24. August 2018, 11:00 Uhr

Mein Lieblingsplatz

Herrnhaag: »Hier fühle ich mich geerdet«

Der Herrnhaag bei Büdingen ist ein besonderer Ort. Seine bewegte Geschichte erstreckt sich über einen Zeitraum von mehr als 260 Jahren. Von der Herrnhuter Brüdergemeine 1738 gegründet und von dieser 1750 wieder verlassen, bot der Herrnhaag unterschiedlichsten Bewohnern ein Zuhause. Für Büdingens Erste Stadträtin Henrike Strauch ist der Herrnhaag ihr Lieblingsplatz in der Wetterau.
24. August 2018, 11:00 Uhr
Henrike Strauch an ihrem Lieblingsplatz, am Brunnen mitten in Herrnhaag. (Fotos: geo)

I ch musste mich entscheiden zwischen dem Glauberg und diesem Ort. Ich habe den Herrnhaag gewählt, weil ich mich hier mehr geerdet fühle«, erzählt Strauch. Sie sagt, dass dort Geschichte im ländlichen Raum lebt und von dort die Berge und Täler zu sehen seien, die Oberhessen ausmachen.

Der Blick zur Ronneburg sei spannend. Auf dem Herrnhaag empfinde sie die Landschaft als besonders sehenswert und mag die Verbindung zwischen Streuobstwiesen und Ackerflächen. Henrike Strauch ist eine von zahlreichen Besuchern, die immer wiederkommen.

Auf dem Herrnhaag tankt Büdingens Erste Stadträtin Henrike Strauch gerne auf.
Auf dem Herrnhaag tankt Büdingens Erste Stadträtin Henrike Strauch gerne auf.

Auch drei Vereine sind dort beheimatet: Der Verein der Freunde des Herrnhaag, die Sozietät Herrnhaag als ökumenische Lebensgemeinschaft und die Jugendwerkstatt Herrnhaag, ein Beschäftigungsprojekt für arbeitslose Jugendliche. Seit 1959 wird der Herrnhaag von dem Verein restauriert, um den Ort für kulturelle, religiöse und soziale Zwecke zur Verfügung zu stellen.

Kulturveranstaltungen im Saal

Im Grafenhaus mit seinem einmaligen Barocksaal finden kulturelle Veranstaltungen wie Ausstellungen und Konzerte, Tagungen und private Feiern statt.

»Ich finde es toll, dass die Familie Ditzel und die Freunde des Herrnhaag den Hof und das umgebende Areal mit viel Liebe erhalten«, sagt Strauch. Sie besucht den Ort zu Festlichkeiten und Vorträgen, liegt er auf der Strecke, hält sie kurz an, steigt aus und schaut sich um. Mit ihrem Blick folgt sie der Vonhäuser Straße und beobachtet die Landschaft, in der sich kein Fremdkörper abzeichnet. Auch ein bestimmtes Erlebnis verknüpft sie mit dem Ort. »Während eines Termins habe ich den Barocksaal im Grafenhaus begutachtet. Als die Sonne in den Saal fiel, dachte ich Musik zu hören und lachende Menschen, die feiern«, sagt sie. Wenn sie am Herrnhaag verweile, dann sei dies wie nach Hause kommen, wie Heimat. Hier sei sie verwurzelt, sagte Henrike Strauch. Nur einige wenige Kilometer Luftlinie entfernt, ist sie in Stockheim und Effolderbach aufgewachsen. Geboren wurde sie am 28. Januar 1972 in Gelnhausen. Seit August 2016 ist die diplomierte Verwaltungswirtin Büdingens Erste Stadträtin und führt das Dezernat Jugend, Kultur und Soziales und den Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft. Am Herrnhaag tankt sie auf, geht gerne zum in die Landschaft eingebetteten Friedhof als Ort der Stille.

Barocke Gebäude

»Der Herrnhaag ist ein Ort, an dem ich bei mir bin«, sagt sie und zeigt sich fasziniert von den stattlichen Gebäuden und dem mühsamen Tagwerk, das die Menschen früher verrichteten. So waren die Gebäude und die Siedlung so konzipiert, dass die damals 1000 Menschen in 18 Häusern entsprechend ihrer Lebenssituation gemeinsam lebten und arbeiteten. Standesunterschiede waren weitestgehend aufgehoben.

Nach der Auflösung 1753 diente die Siedlung als Sommersitz der Grafen zu Ysenburg und Büdingen sowie als Lager der Truppen Napoleons. Es war aber auch Quartier des Reichsarbeitsdienstes und ein Gefangenenlager während der Zeit des Nationalsozialismus.

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