17. Juni 2018, 21:01 Uhr

Eine Feier für den Ortspatron

17. Juni 2018, 21:01 Uhr
Auch in Oppershofen wird der Heilige Bardo noch verehrt. (Foto: bu)

Kürzlich feierte die Pfarrgemeinde St. Laurentius das Fest ihres Ortspatrons, des Heiligen Bardo. Bardo, im Jahre 980 auf einem Adelshof im heutigen Oppershofen geboren und ein Verwandter der Kaiserin Gisela, war im Alter von etwa sieben Jahren zur Erziehung ins Kloster Fulda geschickt worden. Nach seiner Ausbildung trat er in die dortige Benediktinerabtei ein und wurde Mönch. Er war lange Jahre als Lehrer und Dekan tätig, als er von seinem Abt in das neu gegründete Kloster auf dem Andreasberg vor den Toren Fuldas als Vorsteher geschickt wurde. Nach Stationen in Werden und (Bad) Hersfeld wurde er im Jahre 1031 zum Erzbischof von Mainz ernannt – und somit zum Erzkanzler des Reichs und zum so genannten Königswähler (Elector, Kurfürst). In Mainz wirkte er über 20 Jahre hinweg als Hirte seines Bistums.

1036 weihte er den neu errichteten Mainzer Dom im Beisein des Kaisers Konrad II. 1043 salbte er Agnes von Poitou, die Gemahlin von Kaiser Heinrich III. Im Jahre 1049 war er Gastgeber einer großen Kirchensynode in Mainz in Anwesenheit von Papst Leo IX. und Kaiser Heinrich III., in der es u.a. um den Pflichtzölibat der Priester ging.

Bardo lebte in einer ihm ganz eigenen Bescheidenheit und Demut, die er über Jahrzehnte als Mönch in Fulda erlernt hatte. So begleitete ihn stets das kontemplative Mönchsleben auch noch als wichtigster deutscher Kirchenfürst und zweiter Mann im Staat. Ein weiterer Wesenszug war auch die Nächstenliebe. Bardo starb am 10. Juni 1051, über 70-jährig, auf der Rückreise von Paderborn, wo er gemeinsam mit dem Kaiserpaar das Pfingstfest feierte. Schon bald nach seinem Tode wurde er in den Bistümern Mainz, Fulda und Erfurt als Heiliger verehrt – auch wenn nie durch einen Heiligsprechnungsprozess offiziell kanonisiert wurde.

Oppershofen beging die diesjährige Feier zum Gedenken des heiligen Bardo mit einem feierlichen levitierten Hochamt, das Pfarrer Eduard Scheld zelebrierte. Ihm zur Seite standen die beiden Diakone Richard Graubert (Oppershofen) und Maximilian Eichler (Butzbach), der am 15. April in Mainz vom aktuellen Nachfolger des heiligen Bardo, Bischof Dr. Peter Kohlgraf, zum Diakon geweiht worden war.

Neuer Diakon hält Festpredigt

Eichler, der die Festpredigt zum Fest hielt, ging in seinen Ausführungen auf die drei Geschenke des Heiligen Bardo zu seiner Taufe ein: Von seinem Taufpaten erhielt er ein Lamm, einen Helm und einen Psalter, ein Buch mit allen Psalmen. Die drei Geschenke symbolisieren den Glauben, die Ausdauer und das Gebet. Diese Attribute verglich Eichler mit der heutigen Zeit, wie man mit Gebet und Ausdauer zum Glauben kommen und diesen verfestigen könne.

Die Schola von Oppershofen (Eveline Weinert, Kathjana Weckler, Nicole Weinert, Bardo Weinert und Stefan Ulowetz) umrahmte die Messe gemeinsam mit Kantor Alexander Fiolka und Organist Bardo Langsdorf. Der Blumenschmuck wurde von der Firma Raab-Rosen gestiftet, in der der Name »Bardo« bereits in dritter Generation vergeben wurde.

Für den Nachmittag lud Pfarrer Scheld die Gläubigen zur feierlichen Vesper ein, der Diakon Graubert vorstand und die von Eichler an der Orgel musikalisch begleitet wurde.

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