04. September 2018, 13:13 Uhr

Jung und frech

Ein Comic zur Oper

Eine Oper und ein Comic – passt das zusammen? Absolut, finden die Macher im Alten Hallenbad in Friedberg. Zur Oper »Medea« gibt es einen Comic, der extra für diese Produktion gezeichnet wird.
04. September 2018, 13:13 Uhr

Er soll Lust machen auf mehr, auf mehr Oper und mehr Klassik. Ein Comic, der auf ganz eigene Weise die Geschichte der »Medea« erzählt. Die Opernaufführungen im Alten Hallenbad in Friedberg wurden und werden initiiert und organisiert von der Bad Nauheimer Sopranistin Cornelia Haslbauer. Ihre Tochter Carla hat zusammen mit ihren Kollegen Samira Belorf und Raphael Kolly den Comic gezeichnet. Sie bilden zusammen das Schweizer Illustratoren-Team »Corner Collective«. Seit einem halben Jahr arbeitet das Team am Stoff des Comic, ein gemeinsamer Plot musste gefunden werden und die Figuren entwickelt werden. Gezeichnet wird seit zwei Monaten. Zur Premiere der Oper im Alten Hallenbad muss alles fertig sein, dann wird der Comic dort verkauft.

Zum sechsten Mal öffnen sich mittlerweile die Türen für die hauseigene Opernproduktion im ehemaligen Jugendstil Hallenbad, unterstützt durch die Kulturinitiative »KulturMut« der Aventis Foundation, dem »Mittelhessischen Kultursommer« und durch das Programm der »Interkulturellen Woche« des Wetteraukreises.

 

Schaurig und schön

 

Spannend, gruselig mit schaurig, schöner Musik soll Luigi Cherubinis Opera Comique »Medea« unter der Regie von Veronika Brendel und der musikalischen Leitung von Klaus D. Jung zu erleben sein. Seit April probt der Opernchor »Klangbad« seine anspruchsvolle Chorpartie mit dem Chorleiter Daniel Görlich, der in diesem Jahr auch erstmalig die Orchesterfassung für das zehnköpfige Kammerorchester geschrieben hat.

Das Sängerensemble ist wieder international und kommt aus Holland, Südafrika und Deutschland.

Einmalig ist die Entstehung eines eigenen Operncomics zu »Medea«, der von dem jungen Schweizer Illustratoren Team »Corner Collective« speziell für die »Oper aHa!« gezeichnet wird. Frech, witzig, aber auch anrührend soll das Drama der Medea bildhaft erzählt werden: »Der Comic soll eine andere Sichtweise auf das Drama um Medea liefern«, sagt Cornelia Haslbauer. Besonders jungen Menschen soll die Berührungsangst mit der Oper genommen werden, ergänzt sie. Das Zeichner-Team hat sich gemeinsam zusammengesetzt und den Comic konzipiert, jeder der Zeichner widmet sich einem Akt.

Die »Oper aHa!« nähert sich »Medea« in einer ganz eigenen Fassung. Gesungen wird, die von Maria Callas 1953 wiederbelebte italienische Übersetzung, die vom Zeitgenossen und Wegbegleiter Guiseppe Verdis, Luigi Arditi, verfasst wurde. Eine Erzählerin erlebt gemeinsam mit dem Publikum diese fesselnde und berührende Geschichte, sie kommentiert, erklärt und führt durch die Handlung.

Cherubini hat mit »Medea« ein Psychodrama geschaffen. Medeas bedingungslose Liebe zu Giasone verwandelt sich in tödliche Rache, nachdem er sie verlassen hat, um die Königstochter Glauce zu heiraten. Medea ist auf der Flucht, verstoßen, einsam und verzweifelt in ihrem vernichtenden Zorn, der am Ende ihre eigenen Kinder trifft.

 

Die Premiere der Oper findet am Freitag, 21. September, um 19.30 Uhr statt. Weitere Vorstellungen am 23. September, um 16 Uhr, am 28. September, um 19.30 Uhr und am 30. September, um 16 Uhr. Tickets unter www.aha-friedberg.info.

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