04. September 2018, 19:13 Uhr

Chancen-Geber freuen sich

04. September 2018, 19:13 Uhr
Die InkA-Macher setzen auf Teamarbeit (v. l.): Rainer Gimbel, Jochen Rolle und Gabriele Garte. (Foto: lod)

Vor einem Jahr haben die Lebenshilfe Wetterau und die Behindertenhilfe Wetteraukreis mit der Inklusiven Arbeit Wetterau (InkA) einen unabhängigen Dienst zur betrieblichen Inklusion ins Leben gerufen. »Wir wollen, dass junge Menschen mit Behinderung auch am allgemeinen Arbeitsmarkt teilhaben können. Das ist unser Ziel«, erklärt InkA-Geschäftsführer Jochen Rolle in den Räumen der gemeinnützigen GmbH in der Bahnhofstraße 6, die barrierefrei zu erreichen sind.

»Wir sind mit dem ersten Jahr mehr als zufrieden«, zieht Rolle eine positives Zwischenfazit des Projekts, von dem die »Aktion Mensch« fünf Jahre lang 70 Prozent der Kosten übernimmt. Rolle ist Vater einer Tochter mit Down-Syndrom und Mitinitiator der Gesellschaft. Er teilt sich die Arbeit mit Sozialarbeiter Rainer Gimbel, der gelernten Betriebswirtin Gabriele Garte und Sandra Jost, die nach ihrer Elternzeit im Januar das Team komplettieren wird. »Wir sind ein gut funktionierendes Team innerhalb einer einzigen Planstelle mit viel ehrenamtlichem Engagement dazu«, sagt Gimbel.

Flyer auch in »leichter Sprache«

InkA sieht sich als eine Netzwerk- und Beratungsstelle rund um das Thema inklusive Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen, wobei der Schwerpunkt auf Menschen mit geistiger Behinderung oder Lernbehinderung liegt. »Wir beraten, unterstützen und begleiten junge Menschen mit Behinderung beim Übergang von Schule in den Beruf«, erläutert Rolle. Arbeitsschwerpunkt war zunächst jedoch der Aufbau eines Netzwerks.

Mehrmals waren die InkA-Mitarbeiter in den Reha-Abteilungen der Agentur für Arbeit oder im Karbener Berufsbildungswerk. Inzwischen bestehen gute Kontakte zu nahezu allen Wetterauer Förderschulen und zu den fünf regionalen Beratungs- und Förderzentren in der Wetterau, in denen die beratenden Förderschullehrer in den allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen zusammengefasst sind.

»Wir hatten weit über 100 Termine für den Netzwerkaufbau«, bilanziert Garte. Doch auch die konkrete Arbeit zeigt erste Früchte. Inzwischen werden immer mehr Gespräche mit Klienten und deren Erziehungsberechtigten oder Betreuern ebenso geführt wie mit Arbeitgebern.

So wurden bereits acht Schulpraktika, drei Hospitationen und eine Anschlussbeschäftigung vermittelt. Die Angebote der beruflichen Orientierung im Wetteraukreis, aber auch Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung von Klienten und Arbeitgebern wurden gründlich recherchiert.

Rolle: »Grundsätzlich wird unsere Arbeit begrüßt, wir erhalten viel positive Resonanz, weil wir den Übergang von Schule zum Beruf mitgestalten.« Allerdings gebe es bestehende Systeme und Abläufe, von denen die jeweiligen Organisationen überzeugt seien. »Wir wollen aufzeigen, dass es nicht nur einen Weg gibt, um Menschen mit Behinderungen Teilhabe an Arbeit zu ermöglichen«, stellt Rolle klar. »Erfolgreiche Teilhabe an Arbeit setzt eine Haltungsänderung voraus. Sich darauf einzulassen, kann eine Win-Win-Situation für Arbeitnehmer und Arbeitgeber sein. Erste Beratungsgespräche führen wir grundsätzlich zu zweit durch, damit wir uns anschließend austauschen können.«

Ein Flyer wurde erstellt, auf dem die Ziele und Dienstleistungen von InkA vorgestellt werden. Ihn gibt es in einer zweiten Ausgabe, geschrieben in »leichter Sprache« und somit verständlich für Menschen mit Behinderung.

Unterstützt wurde das Projekt bisher unter anderem durch eine Crowd-Funding-Aktion, den Rotary-Club Bad Nauheim-Friedberg, dem Förderverein Inklusion und von regionalen Unternehmen. »Wir freuen uns über jede Form der Unterstützung«, sagt Gimbel.

Der nächste Schritt für das InkA-Team ist es, Menschen mit Behinderung Möglichkeiten aufzuzeigen, sich als Alternative zu den bestehenden Wegen direkt auf dem Arbeitsmarkt zu bewerben.

Interessierte können sich mit Jochen Rolle und dessen Mitarbeiter per E-Mail an info@inka-wetterau.de oder unter Tel. 06032/9356868 in Verbindung setzen. Informationen rund um InkA Wetterau findet man unter www.inka-wetterau.de.

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