07. Mai 2017, 20:15 Uhr

Bürgermeister abgewählt

Freddy Kammer muss gehen

889 Hirzenhainer stimmten dafür, dass der parteilose Bürgermeister Freddy Kammer seinen Stuhl räumen muss. 573 Wähler wollten, dass er im Amt bleibt. Dei Wahlbeteiligung lag bei 60 Prozent.
07. Mai 2017, 20:15 Uhr
F. Kammer

Die Würfel sind gefallen: Die Hirzenhainer werden ihren Bürgermeister Freddy Kammer los. Sie votierten bei dem Bürgerentscheid am Sonntag dafür, dass der 57-Jährige gehen muss.

889 Wähler stimmten für die Abwahl des parteilosen Rathauschefs, das sind 60,8 Prozent der Wahlberechtigten. 2223 Hirnenhainer waren aufgerufen abzustimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 60 Prozent. 573 Wähler wollten, dass Kammer im Amt bleibt. Mit diesem Ergebnis wurde die nötige Mehrheit erreicht. Denn um einen Bürgermeister abwählen zu können, muss mindestens 30 Prozent aller Wahlberechtigten für ein Ausscheiden aus dem Amt votieren. In Hirzenhain lag die Schwelle bei 680 Stimmen. Somit muss Kammer den Chefsessel im Rathaus räumen. Er wäre gern bis zum ende seiner Amtszeit 2020 geblieben.

Nach andauernden Querelen hatte die Gemeindevertretung das Verfahren in Gang gesetzt. Das Verhältnis zwischen der Gemeindevertretung und Kammer scheint zerrüttet.

Die Mehrheit der Fraktionen vor allem SPD und UWG wirft dem Bürgermeister unter anderem schlechte Informationspolitik, Blockadehaltung und Willkür vor – was dieser vehement zurückgewiesen hat. Außerdem wurde Kammer vor einigen Monaten in erster Instanz wegen Wahlfälschung zu einer Geldstrafe verurteilt. Es ging um Hausbesuche vor der Bürgermeisterstichwahl im Jahr 2014. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Es soll laut Kammer vom Oberlandesgericht Frankfurt überprüft werden.

Vor der Bürgermeisterwahl vor drei Jahren hatte Kammer bei Wählerbesuchen Briefwahlunterlagen mitgebracht und sei teils bei der Stimmabgabe dabei gewesen. Das Wahlergebnis blieb aber bestehen, weil die sechs Fälle nach Auffassung des Verwaltungsgerichts Gießen nicht entscheidend für den Ausgang waren. Kammer gewann damals mit 172 Stimmen Vorsprung.

Vor dar Abwahl sagte Christof Noß von der Hirzenhainer SPD sagte, das Abwahlverfahren sei notwendig gewesen, »weil der Bürgermeister von zwei Dritteln des Parlaments kein Vertrauen mehr hat«. Und fügte hinzu: »Der ganze Ort ist am Ende, ganz Hessen lacht über Hirzenhain. Hier muss wieder Ruhe und Frieden einkehren.« Im Beschluss der Gemeindevertretung über die Einleitung des Abwahlverfahrens hieß es, eine weitere Zusammenarbeit sei unmöglich.

 

Querelen mit Wahlleiter

 

Freddy Kammer sagte zum Vorgehen von SPD und UWG: »Die Hexenjagd im Mittelalter ist humaner gewesen.« Die Vorwürfe gegen ihn entsprächen nicht der Realität. Das Abwahlverfahren sei »nicht nur politisch, sondern auch privat-persönlich motiviert«. Kammer wirft dem externen Wahlleiter für das Abwahlverfahren, Gerhard Bennemann aus Büdingen, vor, ihn beim Formulieren der Wahlbekanntmachung übergangen zu haben. Kammer hätte gern eine eigene Stellungnahme zu den Vorwürfen in der Bekanntmachung eingebracht. (Foto: sda)

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