28. August 2018, 14:00 Uhr

Neue Kritik

BI fragt Rewe: Woher soll das Wasser kommen?

Woher kommt das Wasser, wohin geht das Abwasser? Diese Fragen stellt die BI »Bürger für Boden« nun in einer Pressemitteilung im Bezug auf das geplante Rewe-Logistikzentrum.
28. August 2018, 14:00 Uhr
Die BI »Bürger für Boden« befürchtet, dass in den Waschbach, der vor Echzell in die Horloff mündet, wegen des Rewe-Logistikzentrums enorme Wassermengen fließen werden. Rewe widerspricht. (Foto: pm)

Die Fragen werden gleich selbst beantwortet. Allerdings kommt die BI zu einem anderen Ergebnis als Verantwortliche des Lebensmittelkonzerns.

Fakten gibt es viele. Zum Beispiel, dass ein Teil der Bodenqualität auf der Rewe-Fläche sehr gut ist. Das wissen die, die sich in der BI gegen das Logistikzentrum engagieren, das wissen die Rewe-Verantwortlichen. Nur ist der Umgang mit diesen Fakten grundverschieden. Während die BI stets den Aspekt betont, es werde auf »beste Böden« gebaut, wird von Rewe-Seite immer wieder betont: Nur ein Teil der zu bebauenden Fläche liege auf diesen Böden – denn 35 Prozent der Fläche sei früher für den Bergbau genutzt worden und zeichne sich nicht durch besondere Qualität aus.

Wohin mit dem Abwasser?

Nun veröffentlicht die BI in einer Pressemitteilungen Daten zum Wasserverbrauch des Rewe-Logistikzentrums. Es heißt: »Das gigantische Logistikzentrum hat, vorrangig zur Kühlung, einen enormen Trinkwasserverbrauch. Mit 40 Kubikmeter pro Stunde, somit ca. 350 000 Kubikmeter im Jahr, entspricht das dem Bedarf eines Ortes mit 8000 Einwohnern. Noch ist unklar, woher diese Wassermenge kommen soll.«

Hans-Martin Obermann von Rewe widerspricht: »Der Verbrauch beträgt, nach heutigem Planungsstand, weniger als 10 Prozent der von der BI angegebenen Menge.« Die mittlere Tagesleistung für den Trinkwasserverbrauch sei aktuell mit 3,5 Kubikmeter pro Stunde berechnet. Und: »Wir beschäftigen uns zur weiteren Reduktion ganz konkret mit Maßnahmen, die den Trinkwasserverbrauch reduzieren, und planen zum Beispiel das Rückhaltebecken für das Niederschlagswasser zu vergrößern und über ein gesondertes Leitungsnetz teilweise als Brauchwasser für Reinigung, Toilettenanlagen etc. zu nutzen.«

Anderes Thema: Abwasser. Die BI kommt zu dem Ergebnis, dass durch die Versiegelung der Fläche für den Bau des Logistikzentrums Versickerung von Regenwasser verhindert wird – das mache die Entsorgung von großen Mengen Oberflächenwasser notwendig, also solches, das zurzeit noch im Ackerboden versickert, später aber wegen der Bebauung nicht mehr in den Boden fließen kann. Die BI schreibt: Eine Versiegelung von rund 25 Hektar Fläche mache die Entsorgung großer Mengen von Oberflächenwasser notwendig. »Die enorme Wasserspeicherfähigkeit des Lössbodens von 300 Liter pro Kubikmeter verschwindet unter Beton und Asphalt.«

In der Abwasserentsorgung, heißt es weiter, seien Trennsysteme der Standard. So solle es auch im Falle des Logistikzentrums sein. »Das Rewe-Schmutzwasser soll über die Kanalisation zur Kläranlage in Utphe geleitet werden, nicht verschmutztes Oberflächenwasser direkt in die Flusssysteme. Das Oberflächenwasser soll vom vorgesehenen Areal in den Waschbach zwischen Berstadt und Echzell gelangen. Der Waschbach mündet vor Echzell in die Horloff.« Anette Breit sagt für die BI: »Noch ist unklar, wie die Abwasserentsorgung konkret aussehen soll.« Und: »Durch den hohen Wasserbezug einerseits und den enormen Grad an Flächenversiegelung andererseits ist das Aufkommen an Schmutz- bzw. Abwasser und Oberflächenwasser hoch. Was passiert im Fall der sich häufenden Starkregenereignisse? Am letzten Maisonntag dieses Jahres entlud sich ganz in der Nähe über Bellersheim und Obbornhofen eine Gewitterzelle. Nach unseren Berechnungen käme dann allein vom Rewe-Gelände über den Waschbach die vielfache Wassermenge dessen auf die Horloff zu, was sie bei ihrem mittleren Abfluss führt. Wir fragen uns, welche Folgen das hat.«

Dazu entgegnet Obermann: »Das Schmutzwasser soll in die Kläranlage eingeleitet werden. Sämtliches Niederschlagswasser wird über ein Rückhaltebecken zurückgehalten und nur in der maximal möglichen Menge dosiert abgeleitet.« Es werde zudem in einer Niederschlagswasserbehandlungsanlage gereinigt. »Das heißt im Ergebnis, weder erhöht sich quantitativ der Abfluss im Waschbach noch verschlechtert sich durch die Einleitung qualitativ die Wasserqualität.«

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