06. September 2018, 20:31 Uhr

Grünes Licht für Reaktivierung

06. September 2018, 20:31 Uhr
Seit 2003 fährt kein Zug mehr zwischen Wölfersheim und Hungen. Das soll sich bald wieder ändern. (Foto Nici Merz)

Die Horlofftalbahn scheint wieder eine Zukunft zu haben. Denn einstimmig billigte der Wetterauer Kreistag in seiner Sitzung am Mittwoch die Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke zwischen Wölfersheim und Hungen im Zusammenwirken mit dem Vogelsbergkreis und dem Gießener Landkreis.

Zwar werden noch keine Bagger rollen oder Spaten angepackt, doch der einstimmige Beschluss besagt, dass die Planungsarbeiten zur Inbetriebnahme der Bahnlinie fortgesetzt werden sollen. »Es ist die Wiederbelebung einer alten Eisenbahnverbindung, und zwar nicht auf Betreiben der Eisenbahnliebhaber, sondern weil sie dringend gebraucht wird«, sagte Landrat Jan Weckler (CDU), warum er sich für die Wiederinbetriebnahme der Horlofftalbahn einsetzt.

Der Bahnbetrieb auf der Strecke zwischen Wölfersheim und Hungen war im Jahr 2003 eingestellt und die gesamte Anlage im Jahr 2009 sogar an die beiden Kommunen Wölfersheim und Hungen verkauft worden. »Wir Grünen haben uns von Anfang an gegen die Einstellung der Bahnlinie ausgesprochen«, erinnerte Grünen-Sprecher Michael Rückl in der Kreistagssitzung. Doch damals hätten die wirtschaftlichen Gründe, beispielsweise die nachlassende Akzeptanz der Bahn, zur Einstellung geführt. »Das hat sich inzwischen grundlegend geändert.«

Über zehn Prozent des Pendlerstroms in Richtung Frankfurt komme jeden Morgen aus der Wetterau und zwar auch aus östlichen Teilen. »Damit diese Personen sich nicht abgehängt fühlen, ist der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs dringend erforderlich«, plädierte auch Wölfersheims ehemaliger Bürgermeister Rouven Kötter (SPD) für die Sanierung der Bahnstrecke.

Das hessische Wirtschaftsministerium begrüßt das Vorhaben, die Bahnstrecke zu reaktivieren, da es sich hier nicht nur um einen Lückenschluss von bestehenden Bahnverbindungen handelt, sondern die Maßnahme auch zur Stärkung des ländlichen Raums beiträgt. Aufgrund der Vorlage sollen die Kosten für die Planung bis zur Baureife vom ZOV übernommen werden.

Für den Wetteraukreis sind das aller Voraussicht nach in den kommenden vier Jahren rund 450 000 Euro.

Der Antrag besagt aber gleichzeitig auch, dass das Ziel der Wiederbelebung nur weiterverfolgt werden soll, wenn der RMV sich an den Kosten für das Vorhaben mit mindestens 50 Prozent beteiligt. Diese Entscheidung steht noch aus. Die Kosten für die Reaktivierung werden auf insgesamt rund 20,7 Millionen Euro geschätzt.

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