01. November 2017, 15:09 Uhr

»Kalter Markt«

Hitler-Grüße, Widerstand und Raub – Polizei zieht Bilanz vom »Kalten Markt«

Zehntausende Besucher nutzten das verlängerte Wochenende für einen Besuch bei der 751. Auflage des »Kalten Marktes« in Ortenberg – leider auch einige, die Böses im Sinn hatten.
01. November 2017, 15:09 Uhr
Nicht alle Besucher des »Kalten Markt« in Ortenberg verhielten sich so friedlich wie jene auf unserem Foto. Die Polizei war nach eigenen Angaben – wie auch in den Jahren zuvor – gerade in den Abendstunden gefordert. (Foto: dab)

Wie die Polizei am Mittwoch berichtete, gab es trotz eines großen Aufgebots an Beamten einige schwere Straftaten rund um die Wetterauer Traditionsveranstaltung. Dies sei besonders am Montag auch auf übermäßigen Alkoholkonsum zurückzuführen gewesen, wobei Werte jenseits der 1,5 Promille keine Seltenheit waren. »Von unserer Seite ist es schade, immer festzustellen, dass Alkoholkonsum vor allem zu Straftaten führt«, sagte Polizeipressesprecherin Sylvia Frech am Mittwoch auf Anfrage dieser Zeitung. »Wir waren wie in den letzten Jahren gefordert, die Qualität der Straftaten im Vergleich zu den vergangenen Jahren möchte ich aber nicht gegeneinander aufwiegen.« Immerhin: »Die Sperrstunde von 2 Uhr unterstützt unsere Arbeit.« Ein Problem war allerdings der Feiertag am Dienstag, der dazu führte, dass der Frühschoppen am Montag sich bis weit in den Abend hinein zog. Dies führte zu einigen alkoholbedingten Straftaten. Aber, so Frech: »Der Großteil der Menschen feiert friedlich.«

Die Polizei in Büdingen ermittelt nun in gleich mehreren Fällen: Gegen einen 23-jährigen und ein 20-jährigen Büdinger gibt es eine Anzeige wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte. Am Freitagabend gegen 22.55 Uhr sollten die beiden Männer kontrolliert werden, nachdem sie auf dem Marktgelände durch Provokationen bereits mehrfach aufgefallen waren. In stark alkoholisiertem Zustand griffen die Männer dabei spukend und beleidigend Polizeibeamte an. Sie wurden festgenommen. Währenddessen wurden die Beamten von Jugendlichen beschimpft.


Kopfstoß, Prügelattacke, Faustschlag

Durch einen Kopfstoß gegen 00.45 Uhr in der Nacht zum Sonntag zog sich ein 22-jähriger Glauburger einen Nasenbeinbruch zu. In der Laubacher Straße in Höhe des »Licher«-Standes geriet ein Freund von ihm in Streit mit einem anderen Marktbesucher, der Glauburger bekam einen Kopfstoß ab. Da zu dem Täter bislang keine Hinweise vorliegen, sucht die Polizei Zeugen. Verletzungen erlitt auch eine 25-jährige Ortenbergerin, als sie am frühen Sonntagmorgen gegen 1 Uhr nach eigenen Angaben im Festzelt von einem 26-jährigen Altenstädter aus unbekannten Gründen zu Boden gestoßen und geschlagen wurde. Ein Begleiter der Ortenbergerin griff ein, woraufhin der Täter verschwand. Die 25-Jährige zog sich mehrere leichte Verletzungen zu. Die Polizei sucht auch hier Zeugen, ebenso wie im Falle eines 22-Jährigen aus Kassel, der am Montagabend gegen 17.05 Uhr im Festzelt offenbar grundlos von einer ihm unbekannten Person geschlagen wurde.

Am Montagabend gegen 23.55 Uhr soll unterdessen ein 24-Jähriger aus Nidda vor dem Festzelt mindestens zweimal den Hitlergruß gezeigt haben. Der alkoholisierte Mann tätigte darüber hinaus bei seiner Festnahme weitere rassistische und rechtsradikale Äußerungen. Gegen einen weiteren 31-Jährigen aus Nidda ermittelt die Polizei ebenfalls wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Er störte zunächst die Ingewahrsamnahme seines Bekannten, zeigte dabei ebenso den Hitler-Gruß und beleidigte einen Polizisten mit rassistischen und antisemitischen Äußerungen. Auch er wurde in Gewahrsam genommen.


Standbetreiberin ausgeraubt

Des Weiteren wurde eine Standbetreiberin am Dienstagabend gegen 21 Uhr Opfer eines Raubes. Als sie ihr Wohnmobil in der Wilhelm-Leuschner Straße verließ, wurde ihr von einem Fremden die Tasche samt Bargeld, Papieren, Handys und Tablets entrissen und die 68-jährige Frankfurterin dabei zu Boden gestoßen. Der Täter floh durch die Hecke auf ein Nachbargrundstück. Beschrieben wird er als etwa 1,70 Meter groß, schlank, mit dunkelblonden Haaren und möglicherweise grüner Jacke. Auch hier werden Zeugen gesucht.

In allen beschriebenen Fällen bittet die Polizei in Büdingen unter Tel. 0 60 42/9 64 80 um Zeugenhinweise.

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