04. September 2018, 19:13 Uhr

Für ein gesundes Leben

04. September 2018, 19:13 Uhr
Gesunde Ernährung ist Trumpf: Der Verein der Köche Bad Nauheim hat für den Diabetestag eine gesunde Suppe vorbereitet. (Foto: lh)

»Diabetes hat viele Gesichter«, sagt Dr. Michael Eckhard, seit 2010 Ärztlicher Leiter des Universitären Diabeteszentrums Mittelhessen (UDZM) am Universitäts-Klinikum Gießen und Marburg (UKGM). Schon früh hat sich der heute 51-Jährige mit den Ursachen von Diabetes und deren Folgeerscheinungen beschäftigt. Am Wochenende fand in der Bad Nauheimer Trinkkuranlage ein Info-Tag für Betroffene, Angehörige und weitere Interessierte statt, der Besucher von nah und fern anlockte. »Für eine gute Versorgung von Menschen mit Diabetes sowie eine wirksame Vorbeugung und Gesunderhaltung sind flächendeckende Strukturen gefragt«, sagte Mitorganisatorin Dr. Jutta Liersch.

Bei Vorträgen, Aktionen und an Infoständen hatten Besucher die Möglichkeit, ihr Wissen zu erweitern und Fragen zu stellen. Mitglieder von Selbsthilfegruppen, Ärzte oder Wundexperten waren ebenso zur Stelle wie beispielsweise Anbieter von Gesundheitssport oder Ernährungsfachleute. Hier konnte man sich – ob betroffen oder nicht – ein umfangreiches Bild von jener Zivilisationskrankheit machen, die ihre Ursachen nicht allein im Erbgut, sondern ganz oft auch im leichtfertigen Umgang mit Fett oder Kohlenhydraten hat.

Ein Ehepaar im Rentenalter, allem Anschein nach bei bester Gesundheit und körperlich aktiv, war erstaunt zu hören, dass es zur Risikogruppe gehören könnte. »Wir spüren keine Einschränkung, bewegen uns regelmäßig an der frischen Luft und essen nichts Ungesundes«, sagte die Ehefrau. Ihr Mann ergänzte: »Wir sind nur zufällig hergekommen, weil wir gerade in Bad Nauheim waren und bei dem schönen Wetter noch keine Lust hatten, wieder nach Hause zu fahren.« Das Programm mit vielen Mitmachangeboten und mehr als 20 Ausstellern hatte ihre Neugier geweckt.

»Gerade bei Diabetes gibt es eine hohe Dunkelziffer, die je nach Alter sogar 50 Prozent betragen kann«, erklärte Stephan Schneider, Facharzt für Innere Medizin und Diabetologe am Gesundheitszentrum Wetterau (GZW).

Gerd Thiel aus Bad Nauheim weiß nach einer Operation an der Bauchspeicheldrüse, dass er seinen Blutzuckergehalt seit fünf Jahren regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf auch regulieren muss. Der sportliche Senior hat kein Problem damit. Alle Vierteljahr geht er zur Kontrolle zum Arzt, ansonsten kommt er mit seinem Handicap gut zurecht. An einem Stand erstrampelte er sich auf einem eigens präparierten Fahrrad einen Smoothie aus frischen Früchten. Jeder Tritt in die Pedalen setzte den Mixer auf dem Gepäckträger in Gang und sorgte für cremigen Obst- oder Gemüsebrei. Nach der Operation habe er eine ausführliche und hilfreiche Ernährungsberatung bekommen, sagte Thiel. »Das war eine super Aufklärung, sodass ich heute mit meiner Krankheit wirklich gut zurechtkomme.« Dass der eine oder andere nach der Diagnose Diabetes seine Lebens- oder Ernährungsgewohnheiten umstellen müsse, könne er nachvollziehen. »In den meisten Fällen lässt sich das aber gut regeln, und die Lebensqualität muss nicht beeinträchtigt sein.«

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