05. November 2018, 17:12 Uhr

Biohof Dieffenbach

In Wölfersheim gibt es jetzt Süßkartoffeln

Auf dem Hof von Jens Dieffenbach gibt es in diesem Jahr eine Premiere: Zum ersten Mal hat der Wölfersheimer Süßkartoffeln angebaut. Die orangefarbenen Knollen sind zwar gar keine Kartoffeln, liegen aber voll im Trend.
05. November 2018, 17:12 Uhr
Jens Dieffenbach (l.) hat mit Sohn Ben einen fleißigen Helfer beim Sortieren der Süßkartoffeln. (Fotos: alh)

Auf dem Hof von Familie Dieffenbach in Wölfersheim ist einiges los: Es wird sortiert, gezählt, gestapelt und verladen. Dabei dreht sich aktuell alles um eine länglich-ovale Knolle in leuchtendem Orange: die Süßkartoffel. Das Gemüse wächst seit dem Sommer auf dem Biohof. Gerade bereiten Landwirt Jens Dieffenbach und seine Helfer die Knollen zur Lagerung vor.

Süßkartoffeln liegen zurzeit im Trend und werden auch als »Superfood« bezeichnet. Sie liefern viel Energie und sind reich an Nährstoffen. Doch viele kennen die Knollen noch nicht. Auch Margit Dieffenbach war überrascht, als ihr Sohn ihr von den Süßkartoffeln erzählte. »Das war für mich völliges Neuland«, verrät sie. Genau das will Jens Dieffenbach ändern: »Ich war auf der Suche nach etwas Neuem, das es in der Region noch nicht so häufig gibt«, erzählt er. Bisher waren die Dieffenbachs vor allem für ihre Erd- und Himbeeren bekannt.

 

Empfindliche Knolle

 

Der Name lässt es zwar vermuten, doch »eigentlich sind Süßkartoffeln gar keine Kartoffeln«, weiß Dieffenbach. Sie gehören zur Familie der Windengewächse und sind mit der Kartoffel (Nachtschattengewächs) nur entfernt verwandt. Durch ihren hohen Zuckergehalt schmecken sie leicht süßlich, werden aber trotzdem meistens herzhaft zubereitet. »Man kann sie überall dort einsetzen, wo man ansonsten Kartoffeln nehmen würde«, sagt Dieffenbach. Als Püree, Rösti oder gebraten. Als Auflauf, gefüllt und im Ofen gegart. Sogar roh könne man sie essen, etwa im Salat.

Rund acht Tonnen Süßkartoffeln hat Jens Dieffenbach geerntet.
Rund acht Tonnen Süßkartoffeln hat Jens Dieffenbach geerntet.

Im Anbau macht die Süßkartoffel allerdings viel Arbeit. »Sie ist ein echter Dünnhäuter und muss vorsichtig behandelt werden, damit ihre empfindliche Schale nicht kaputtgeht«, erzählt Dieffenbach. Im Sommer wurden die Pflänzchen deshalb in mühevoller Handarbeit ausgesetzt. Während der anhaltenden Hitze mussten sie ständig mit Feuchtigkeit versorgt werden – keine leichte Aufgabe. Doch »die Witterung war ideal für die Süßkartoffeln, sie mögen es nicht kälter als 10 Grad Celsius«.

 

Pommes mal anders

 

Für die Ernte hat Dieffenbach eine Erntemaschine für Kartoffeln umgebaut. Damit wurden die Knollen Anfang Oktober aus dem Boden geholt. Anschließend mussten sie – wieder per Hand – aufgesammelt werden. Dabei packte die ganze Familie mit an. Trotzdem dauerte es zweieinhalb Tage, bis acht Tonnen Süßkartoffeln eingesammelt waren. Die vertreiben die Dieffenbachs zurzeit hauptsächlich in Rewe-Märkten in Frankfurt und Umgebung als »Landmarkt«-Produkte. Auch in den Abo-Kisten des Friedberger Lieferdienstes »Bio-Hopper« landen die Süßkartoffeln.

Doch die Vermarktung der Knollen ist nicht einfach. »Mit den Preisen der Importware im Supermarkt können wir kaum mithalten«, sagt Dieffenbach. Deshalb hat er sich etwas Neues ausgedacht: Mit einer speziellen Schneidemaschine will er die Süßkartoffeln zu Pommes verarbeiten und dann verkaufen – etwa als Tiefkühlware. Einen ersten Test starteten die Dieffenbachs beim Wölfersheimer Markt der Regionen. Dort stießen die Süßkartoffelpommes auf große Begeisterung – »um ein Uhr mittags waren wir ausverkauft«, erzählt Dieffenbach. Inzwischen gibt es die Süßkartoffelpommes auch in der »Bauernstube« in Wölfersheim. Dort werden sie von den Gästen ebenfalls gut angenommen.

 

Die ganze Familie testet den Geschmack

 

Auf dem Feld wie auch in der Küche gilt aber: »Wir müssen noch vieles ausprobieren«, sagt Dieffenbach. Sei es bei den Arbeitsgeräten, der richtigen Zubereitung oder bei der Wahl der Sorten. Fünf verschiedene sind im Test. Auch Sohn Ben (6) darf probieren. Ihm schmeckt fast alles, was Mama und Papa aus den Knollen zubereiten.

»Süßkartoffeln anzubauen, ist ein kleines Wagnis, doch wir glauben fest daran, dass es sich lohnt«, sagt Dieffenbach. Die besten Sorten dürfen im nächsten Jahr wieder aufs Feld. Dazu soll noch mehr Neues angebaut werden: etwa Mais, Kartoffeln und Sojabohnen. »Getreide und Zuckerrüben kann doch jeder.«

 

Süßkartoffelsuppe von Margit Dieffenbach

Margit Dieffenbach hat die Süßkartoffeln passend zum Herbst zu einer leckeren Süßkartoffelsuppe verarbeitet. Für vier Portionen benötigt man: 500 Gramm Süßkartoffeln, 2 Möhren, 2 Zwiebeln, 30 bis 50 Gramm Ingwer (nach Geschmack), 2 Esslöffel Öl, 1 Liter Gemüsebrühe, 400 Gramm Kokosmilch, Salz und Pfeffer zum Abschmecken.

Süßkartoffelsuppe nach Familienrezept.
Süßkartoffelsuppe nach Familienrezept.

Zubereitung: Zunächst die Süßkartoffeln, die Möhren, die Zwiebeln und den Ingwer schälen. Alles in Würfel schneiden und anschließend zusammen mit der Gemüsebrühe rund 20 bis 25 Minuten kochen. Dann das Ganze mit einem Pürierstab mixen. Zum Schluss die Kokosmilch hinzugeben. Alles noch einmal kurz aufkochen lassen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

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