28. August 2018, 19:58 Uhr

Ende für »trostlose Ecken«

28. August 2018, 19:58 Uhr
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Jens Matthias von den Bad Vilbeler Grünen sieht Investitionsbedarf im Areal zwischen Kasseler Straße und Parkstraße. Ein Förderprogramm des Landes soll vor dem Hessentag 2020 Impulse geben. (Foto: Seipp)

Gefühlt wird derzeit an jeder Ecke in Bad Vilbel gebaut. Tatsächlich tut sich in einigen Vierteln aber wenig. So auch zwischen Kasseler Straße und Parkstraße. Dort bahnt sich nun aber eine Lösung an. »Schauen Sie sich zum Beispiel diese Ecke an. Das sieht doch einfach trostlos aus«, sagt Jens Matthias, Fraktionsvorsitzender der Grünen in Bad Vilbel. Er steht vor einem leer stehenden Laden an der Niddastraße, bei dem die Jalousien schon seit Jahren heruntergezogen sind. Die Fassade bröckelt.

Ähnlich sieht es vielerorts zwischen Kasseler Straße und Parkstraße aus. Neubauten stehen neben verlassen wirkenden Gebäuden, auch die Gehwege sind alles andere als gut in Schuss, an manchen Stellen hören sie einfach auf, ohne Absenkung des Bordsteins. An anderen sind sie mehr Flickenteppich als Gehweg, Gras wächst in den breiten Fugen.

Vergessenes Viertel

»In Bad Vilbel wird viel gebaut«, sagt Matthias. »In der Innenstadt, am Bahnhof und im Quellenpark, da entsteht was. Wir dürfen nicht das Gebiet dazwischen vergessen.« Deshalb haben die Grünen vorgeschlagen, diesen Teil Bad Vilbels mit in das Förderprogramm »Aktive Kernbereiche« aufzunehmen, um das sich die Stadt gerade beim Hessischen Umweltministerium bewirbt.

»Normalerweise hätte Vilbel kaum eine Chance, in das Förderprogramm reinzukommen, dafür steht es finanziell zu gut da«, urteilt Matthias. »Aber durch den Hessentag sieht es gut aus.« Das auf zehn Jahre angelegte Projekt »Aktive Kernbereiche« fördert nachhaltigen Wohnungsbau in Stadtkernen, 60 Prozent der Kosten nimmt das Land den Kommunen ab, Bad Vilbel müsste also nur 40 Prozent selbst zahlen.

»Ich denke mit dem Programm haben wir die Möglichkeit dieses Viertel anzugehen und vieles zu verbessern«, sagt Matthias. »Daher freuen wir uns natürlich sehr, das auch die Stadtverordnetenversammlung das erkannt hat und das Gebiet in die geplanten Bereiche des Programms aufgenommen hat. Nun heißt es Daumen drücken, dass wir das Förderprogramm dann nach Bad Vilbel holen können.« Ähnlich optimistisch ist man auch im Rathaus: »Der Hessentag 2020 kann mit solchen Programmen der Katalysator für viele positive Veränderungen in Bad Vilbel werden«, sagt Stadtsprecher Yannick Schwander. »Das Gebiet zwischen Kasseler Straße und Parkstraße ist eine wichtige Verbindung zwischen Bahnhof und Innenstadt. Jetzt ist es wichtig, dass ein überzeugendes Konzept entsteht.«

Vor allem sollte dort mehr Wohnraum geschaffen werden, fordert Matthias. »Es gibt alte Brunnenbetriebe oder leer stehende Hallen, an dieser Stelle könnten Neubauten entstehen. Aber hier ist natürlich viel in Privatbesitz, das hält uns aber nicht davon ab, Impulse zu geben.«

»Größtenteils wird es um den öffentlichen Raum gehen«, sagt Schwander. »Grünflächen und Gehwege können gestaltet werden, insgesamt soll alles besser zusammenpassen. Doch was genau geschehen wird, kann man derzeit noch nicht sagen. Bei der Planung stecken wir noch in den Kinderschuhen.«

Angedacht sei, dass die Quellenstädter mitbestimmen, was in dem Viertel passiert. »Es bringt ja wenig, etwas zu entwickeln, was die Bürger gar nicht wollen«, sagt Matthias. »Daher sollen sie früh miteingebunden werden. Es ist schließlich ihr Viertel und sie wissen am besten, wo der Schuh drückt. Ich glaube das Gebiet hat noch viel ungenutztes Potenzial.«

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