21. August 2018, 20:22 Uhr

Digitalisierter Klosterbau

21. August 2018, 20:22 Uhr
Der Klosterbau ist für viele Besucher ein zweites Wohnzimmer. (Archivfoto: nic)

Fast dreimal so viele Kinder wie im Vorjahr haben sich bis Ende Juli einen Leseausweis im Bibliothekszentrum Klosterbau ausstellen lassen. Kein Wunder, denn der Service ist für Kinder neuerdings kostenlos. Die Jahresberichte von Stadtbücherei und Stadtarchiv, vorgestellt im Kulturausschuss, verdeutlichten auch, dass die Welt im Wandel ist und Technologien von gestern morgen schon überholt sind.

Bis Juli 2017 hatten sich 79 Kinder in der Stadtbücherei angemeldet, in diesem Jahr sind es bereits 231. Der Beschluss des Stadtparlaments, die Leseausweise für Kinder kostenlos abzugeben, zeigt Wirkung. Täglich kommen 338 Besucher in den Klosterbau, 2017 waren es insgesamt 82 000. 2621 Kunden haben mindestens ein Buch oder ein anderes Medium ausgeliehen, insgesamt gab es im vergangenen Jahr 514 Neuanmeldungen.

Nicht jeder Besucher verfüge über einen Bibliotheksausweis, sagte Bettina Semmerau, Leiterin der Stadtbibliothek, bei der Vorstellung des Berichts. Viele kämen, um zu stöbern, Zeitung zu lesen, einen Kaffee zu trinken oder um das kostenlose WLAN-Netz zu nutzen. Damit entwickelt sich der Klosterbau zu dem, was Semmerau »das Wohnzimmer der Stadt« nennt: Nicht nur Literaturzentrum, Veranstaltungsraum und Ort des Lernens, sondern auch ein nicht kommerzieller Treffpunkt für alle Altersgruppen.

Über 200 Meter Archivgut

Die Leseförderung ist dem Bibliotheksteam wichtig, das zeigen die vielen Veranstaltungen für Kinder; bei den Veranstaltungen für Erwachsene ragen die Sprechstunde der Deutschlehrer (50-mal) und der Pegasus-Spieletreff (22) hervor.

Die elektronischen Medien sind auf dem Vormarsch. In absehbarer Zeit wird es auch in Friedberg ein Selbstverbucher-System geben. Dafür gibt es einen Zuschuss vom Land Hessen über 15 500 Euro.

Lutz Schneider, Leiter des Stadtarchivs, beschäftigt sich derweil mit der »ständigen Datenmigration«: So wie mittelalterliche Urkunden schimmeln können oder durch Tinten- und Säurefraß angegriffen werden, sind auch CDs oder Floppy-Discs keine wirklich beständigen Datenträger. Wie lange kann man sie noch lesen? Wie lange gibt es die Geräte noch? »Original und Mikrofilm sind die beständigsten Medien«, sagte Schneider. Die Datenübertragung vom einen zum anderen Medium sei die Herausforderung des digitalen Zeitalters. Das Stadtarchiv bewahrt und sammelt nicht nur alte Urkunden, sondern kümmert sich auch um den kompletten Aktenbestand der Stadtverwaltung. E-Government, E-Akte und digitale Archivierung lauten hier die Stichworte der Zukunft.

In den drei Tiefmagazinen des Stadtarchivs im Klosterbau lagern über 2000 laufende Meter Archivgut. Auch dem Archivserver liegen über 25 000 digitalisierte Fotos – nur zwei von mehreren Kennzahlen, welche die Bedeutung des Stadtarchivs auch für die gesamte Region hervorheben. Über 100 größere schriftliche Anfragen müssen die beiden Mitarbeiter des Archivs – neben Schneider die Diplom-Bibliothekarin Walburga Glinka-Rack – im Jahr beantworten, im Lesesaal wurden zuletzt 350 Besucher gezählt.

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