28. Januar 2018, 19:53 Uhr

Elternumfrage geplant

28. Januar 2018, 19:53 Uhr

Ausführlich unterrichtete Bürgermeisterin Cäcilia Reichert-Dietzel in der jüngsten Gemeindevertretersitzung in Ranstadt über die Folgen der von der Landesregierung angekündigten »Kindertagesstätten-Gebührenfreiheit«. Derzeit gibt es einen Gesetzesentwurf, der die Eltern von Kindern ab drei Jahren für die Aufenthaltsdauer von sechs Stunden pro Tag von den Kita-Gebühren befreit. Jedes Kind bringe der Gemeinde einen Zuschuss von 135,60 Euro, wovon die Kommune die Hälfte aber selbst übernehme. Dieser Entwurf bilde jedoch noch keine verbindliche Grundlage für die Kommunen, denn er liege derzeit mit weiteren Entwürfen von SPD und FDP im Sozial- und Integrationsausschuss des Hessischen Landtags. Inkrafttreten soll diese Regelung aber bereits zum neuen Kindergartenjahr am 1. August.

Bürgermeisterin Reichert-Dietzel erläuterte die verschiedenen Zeitenmodule, für die die Eltern ihre Kinder derzeit anmelden können. Änderungen und Anpassungen durch die Gemeinde könnten erst nach Inkrafttreten des Gesetzes erfolgen. Problem in Ranstadt sei das Basismodul, das mindestens gewählt werden müsse. Es umfasst derzeit »nur« fünfeinhalb Stunden, nämlich von 7 bis 12.30 Uhr. Es müsste aber auf sechs Stunden angehoben werden. Neu geregelt werden müsse die Uhrzeit für das Mittagessen und die räumliche und personelle Trennung von Kindern, die kein Mittagessen in Anspruch nehmen.

Werden Module teurer?

Als weiteres Problem sieht die Bürgermeisterin die Finanzierung der Mittagsmodule: Entweder werde es nur noch ein Mittagsmodul geben oder die verschiedenen Module müssten um bis zu 20 Prozent teurer werden. Die Rathauschefin will deswegen einen Fragebogen gemeinsam mit Elternvertretern und Kita-Leitungen entwickeln, um die Bedürfnisse zu ermitteln. Sie erwartet daraus passgenaue Antworten zum tatsächlichen Bedarf um dem benötigten Betreuungsbedarf gerecht zu werden.

Kitas bald voll ausgelastet

Ihr Fazit: Aufgrund der Gebührenfreiheit werde die Qualität in den Kitas zu Lasten der flexiblen Betreuung sinken, denn die Kosten müssten kompensiert werden. Das Land erstatte gegenüber den Kommunen nämlich nur 50 Prozent der Ausfallbeträge, um die die Eltern entlastet werden. Denn 50 Prozent der Zuwendungen bekämen die Städte und Gemeinden bei den allgemeinen Finanzzuweisungen abgezogen. Das heißt, sagte Reichert-Dietzel, dass die Kommunen ihren 50-Prozentanteil aus neuen Steuerentnahmen (dazu zähle beispielsweise einen weitere Anhebung der Grundsteuern) stemmen müssten – oder aber die Mittagsbetreuung in den Kitas finanziell verändert werden müsste.

Eine aktuelle Auslastungsquote zeigt, dass beide Kitas im Sommer voll ausgelastet sein werden: 91 Kinder in Ranstadt, 62 Kinder in Dauernheim sowie weitere 20 Kinder in der Kinderkrippe Ranstadt.

Die Rathauschefin brachte außerdem die interkommunale Zusammenarbeit im Familienzentrum Glauburg/Ranstadt im Fachbereich Jugend und Soziales ins Gespräch. Hier nutze man den fachlichen Austausch, Bedarfsanalysen und die Zusammenarbeit der Kita-Leitungen und Verwaltungen. Nach der Verabschiedung des Gesetzes durch den Hessischen Landtag werde man in Ranstadt einen Neuregelung ausarbeiten auf Basis von zwei Komponenten: Berechnung und Kalkulation der Nachmittagsmodule und dem Ergebnis der Elternumfrage.

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