21. November 2018, 19:06 Uhr

Brücken in die Wetterau

21. November 2018, 19:06 Uhr

Kunstsammlungen spiegeln meistens etwas von der Persönlichkeit des Sammlers oder der Sammlerin wider. In diesem Sinne stellt das Wetterau-Museum nun die in Berlin beheimatete Privatsammlung von Dr. Ina-Maria Reuß mit Kunst des 20. Jahrhunderts vor. Eröffnet wurde die Ausstellung »Leidenschaft für Kunst«, veranstaltet vom Magistrat der Stadt am vergangenen Donnerstag – mit großer Resonanz. Bis zum 13. Januar bietet sich die Gelegenheit, die Privatsammlung mit Werken von Marcus Behmer, Hans Böttcher, Karl Hofer, Horst Strempel, Knud Knudsen und weiteren Künstlern in den Sonderausstellungsräumen zu betrachten.

Eng mit Friedberg verbunden

Viele gute Gründe sprachen dafür, die facettenreiche Kunstsammlung von Dr. Ina-Maria Reuß erstmals in Friedberg zu präsentieren. Zu einem errichtete die Sammlerin 2015 als Treuhandstiftung in der Verwaltung der Stadt Friedberg die Dr.-Reuß-Stiftung, deren Zweck die Förderung kulturwissenschaftlicher Forschungen in Friedberg ist. Die Stifterin Dr. Ina-Maria Reuß, die in Berlin geboren wurde und bis heute dort lebt, ist durch ihre Vorfahren eng mit Friedberg verbunden. Bereits 1995 übergab Reuß dem Wetterau-Museum Dokumente und Gegenstände aus dem Nachlass ihres 1889 in Friedberg geborenen und aufgewachsenen Vaters Dr. med. Heinrich Reuß. Der Name Reuß lässt sich bis ins Jahr 1630 der Friedberger Geschichte zurückverfolgen.

Die Kunstsammlung strahle aber auch viel über die Persönlichkeit der Stifterin aus, wie Museumsleiter Johannes Kögler erklärt. Diese Persönlichkeit möchte er auch gerne den Friedbergern näher vorstellen. Aufmerksam wurde Kögler auf die Sammlung während seiner Arbeitstreffen in Berlin, die ihn auch in die Wohnung der Stifterin führten. Bereits 2015 entwickelte sich die Idee, die Sammlung, die gleich acht Werke des Künstlers Hans Böttcher enthält, in Friedberg zu zeigen. Ina-Maria Reuß lernte den Künstler Böttcher noch persönlich kennen, erwarb seine Werke direkt in seiner Wohnung. Der Künstler Marcus Behmer hingegen ist mit Illustrationen, mit dem Buch »Von dem Fischer un syner Frau« (Erstausgabe 1920) in der Ausstellung vertreten. »Im Verlauf des Ersten Weltkrieges war Behmer Adjutant von Dr. Heinrich Reuß, der ihm auch Freiraum zur künstlerischen Arbeit ließ«, wie Johannes Kögler erklärt.

Persönlich habe Dr. Ina-Maria Reuß den Künstler nie kennengelernt, seine Porträtbüste erwarb sie auf interessantem Wege in einem Künstlerlokal. Auch zwei Werke von Karl Hofer, dem Maler des Expressionismus bzw. expressiven Realismus, sind Teil der Sammlung. Er zählt mit Abstand zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts, Reuß erwarb zwei seiner Werke bei einer Kunstauktion in Berlin.

Durch den Künstler Knud Knudsen wird eine weitere Brücke in die Wetterau geschlagen. Der in Berlin geborene deutsche Bildhauer zog 1949 nach Bad Nauheim, wo er fortan wirkte und arbeite. Weitere Künstler, darunter auch drei aus Polen, ergänzen die vielseitige Ausstellung. In den Sonderausstellungsräumen soll der Blick auch weiterhin verstärkt auf die Kunst gerichtet werden. So sind bereits zwei weitere Ausstellungen in Planung, für das Jahr 2019 und 2020.

Geöffnet hat das Wetterau-Museum in Friedberg dienstags bis freitags von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr, sowie samstags von 10 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr. An Sonn- und Feiertagen öffnet das Museum von 10 bis 17 Uhr. Am 24. und 25. Dezember sowie am 31. Dezember und am 1. Januar bleibt das Museum geschlossen.

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