11. September 2018, 20:11 Uhr

Ein Klavier ist nicht genug

11. September 2018, 20:11 Uhr
Die Zwillinge Clara und Marie Becker sind in einer musikalischen Familie aufgewachsen und haben im Grundschulalter mit dem Klavierspielen begonnen. (Foto: pv)

Leicht scherzhaft könnte man das nächste Sinfoniekonzert auch überschreiben mit »Klavier, Klavier« ohne zu übertreiben. Die Kammerphilharmonie Bad Nauheim und der Förderverein sinfonische Musik laden zum nächsten Sinfoniekonzert für Sonntag, 16. September, um 16.30 Uhr in das Jugendstil-Theater ein. Die Orchesterbesetzung mit Streichern, Bläsern und Schlagwerk wird diesmal ergänzt durch zwei Flügel auf der Bühne, gespielt von den Solistinnen Clara und Marie Becker. Unter der bewährten Leitung von Uwe Krause spielt die Kammerphilharmonie Wolfgang Amadeus Mozarts »Konzert für zwei Klaviere und Orchester«, KV 365, Maurice Ravels »Pavane pour une infante défunte«, Francis Poulencs »Konzert für zwei Klaviere und Orchester« und Robert Schumanns »Sinfonie Nr. 4 op. 120«.

Viel zu selten zu hören

Viel zu selten sind Konzerte in dieser Besetzung im Konzertsaal zu hören, obwohl sie seit Johann Sebastian Bach durchaus eine gängige Besetzung waren. Johann Sebastian Bach war der erste, der Werke für 2 Klaviere und Orchester schrieb. Sein erstes Klavierdoppelkonzert in C-Dur, BWV 1061 wurde zunächst mit zwei Cembali gespielt, weil das Hammerklavier noch nicht erfunden war, und später auf zwei Klaviere übertragen. Es war zwar auch zuerst ohne Orchester konzipiert und wurde später durch eine Orchesterbegleitung ergänzt.

Nach Wolfgang Amadeus Mozart gab es dann immer wieder Komponisten, die für diese Besetzung, von der es angeblich über 400 Werke gibt, geschrieben haben. Bei Recherchen sind uns John Adam, Malcome Arnold, Bela Bartók, Max Bruch, Robert Casadesus, Carl Czerny, Sven Daigger, Jean Francaix, Bohuslav Martinu, Felix Mendessohn Bartholdy, Francis Poulenc, Camille Saint-Saens, Bernd Alois Zimmermann begegnet. Bekannt sind aber nur wenige Werke und gespielt werden nur sehr wenige. Darunter natürlich Mozart und Poulenc. Heute kommen immer mehr Werke von zeitgenössischen Komponisten wie Philip Glass oder Louis Andriessen, Ennio Morricone und Bryce Dessner etc. hinzu. Über die Gattung des Doppelklavierkonzerts mit Orchester gibt es so gut wie keine musikwissenschaftlichen Betrachtungen. Auffällig ist aber, dass diese Konzerte häufig von Zwillingen, wie unserem Konzert von Clara und Marie Becker, interpretiert werden.

»Mittlerweile gibt es neben Clara und Marie Becker einige bekannte Pianisten-Zwillinge, zu denen übrigens auch Jerome und Aaron Weis aus Bad Nauheim gehören.«

Weltweit unterwegs

Die Zwillinge Clara und Marie Becker wuchsen in einer musikalischen Familie auf und begannen im Grundschulalter mit dem Klavierspiel. Schon in frühester Kindheit wurden sie mit klassischer Musik vertraut gemacht und in musikalische Projekte einbezogen, wodurch sie verschiedene Stilrichtungen, Komponisten und Werke kennenlernten.

Bereits seit sechs Jahren legen sie den Fokus ihrer Ausbildung auf das Spiel als Klavierduo und widmen sich Literatur sowohl für ein als auch für zwei Klaviere. Ihr Repertoire umfasst Werke der Barockzeit bis hin zur zeitgenössischen Musik.

Ein Jahr nach Beginn der intensiven Arbeit als Duo wurden die Zwillinge Preisträger des »Karel-Kunc Duo Wettbewerbs« worauf 2015 die Auszeichnung mit einem Bundespreis des Wettbewerbs »Jugend musiziert« folgte.

Clara und Marie nehmen regelmäßig an Meisterkursen mit international anerkannten Pianisten teil. Zwei Jahre in Folge wurden sie Träger eines Stipendiums für »Tel Hai International Masterclasses«, wo sie mit Tami Kanazawa und Yuval Admony (Japan/Israel) arbeiteten.

Eintrittskarten gibt es in den Geschäftsstellen der Wetterauer Zeitung, in der Tourist-Information oder an der Abendkasse. Weitere Informationen zum Programm und zum Förderverein findet man unter www.sinfonie-badnauheim.de.

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