn (CDU) vor. Auch wenn Seuss den erneuten Zeitdruck monierte (»Wir gestalten nicht, sondern hecheln den Ereignissen immer nur hinterher«), wurde dem Kompromiss mit zwei Neinstimmen und zwei Enthaltungen zugestimmt.

Eine heftige Diskussion löste anschließend auch der Antrag der Verwaltung aus, mit dem Bauträger des Wohngebiets »Am Steinweg« eine städtebauliche Vereinbarung über die Folgekosten für eine neue Kita abschließen zu wollen. 150 000 Euro will der Bauträger der Stadt dafür überweisen. Zu wenig, wie die Grünen finden. Die Stadt komme in diesem Punkt dem Bauträger sehr entgegen. »Nein«, sagte Hertel. Die Zahl beruhe auf Berechnungen, die allgemein üblich seien. Auch hier wurde der Vorlage bei zwei Enthaltungen schließlich zugestimmt.

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