18. Juli 2018, 14:00 Uhr

James-Bond-Hommage

Erpresst, vergiftet, geschwitzt

Die Handlung ist abstrus. Aber: Sie erinnert an James Bond. Am Wochenende hat Thomas Bäppler-Wolf, der auch als Bäppi La Belle auftritt, auf dem Altenstädter Golfplatz »Specktre« gedreht.
18. Juli 2018, 14:00 Uhr
James Bond und der Bösewicht – also fast. Martin Langanke (l.) arbeitet hin und wieder als Daniel-Craig-Double. Und Thomas Bäppler-Wolf übernimmt ohnehin gleich mehrere Rollen in der James-Bond-Hommage »Speckte«, die im November in die Kinos kommt. (Fotos: sax)

Am Wochenende herrscht Hochbetrieb auf dem Golfplatz Altenstadt. An der Driving Range übt eine lange Reihe von Golfern in bunter Freizeitkleidung ihre Abschläge. Doch ein Spieler, der mit seinem Caddy genannten Helfer gerade auf das Grün geht, passt mit seiner massigen Gestalt nicht ins Bild. Mit hellem Anzug und Schiebermütze ähnelt er dem Bösewicht aus einem Bond-Film. Tatsächlich dreht Bäppi la Belle alias Thomas Bäppler-Wolf auf dem Golfplatz eine Szene für seinen neuen Film »Specktre«, der im November in die Kinos kommen soll.

Wie der Titel lehnt sich auch die etwas abstruse Handlung an die James-Bond-Agentenfilmreihe an. Dabei war die Auftaktszene auf dem Golfplatz, wie in dem Klassiker »Goldfinger« mit Gert Fröbe als dem gleichnamigen Superverbrecher und Sean Connery als Titelheld, der Anlass, die Parodie zu entwickeln. Bei einem Auftritt in Altenstadt machte Bäppi eine Pause im Golfclub. »Als ich hier auf der Veranda saß, kam mir die Idee«, erinnert er sich. »Warum nicht ›Goldfinger‹ mit der Szene auf dem Golfplatz nachspielen?«

 

Daniel-Craig-Double dabei

 

Schnell entwickelte dieser Gedanke für einen Film zum 25-jährigen Jubiläum von Bäppler-Wolfs Kunstfigur Bäppi La Belle ein Eigenleben. »Es sollte eigentlich ein Sechsminüter werden, das ist jetzt ein 40-Minüter geworden«, beschreibt er, wie immer neue Ideen für Zitate aus den Bond-Filmen und eigene Gags zusammenkamen. Daraus entwickelte sich eine Rahmenhandlung, die jeder Logik entbehrt, aber Bäppler-Wolf die Gelegenheit gibt, neben der Rolle des Bösewichts auch noch als sechs weitere Figuren in dem Film, den er gemeinsam mit René Parmantier produziert, aufzutreten.

 

Kanzlerin und Queen

 

Als Kanzlerin Angie wird er entführt, als Queen Lisbeth Opfer einer Erpressung, Lia Wöhr serviert vergifteten Apfelwein, neben Wurstfinger spielt Bäppler-Wolf noch dessen Cousin Blofeld, der aus dem gleichnamigen Reichelsheimer Stadtteil stammt, und schließlich tritt auch noch Bäppi La Belle auf. Wie in den Original-Filmen treten auch in Bäppler-Wolfs »Specktre« verschiedene Bond-Darsteller auf. »Der Bond, mein Gegenspieler heißt 0014, der ist nämlich doppelt so dick wie ich«, verrät er ein Detail, ohne allzuviel über die Handlung zu erzählen.

 

Bitte ein Erinnerungsfoto

 

Wenn man Bäppler-Wolf bei den Dreharbeiten auf dem Golfplatz betrachtet, merkt man schnell, dass der Film nicht als Klamauk, sondern auch als Hommage an die Bond-Filme und deren große Schauspieler gedacht ist. Wie das Vorbild Fröbe sächselt auch Wurstfinger im Gespräch mit Bond. Der sieht zwar nicht aus wie Sean Connery, der entsprechende Darsteller aus »Goldfinger«. Dafür hat er eine frappierende Ähnlichkeit mit Daniel Craig, dem aktuellen Bond-Darsteller.

»Das ist natürlich Glück, dass wir ihn gekriegt haben«, freut sich Bäppler-Wolf darüber, dass es ihm gelungen ist, den Personalberater Martin Langanke, der im Nebenberuf als Craig-Double auftritt, zu engagieren. Dieser ist einer der Stars des Films. Auch während der Dreharbeiten auf dem Golfplatz bitten zufällige Besucher immer wieder um ein Erinnerungsfoto mit ihm.

 

Sommersport für Bäppi

 

Trotz der dazu notwendigen Konzentration ist Bäppler-Wolf immer zu Scherzen aufgelegt. Als ihn die Regisseurin Valeriia Didovyk darauf hinweist, dass er zu schnell spricht, bestätigt er, dass er diese Kritik auch immer wieder von den Theaterregisseuren höre. »Ich kann den ›Ben Hur‹ in einer Stunde spielen«, erklärt er zu dem Monumentalfilm.

Betrachtet man die Schauspieler auf dem akkurat gemähten Rasen des Golfplatzes von Weitem, ist die Illusion des Vorbildes fast perfekt. Sogar der strahlende Sonnenschein entspricht der Golfplatzszene aus »Goldfinger«. »Das ist für so ein Wetter schon ein guter Sport«, sinniert Bäppler-Wolf, »du musst nicht rennen, nicht so wie beim Ironman.«

 

Demnächst: Was für Frauen

 

Nur die Entfernungen auf dem weitläufigen Platz sind ihm zu groß. »Ich lauf in der U-Bahn die Rolltreppe hoch«, erläutert er zu seinen sportlichen Ambitionen. »Und wenn die kaputt ist, geh ich übern Bahnsteig zur andern Seite. Jetzt soll ich hier 250 Meter joggen.« Das ist ihm besonders bei dem Sommerwetter zu schweißtreibend. »Sollten wir mal wieder einen Film drehen, dann nur im Januar oder Februar.« Ideen für den Titel hat Bäppler-Wolf schon. »Ich kenne keine Frau, die keine Pelze mag. Als nächstes machen wir 105 Dalmatiner oder vielleicht 110 Malteser.«

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