12. September 2018, 17:00 Uhr

Bad Nauheim Süd

Bauträger kommt am Ortseingang von Bad Nauheim nicht zum Zug

Entgegen der Absicht des Magistrats kommt im Baugebiet Bad Nauheim Süd am Ortseingang aus Richtung Ockstadt kein Bauträger zum Zug. Die Grundstücke gehen an private Bauherren.
12. September 2018, 17:00 Uhr
Am Ortseingang aus Richtung Ockstadt kommt kein Bauträger zum Zug. Die Grundstücke gehen an private Bauherren.

Wenn die Stadt Grundstücke verkauft, geht es um Einnahmen, aber auch um die Gestaltung der Gebäude, die entstehen. Immer mal wieder kommt es deshalb zu Auseinandersetzungen zwischen Verwaltung und Stadtverordneten, so auch im Fall vom Bad Nauheim Süd.

Kürzlich hatte der Magistrat dem Haupt- und Finanzausschuss eine Vorlage zum Verkauf von zwölf Grundstücken an der Friedberger und Homburger Straße vorgelegt, elf gingen an private Bauträger, die Mehrfamilienhäuser mit bis zu vier Etagen errichten. Nur die SPD sagte Nein, weil sie die Ausnutzung der Flächen im Neubaugebiet generell für zu gering hält – mehr Wohnraum hätte entstehen können.

 

Magistrat wollte einheitliche Gestaltung

Bezüglich des zwölften Grundstücks forderte dagegen die große Mehrheit des Ausschusses eine Vertagung. Grund: Im Bebauungsplanentwurf war diese Parzelle ursprünglich für dreigeschossige Kettenhäuser vorgesehen, im Laufe des Verfahrens waren daraus aber vier Einfamilienhäuser geworden. Das war vielen Stadtverordneten entgangen.

Zweites Problem: Das große Grundstück sollte gleichwohl an einen Bad Nauheimer Investor veräußert werden, der darauf vier gleich aussehende Häuser bauen sollte. Bürgermeister Klaus Kreß favorisierte diese Vorgehensweise, weil es sich um den künftigen Ortseingang von Bad Nauheim aus Richtung Ockstadt handelt. Eine einheitliche Gestaltung biete sich an, um ein attraktives Erscheinungsbild zu erhalten.

 

Genügend Interessenten

Wie Gespräche mit den Fraktionen nach der Verschiebung der Verkaufsentscheidung ergaben, wollte die Ausschuss-Mehrheit der Linie des Bürgermeisters nicht folgen. »CDU und UWG sind für einen Verkauf an Privatpersonen, somit kann die Verwaltung ihre Pläne nicht durchsetzen«, sagt Kreß.

Deshalb wurde der Verkauf des Grundstücks, das künftig unter der Anschrift Dachspfad 1 zu finden sein sollte, auf Anregung des Rathauschefs von der Tagesordnung der jüngsten Finanzausschuss-Sitzung gestrichen. Das eine große Grundstück dürfte jetzt in vier kleinere unterteilt werden. »Es bleibt beim Verkaufspreis von 420 Euro pro Quadratmeter. Interessenten, die Einfamilienhäuser bauen wollen, gibt es genug«, erläutert Kreß.

 

Verzicht auf Schadenersatzforderung

Den Käufern gegenüber könne die Verwaltung nur Wünsche bezüglich der Gestaltung ihrer Gebäude äußern. Letztlich seien aber die Bestimmungen des B-Plans ausschlaggebend, ein einheitliches Erscheinungsbild werde wohl nicht entstehen. Auch mit dem Bauträger aus Bad Nauheim, der jetzt nicht zum Zug kommt, hatte Kreß im Vorfeld der Sitzung gesprochen. Die Firma hätte vermutlich Schadensersatz anmelden können, werde darauf aber verzichten.

Das Angebot des Investors, mehr als 420 Euro pro Quadratmeter zu zahlen, konnte Kreß nicht akzeptieren. »Der beschlossene Verkaufspreis gilt für alle Einfamilienhäuser-Grundstücke in städtischem Besitz.« Nur private Eigentümer können deutlich mehr verlangen.

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