23. Juli 2017, 18:40 Uhr

Vortrag in der »Keltenwelt«

Frühe Bierbrauer kannten keinen Hopfen

23. Juli 2017, 18:40 Uhr

Biere nach alten Rezepten gebraut oder neue Kreationen aus einer »craft brewery« liegen derzeit voll im Trend. Sortenreine Apfelweine oder Äppler mit Herkunftsangabe des Obstes wie »Parzelle 111« einer Wetterauer Kelterei und Straußwirtschaft sind genauso begehrt wie Obstbrände, Whiskey und Gin aus kleinen, regionalen Destillerien. Doch nicht nur heute, sondern schon seit Jahrtausenden weiß man den Alkohol als Genuss- und Heilmittel zu schätzen. Darum dreht sich ein Vortrag am Mittwoch, 27. Juli, um 19 Uhr in der »Keltenwelt am Glauberg«.

Tranken Kelten mit Vorliebe den Met, eine Art Honigwein, wie er am Glauberg nachgewiesen werden konnte? Oder füllte man sich vor über 2000 Jahren lieber Bier in den Trinkbecher? Da man den Hopfen in Deutschland in der Braukunst wohl erst ab dem Mittelalter einsetzte, hat es möglicherweise vorher andere Zutaten gegeben, die Konservierungs- und Bitterstoffe lieferten.

Der Inhalt eines keltischen Bronzekessels, den man in einem Kriegergrab nahe dem Fürstensitz auf der Heuneburg in Baden-Württemberg entdeckte, lieferte einen wichtigen Hinweis zur Alkoholherstellung. Untersuchungen der Rückstände ergaben eine fermentierte Honigmischung mit Nachweis von Mädesüß und Minze. Sollte Bier mit Honig gesüßt werden, vergleichbar mit dem heutigen Bier mit Cola oder Limo? Ein Forscherteam ging in den USA der Sache auf den Grund und braute das Getränk nach. Ob das Experiment gelang und wie das »Keltenbier« schmeckte, davon weiß Dr. Hans-Peter Stika vom Botanischen Institut der Universität Hohenheim zu berichten. Sein Vortrag lautet »Landwirtschaft bei den frühen Kelten – Bier, Wein oder Met: Was tranken die Kelten?« und ist Teil der Vortragsreihe zur Sonderausstellung »Mahlzeit – Ernährung bei den Kelten«.

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