07. Februar 2018, 18:32 Uhr

28-Millionen-Investition

Bad Nauheimer Lioba-Schule wird über Jahre zur Großbaustelle

Ein Mammutprojekt: Das Bistum Mainz investiert fast 28 Millionen Euro in die Sanierung und einen Neubau an der St.-Lioba-Schule in Bad Nauheim. Die Bauzeit wird vier bis fünf Jahre betragen.
07. Februar 2018, 18:32 Uhr
Ein Sammelsurium von Architekturstilen zeigt sich an der St.-Lioba-Schule. Der langgezogene einstöckige E-Bau (vorne, r.) wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.

An der St.-Lioba-Schule, die vom Bistum Mainz getragen wird, läuft seit Jahren eine Debatte über die Zukunftperspektiven. Die Rückkehr zu G 9 und ein Sanierungsstau machen erhebliche Investitionen unumgänglich. »Wenn der Wind weht und es stark regnet, tropft in manchen Räumen Wasser durchs Dachfenster«, beschreibt Direktor Bernhard Marohn die Situation. Vor Jahren wurde in der Schulgemeinde heftig über einen Neubau auf dem Stoll-Gelände an der Schwalheimer Straße diskutiert.

Ex-Bürgermeister Armin Häuser wollte dem Gymnasium das Areal überlassen. »Damals ist viel Unruhe in der Elternschaft entstanden, die am traditionellen Standort in der Innenstadt hängt, auch aufgrund der guten Verkehrsanbindung und der Nähe zum Bahnhof«, blickt Marohn zurück. Deshalb ist kürzlich die Entscheidung für eine Komplettrenovierung des Gebäudetrakts an der Ecke Eleonorenring/Zanderstraße gefallen. Das Bistum stellt etwa 28 Millionen Euro bereit – nach Angaben von Thomas Jacob (Bischöfliches Ordinariat) das größte Investitionsprojekt im Bistum Mainz in den nächsten vier Jahren.

 

Zusätzliche Klassenräume

Die Architekten Michael Peters und Alfred Möller (Büro Möller Bad Nauheim) setzen die Bauzeit auf vier bis fünf Jahre an. Die größte Herausforderung: Der Unterricht läuft weiter, während gehämmert, gebohrt und gefräst wird. Nach Angaben von Möller wird in den kommenden Sommerferien der »E-Bau«, ein langgezogenes einstöckiges Gebäude entlang des Eleonorenrings abgerissen.

An dieser Stelle entsteht im Jahr darauf ein dreigeschossiger Neubau, der Raum für 14 neue Klassenzimmer bietet. Der Mehrbedarf ist laut Marohn auf die Rückkehr zur neunjährigen Gymnasialzeit (G 9) zurückzuführen. Derzeit werden in der Lioba-Schule 960 Schüler unterrichtet, im Schuljahr 2022/23 werden es 120 mehr sein.

 

Provisorische Mensa

Wie Architekt Peters erläutert, werden die übrigen vier Gebäude der 1929 gegründeten katholischen Schule allesamt saniert und teilweise umgebaut. Dämmung, Brandschutztechnik, Heizung, Lüftung, Sanitäranlagen, Elektrik – alles wird erneuert. In Sachen Informationstechnologie wird das Gymnasium ebenfalls auf den neuesten Stand gebracht, durch Glasfaserleitung und WLAN-Zugang.

Mit der Rundumsanierung einhergehen wird eine Neuorganisation: Bibliotheken und Fachräume werden ebenso umziehen wie die Verwaltung, die im 1890 einst als Kloster errichteten Altbau an der Zanderstraße konzentriert wird. Zudem erhält das Gymnasium eine »provisorische Mensa«, wie es Peters ausdrückt. Provisorisch deshalb, weil aus Platzgründen auf eine eigene Küche verzichtet werden muss.

 

Ziel: 5 Millionen Spenden

Das Lehrerkollegium und alle anderen Beteiligten stehen vor einer Mammutaufgabe, was die Organisation angeht. Wenn der dreigeschossige Neubau steht, soll er als Ausweichquartier für jene Klassen dienen, deren Zimmer gerade renoviert werden. Nach Aussage von Architekt Möller sind gewisse Beeinträchtigungen des Schulalltags nicht zu vermeiden. Er verspricht aber ein möglichst »geräuschloses und problemloses Arbeiten«.

Präsentieren die Planung: Michael Peters, Bernhard Marohn, Alfred Möller, Thomas Jacobs.
Präsentieren die Planung: Michael Peters, Bernhard Marohn, Alfred Möller, Thomas Jacobs.

Zurück zu den Hamburger Verhältnissen. Das dortige Erzbistum möchte aufgrund von finanziellen Engpässen fünf Schulen aufgeben. Auch das Bistum Mainz ist finanziell nicht auf Rosen gebettet. Direktor Marohn hat deshalb das ehrgeizige Ziel ausgegeben, 5 Millionen Euro an Spenden einzutreiben. Dabei will er sich auch der Hilfe von Fundraising-Experten bedienen.

 

Anbau derzeit nicht realisierbar

»Bei dem Projekt handelt es sich nicht um eine Luxussanierung, sondern eine grundlegende Instandsetzung«, betont Marohn. Derzeit nicht zu realisieren seien die seit geraumer Zeit diskutierten Pläne für einen Anbau in nördlicher Richtung. Dort könnte sich der Direktor eine Mensa mit Küche und ein Lernzentrum mit modernen IT-Arbeitsplätzen vorstellen. Keine Lösung gibt es derzeit auch für die unbefriedigende Sporthallen-Situation.

Die Schulgemeinde sei froh, das Gymnasium am traditionellen Standort halten zu können, sagt Elternbeiratsvorsitzender Achim Laube. Das Bistum schaffe mit seiner Entscheidung eine gute Basis für die Weiterentwicklung der Schule und den Erhalt ihrer Wettbewerbsfähigkeit.

 

Infokasten

Tag der offenen Tür

Zu einem Tag der offenen Tür lädt die St.-Lioba-Schule für Samstag, 10. Februar, von 9 bis 13 Uhr ein. Das katholische Gymnasium stellt sein umfangreiches Bildungsangebot vor. Erwartet werden rund 500 Eltern, die in Kürze entscheiden müssen, welche weiterführende Schule ihre Kinder besuchen sollen. Etwa 20 Schüler werden die Gäste durch die Gebäude führen. In Gesprächen mit Lehrern und der Schulleitung wird auch das umfangreiche Sanierungs- und Neubauprogramm eine Rolle spielen. Zwischen dem 14. und 16. Februar werden Gespräche mit interessierten Familien geführt, um die Kinder näher kennenzulernen. Bis spätestens 2. März werden die Eltern Zu- oder Absagen erhalten. (bk)

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