16. Dezember 2018, 05:00 Uhr

Straßenmeisterei

Der Winter kann kommen

Für Sonntag sind Minusgrade angekündigt. Die einen freuen sich aufs Winterwunderland mit Spaziergängen durch den Schnee – für andere wiederum bedeutet das viel Arbeit.
16. Dezember 2018, 05:00 Uhr
Dirk Hofmann zeigt, wo das Salz-Sole-Gemisch herauskommt.

Auf dem Gelände der Straßenmeisterei in Friedberg steht eine riesige Halle, in der Streusalz gelagert wird. Orangefarbene Fahrzeuge warten davor. »Die Winterdienstzeit ist jetzt«, sagt Dirk Hofmann von Hessen Mobil. Er ist Chef der Straßenmeistereien in Friedberg und Nidda. Seit Mitte Oktober seien sie einsatzbereit. In den letzten Wochen ist sein Team regelmäßig nachts ab 2.30 Uhr auf Kontrollfahrt. Dabei werden gezielt Punkte angefahren und geschaut, ob es glatt ist. Im Büro sitzt währenddessen ein Kollege und beobachtet die Wetterlage. Werden glatte Stellen gefunden, informiert er die Kollegen, die Bereitschaft haben. Diese fahren dann die Gebiete ab und streuen.

»Unser Gebiet reicht bis nach Schotten in den Vogelsbergkreis und den Taunus. Gut 800 Kilometer, die wir in der Wetterau betreuen«, erklärt Hofmann. In diesem Gebiet sind sie für die Bund-, Land- und Kreisstraßen zuständig. 34 Beschäftigte arbeiten in Nidda und Friedberg im Winterdienst. Dazu kommen noch 27 Personen von Fremdfirmen. Der Winterdienstplan zum 1. November wird schon im Sommer aufgestellt. So weiß jeder, wann er Dienst hat – auch über die Feiertage. Die Frühschicht beginnt nachts um 2.30 Uhr. Ab 15.30 Uhr beginnt die Spätschicht. Zudem gibt es noch den regulären Tagdienst.

Die Straßenmeistereien müssen dafür sorgen, dass die Straßen zwischen 6 und 22 Uhr frei sind, erklärt Hofmann. »Bei starkem Schneefall sind wir durchgängig im Dienst.« Das seien aber Einzelfälle. Die Wetterlage kontrollieren die Mitarbeiter der Straßenmeisterei mit einem speziellen Programm des Wetterdienstes in Offenbach. Das Straßenwetter-Informationssystem, kurz Swis, zeigt die Wetterlage und die Daten von Glättemeldeanlagen. Für diese Anlagen liegen Sensoren in der Fahrbahn, die unter anderem die Temperatur der Straße messen, den Salzgehalt auf der Straße und die Lufttemperatur in vier Metern Höhe.

In der Wetterau lagern laut Hofmann gut 4200 Tonnen Salz. 1650 Tonnen sind es in Friedberg, 2350 in Nidda und 150 in Butzbach. Auf die Straße gestreut wird ein Salz-Sole-Gemisch. Dieses besteht zu 30 Prozent aus Sole und zu 70 Prozent aus Salz. »Durch die Sohle haftet es besser auf der Fahrbahn und die Tauwirkung wird besser«, erklärt Hofmann. Die Sohle werde erst ganz zum Schluss unter das Salz gemischt. Bei Reifglätte würden 20 Gramm des Gemischs pro Quadratmeter gestreut. »Das entspricht einem Teelöffel.« Bei Präventiveinsätzen, also wenn man davon ausgehen müsse, dass es glatt wird, seien es zwischen 10 und 15 Gramm pro Quadratmeter.

Von Rasern und Schleichern

Wenn die Straßenwärter streuen, fahren sie zwischen 35 und 50 Stundenkilometer. Zu langsam, wie einige finden. »Wenn die Straßenverhältnisse nicht gut aussehen, sind sie meistens froh, wenn sie hinter uns herfahren können«, erklärt Heiko Schwarzer. Es passiere aber auch, dass die Straßenwärter angepöbelt oder angehupt werden oder manch Waghalsige zu riskanten Überholmanövern ansetzen. Es gehe jedoch auch andersherum: »Ich hatte schon einen Schleicher vor mir, der bei schlechten Witterungsbedingungen mit 20 Kilometern pro Stunde gefahren ist. Der ist innerorts nicht mal rechts rangefahren und hat mich vorbeigelassen.«

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