24. August 2018, 19:13 Uhr

Es bleibt beim Ganztags-Zuschuss

24. August 2018, 19:13 Uhr
Wenn auch ohne das »Spatzennest«-Team: Die Betreuung der Grundschüler an der Wintersteinschule ist gesichert. (Foto: Nici Merz)

Seit vielen Jahren schießt die Kommune der Betreuung an der Wintersteinschule jährlich Geld zu, derzeit sind es 12 000 Euro. Diesen Betrag wollte die CDU-Fraktion eingefroren wissen, nachdem sich mit der Auflösung des Betreuungsvereins »Spatzennest« eine neue Situation an der Schule ergab. Ihren Antrag hat die Fraktion am Mittwoch im Haupt- und Finanzausschuss aber zurückgezogen, nachdem Schulleitung und Förderverein dem Gremium das Konzept für den »Offenen Ganztag« vorgestellt hatten.

Die Schule sei selbstverständlich autark, hatte CDU-Chef Dr. Matthias Heil unterstrichen. Den Einsatz von Steuergeldern müsse man aber prüfen. Die Abgeordneten hätten sich deshalb darauf geeinigt, sich für die Haushaltsberatungen das Konzept näher anzuschauen. Der Abend habe viel Licht ins Dunkle gebracht, konstatierte FWG-Abgeordneter Jürgen Schneider nach der Präsentation durch Ober-Mörlens kommissarische Schulleiterin Ellen Bernhardt. Ihn hatte das Gremium zuvor zu seinem neuen Vorsitzenden und Nachfolger für Jan Wölfl gewählt, der in den Ferien tödlich verunglückt war.

Keine Wartelisten

Wie Bernhardt ausführte, sei die kommunale Unterstützung für den Ganztag immer schon an die Schule geflossen, die selbst aber keine Betreuungskräfte einstellen dürfe – wohl aber der Förderverein. Dieser Trägerverein habe seit 2012 als Kooperationspartner den Verein »Spatzennest« mit dazugenommen, um den Weg zur Ganztagsschule schrittweise umzusetzen. Das Betreuungsangebot sei derart gut angenommen worden, dass man von anfänglich drei zu fünf Tagen überging und nun binnen zwei Jahren den »Offenen Ganztag« im Profil 2 etabliere.

Wie Bernhardt betonte, könne dank der Unterstützung durch die Gemeinde und den Wetteraukreis in Höhe von je 12 000 Euro das freiwillige Bildungs- und Betreuungsangebot für alle 170 Schüler angeboten werden, und zwar kostenlos an fünf Tagen die Woche von 8 bis 16 Uhr. Randzeiten decke der Förderverein mit kostenpflichtigen Angeboten ab. Auch die Ferienbetreuung – wie bisher insgesamt sechs Wochen pro Jahr – werde der Förderverein organisieren. »Wir haben keine Wartelisten und alle Kinder können kostenlos teilhaben«, dankte Bernhardt für den Zuschuss der Gemeinde, ohne den nur Dritt- und Viertklässler in den Ganztagsgenuss kämen.

Beeindruckt zeigten sich die Politiker vom umfangreichen pädagogischen Konzept mit Neuerungen wie dem offenen Anfang, einer Art »Gleitzeit« von einer Viertelstunde zu Beginn jedes Schultags, oder der Verzahnung und Rhythmisierung von pädagogisch begleiteten Lern-, Spiel- und Betreuungszeiten. Um das Personal bezahlen zu können, rechne man mit dem Gemeindezuschuss, betonte Bernhardt. Wegen der Verlängerung der Betreuungszeiten werde in der Jahresrechnung von 28 000 Euro sogar eine 4000-Euro-Lücke klaffen. Die Hälfte komme vom Land, der freiwillige Kreiszuschuss fließe in die Gebäude, die Kommunalgelder in Betreuung und Mittagessen.

Der Weg zur Ganztagsschule sei ein steiniger, erklärte der ehemalige Fördervereinsvorsitzende Thomas Gries. Würden die Gelder eingefroren, wäre das ein verheerendes Signal. Warum das »Spatzennest«-Team nicht übernommen wurde, beantwortete Henning Reitz vom Förderverein mit einer von einem privaten Verein getroffenen Personalentscheidung. Einig zeigten sich im Rückblick auf die Differenzen der letzten Monaten alle, dass der Austausch sinnvoll sei und zu einem früheren Zeitpunkt hätte stattfinden sollen.

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