27. Juli 2018, 14:00 Uhr

Mein Lieblingsplatz

»Dornröschen-Oase« mit Überraschungen

Auf die Frage nach ihrem Lieblingsplatz braucht Patricia Kübel-Sorger nicht lange nach einer Antwort zu suchen: Es ist das älteste Haus von Rosbach in der Baidergasse 4 aus der Zeit um 1500. Hier wohnt sie zusammen mit ihrer Familie und zwei Hunden seit acht Jahren in einem historischen Ambiente, das es bisweilen an Überraschungen nicht fehlen lässt.
27. Juli 2018, 14:00 Uhr
Patricia Kübel-Sorger mit ihren Hunden "Wölkchen" und "Jule". (Foto: sky)

Jeder Bewohner hat in diesem Haus im Laufe der Jahrhunderte seine Spuren hinterlassen, und manche davon kommen erst nach sehr vielen Jahren wieder ans Tageslicht – wie etwa eine alte Zisterne vor der Scheune, die beim Anlegen eines Freisitzes per Zufall entdeckt wurde. »Hier komme ich mir vor wie Dornröschen in einer kleinen Oase mitten im Ort«, sagt sie schmunzelnd. Die rosa Kletterrosen, die übers Gartentor lugen, lassen dieses Gefühl nachvollziehen.

Berufliche Gründe haben sie an viele Wohnorte dieser Welt verschlagen – darunter auch nach Singapur und in die Schweiz. Doch schließlich blieb Hessen der Favorit. Auf der Suche nach einer neuen Bleibe waren es meist die alten Gebäude mit einer eigenen Geschichte, die im Fokus standen. Das Internet half, etwas Eigenes zu finden, aber es dauerte trotzdem mehr als ein Jahr, bis die Entscheidung für das romantische Anwesen fallen konnte.

Fachwerkhaus ist ein Hingucker

Das gelbe Fachwerkhaus mit dem grünen Hoftor ist ein Hingucker in der engen Straße, in der einst Weinhändler ihre edlen Tropfen in den Kellern lagerten. Üppige Kletterrosen lassen Vorbeigehende erahnen, dass jemand hier einen »grünen Daumen« haben muss. »Das ist mein Mann«, sagt Patricia Kübel-Sorger. Der von den Vorbesitzern mit Natursteinen gepflasterte Hof bietet in seinem Zentrum und rund herum Platz für eine außergewöhnliche Pflanzenvielfalt, und ist umgeben von einer großen Scheune und ehemaligen Stallungen.

Als Familie Kübel-Sorger einzog, gab es einen verwunschenen Innenhof mit Fischteich, und die Scheune war von Efeu überwuchert. Ein Kirschbaum in der Mitte des Hofes, der bis heute süße Früchte trägt, spendete Schatten und lud zum Verweilen unter seinem Blätterdach ein. »Wenn alle im Haus am Wochenende noch schlafen, setze ich mich frühmorgens gern mit einem Buch in den großen Korbsessel unter dem Baum und genieße die entspannte Atmosphäre um mich herum«, lässt der Hausherr wissen. Der Baum ist bis heute der prägende Mittelpunkt von Patricias Oase geblieben. »Er gibt meinem Rückzugsgebiet eine heimelige Atmosphäre, in der ich mich ganz privat fühlen kann.«

Teich wird zum Kräutergarten

Inzwischen ist der, erst vor nicht langer Zeit angelegte Teich einem Kräutergarten gewichen, in dem sich aber auch Stauden und andere Blühpflanzen ihr Revier erobert haben. Fingerhut und Phlox, Veronica und Mohn, Margeriten und Schafgarben haben sich dort eingenistet. Dazwischen behaupten sich Rhododendren und Magnolien, Christrosen und Karpatenglockenblumen. »Wir mussten uns von dem Teich trennen, denn unsere Hunde standen regelmäßig mit allen vier Beinen mitten im Wasser«, lacht die Hausbesitzerin. Und während die Hunde »Jule« und »Wölkchen« über das holperige, weil natürlich angelegte, Pflaster flitzen, nimmt ihr Frauchen mit einem Buch und einer Tasse Kaffee auf der Bank neben der Haustür Platz. »Wenn ich nach einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause komme, dann habe ich hier so etwas wie Heimatgefühl«, sagt sie. Hier könne sie Kräfte auftanken und den Duft der Rosenblüten genießen.

Kreuzigung Christi unter Putz

Der Hessische Denkmalsschutz hat das Haus, das möglicherweise einst als Burgmannensitz gebaut wurde, zum Kulturdenkmal erklärt. Nicht nur die erhaltene Geschlossenheit des »vierseitigen Ackerbürgergehöfts«, sondern auch Besonderheiten im Inneren des Hauses führten zu dieser Entscheidung: In einer Stube im Obergeschoss fand man zum Beispiel unter dem Putz ein Fresko der Kreuzigung Christi. Neigt das Jahr sich dem Ende zu, und verschwinden die Blätter an dem Kirschbaum, dann lässt sich Patricia Kübel-Sorgen gern auf der gemütlichen Couch in dieser Stube nieder. Sie ist ihr zweiter Lieblingsplatz.

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