Weiße Kreuze auf rotem Grund begrüßen die Besucher am Ortseingang von Calbach: Der Schweizer Cedric Burkhardt feierte mit Familie und Freunden am Dienstagnachmittag die Teilnahme seiner Nationalmannschaft am Achtelfinale der WM. Mit von der Partie waren die HR 3-Radiomoderatoren Tanja Rösner und Tobi Kämmerer sowie Mitarbeiter des Senders, die die Feier mit großem Flachbildfernseher, Grill und Getränken organisiert hatten.

Die WM-Party hatte Cedrics Frau Claudia beim Gewinnspiel »WM-BBQ – Wir bei Dir« gewonnen. »Wir wollten eigentlich nach der Vorrunde aufhören, nachdem Deutschland raus war«, erklärte Moderator Kämmerer. Doch statt frustriert über das frühe Ausscheiden zu sein, hätten die Hörer gefordert, das Gewinnspiel fortzusetzen. Schließlich gebe es ja viele in Hessen, deren Nationalmannschaft noch bei der WM mitspiele.

Kebab-Spieße vom Duroc-Schwein

So auch Cedric Burkhardt – zumindest bis Dienstag. Zusammen mit seiner Tochter Claire sang er vor dem Anstoß die Hymne, den Schweizerpsalm, mit. Dass Claire etwas skeptisch ob des Trubels und der vielen Menschen guckte, wollte Papa so nicht stehen lassen. Das sei eine typische Schweizer Eigenschaft, deutete er an. »Wir sind erst mal kritisch, bevor es abgestimmt wird.«

Doch zu dieser Grundhaltung bestand an diesem Nachmittag zunächst kein Anlass. Die Sponsoren des Senders unterstützten die Aktion großzügig. Auf dem Rasen vor dem Haus war ein großes Grillbüfett aufgebaut. Kai Menzenberger servierte Kebab-Spieße vom Duroc-Schwein mit osmanischem Krautsalat und Knoblauchcreme, danach Pastrami-Sandwich aus der Rinderhüfte auf Senfbutter. Eine besondere Note bekam der Krautsalat durch eingestreute Granatapfelkerne. Als Abschluss gab es auf einem Zedernholzbrett geräucherten Brie.

Spätestens ab der 66. Minute, als Emil Forsberg die Schweden zum späteren Sieg schoss, genoss das Essen mehr Aufmerksamkeit als das Spiel. Zumal die Chancen der Schweizer Mannschaft, den Rückstand aufzuholen, gering waren. Das sei eben für den Schweizer verwirrend, wenn so viele Leute schnell herumliefen, versuchte Burkhardt die Spieler lachend zu entschuldigen.

Als diese in der 94. Minute auch noch fast einen Elfmeter und eine rote Karte kassierten, war das Spiel endgültig gelaufen. »Willkommen im Club«, kommentierte ein Gast, dass nach Deutschland in der Vorrunde jetzt auch die Schweiz ausgeschieden sei.

Familie Burkhardt trug das Ergebnis mit Fassung. Schließlich hatten sie einen gelungenen Fußballnachmittag gefeiert. Und dass sie Fernseher und Gasgrill behalten dürfen, tröstete allemal über die Niederlage hinweg.

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