03. September 2018, 10:00 Uhr

Nach 26 Jahren

Emotionaler Abschied von Bürgerhauswirtin Rosi Kölsch

Er begann mit wahrer Grabesstimmung und endete feuchtfröhlich in den frühen Morgenstunden: der Abschiedsabend von Rosi Kölsch, der langjährigen Bürgerhauswirtin, war gesellig, zünftig, unterhaltsam und emotional.
03. September 2018, 10:00 Uhr

Nach 26 Jahren endet die Ära der Gastronomin abrupt: Seit Samstag ist das Bürgerhaus wegen der Sanierungsarbeiten gesperrt.

Kein böses Wort gegen die Stadtverwaltung kam bei ihrer Abschiedsrede vor Vereinsvertretern und Stammgästen über Kölschs Lippen, kein Öl, das ins Feuer gegossen wurde. Vielen Erinnerungen und Dankesworten folgte minutenlanger stehender Applaus der Anwesenden. Auch wenn Unverständnis über die Entscheidung der Stadt im Saal überwog, war es Kölsch wichtig, dass beim Abschiedsabend nach vorne geblickt wird.

Heiße Würstchen mit Brot oder Kölschs hochgelobte Gulaschsuppe luden zum Verweilen ein. Mit einer goldenen Box bat sie eine Spende für einen guten Zweck. Der Musikverein nutzte seine vorerst letzte Probenstunde im Bürgerhaus für eine kleines Abschiedskonzert. Für Rosi Kölsch, die selbst in vielen Vereinen aktiv ist, war es das gelungene Finale einer wahren Abschiedstournee. Bei vielen hatte sie sich bereits in den vergangenen Wochen verabschiedet. Demonstrativ trug sie die Schürze mit der Aufschrift vom 25-jährigen Jubiläum im vergangenen Jahr. »Und als ich sie früh morgens endlich auszog, war für mich endgültig Schluss«, sagte sie am Morgen danach.

Ihre Kinder Sascha und Silke erinnerten am Abend in kleinen Anekdoten an den Beginn hinterm Tresen und die gastronomische Karriere ihrer Mutter, die in der nächsten Woche 65 wird, aber noch »zwei oder drei Jahre« weitermachen wollte.

Tränenreich war der Abschied für beide Seiten. Kölsch erhielt viele Karten mit Dankesworten und Aufmunterungen, Bilder erinnerten an ihre Aktivitäten in Gaststätte und Bürgerhaussaal. Wie die der Kita »Steinbeißer«, deren Bewohner Kölsch zur Fastnacht immer zu Pommes und Würstchen eingeladen hatte und die sich dann mit einer Polonaise durch den Saal bedankten.

Andere hatten eine Collage aufgehängt, die gleich neben einem großformatigen Bild von Rosi Kölsch bei bester Laune hing. »Dieses Bild entstand an dem Abend, als wir Andrea Berg zu Gast hatten«, erzählt sie stolz. Wie es weiter geht, weiß sie noch nicht. Kontakte in die Gastronomie hat sie genügend – und auch schon einige »Dann komm doch zu uns«-Anrufe bekommen. Was ihr fehlen wird ist die Tatsache, erst mal nicht mehr mit Schlüssel und Terminkalender zur Arbeit zu gehen. »Da werde ich sicher nervös werden.«

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