12. September 2018, 19:47 Uhr

Im Wald zusammenarbeiten

12. September 2018, 19:47 Uhr
Eigen- oder Fremdbewirtschaftung? Für Echzell fällt die Antwort eindeutig aus: Die Kommune will den Wald mit Reichelsheim und Markwald Berstadt bewirtschaften. (Foto: dpa)

Nachdem einer der beiden Waldarbeiter der Gemeinde aus gesundheitlichen Gründen ausgefallen ist, hat Echzell über eine andere Bewirtschaftung des Kommunalwaldes nachgedacht. Einstimmig entschieden die Gemeindevertreter in ihrer jüngsten Sitzung, in einer interkommunalen Zusammenarbeit mit Reichelsheim und dem Markwald Berstadt eine gemeinsame Bewirtschaftung anzustreben, statt Fremdfirmen zu beauftragen.

Bürgermeister Wilfried Mogk berichtete, dass er mit Hessen Forst die Vor- und Nachteile der Fremdbewirtschaftung mit dem Einsatz eigener Mitarbeiter verglichen habe. Dabei lägen die Vorteile eigener Forstwirte vor allem in der Ortskenntnis, wodurch geringere Einweisungszeiten notwendig seien. So könnten sie mehr leisten. Außerdem könne das eigene Personal flexibler auf Bodenbedingungen reagieren als ein Fremdunternehmer. Dieser habe einen festen Auftrag und könne deshalb auf schlechte Bodenverhältnisse keine Rücksicht nehmen, was womöglich zu einer Verdichtung des Bodens durch die Arbeiten mit schweren Maschinen führen könne.

Womöglich Fördergelder

Die Flexibilität eigenen Personals zeige sich auch, wenn in besonderen Situationen ein schneller Einsatz erforderlich sei. Fremdfirmen gerieten wegen des Ausschreibungsrisikos nicht selten mit der Arbeit in Verzug, listet die Beschlussvorlage einen weiteren Nachteil auf.

»Alles in allem betrachtet, überwiegen die Vorteile, wenn Kommunalwald durch eigenes Personal nicht nur bewirtschaftet, sondern auch gepflegt wird«, stellte Mogk fest. »Denn letztlich soll die Schutzfunktion, die Nutzfunktion und auch die Erholungsfunktion unseres Waldes gefördert werden bzw. erhalten bleiben.« Er habe außer der Stadt Reichelsheim auch den Vorstand des Markwaldes Berstadt wegen einer interkommunalen Zusammenarbeit kontaktiert. Wenn sich der Markvorstand der Zusammenarbeit anschließe, müsse geprüft werden, ob diese interkommunale Zusammenarbeit durch das Land gefördert werde.

Olga Wagner-Bernardelli (Grüne) erklärte, ihrer Partei sei der Wald als Gradmesser des Klimas sehr wichtig. Sie betonte, dass der Wald nicht nur ein Wirtschaftsfaktor sei, sondern »in erster Linie auch gut genutzter Naherholungsraum«.

Bei einer Waldbegehung habe sich der Revierleiter besorgt zu Überlegungen geäußert, den Kommunalwald durch Fremdunternehmen bewirtschaften zu lassen. »Um den Wald fit für die klimatischen Veränderungen zu machen, muss man ihn kennen«, erklärte Wagner-Bernardelli. »Das kann nur ein Team bewerkstelligen, das ständig im Wald arbeitet und sich für ihn auch verantwortlich fühlt.« Der heiße, trockene Sommer habe die Bedeutung des Waldes gezeigt. »Da davon auszugehen ist, dass die extremen Wetterlagen zunehmen, ist es absolut notwendig, den Wald zu hegen und zu pflegen.«

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