23. August 2018, 20:31 Uhr

Aufruhr im Gemüsebeet

23. August 2018, 20:31 Uhr
Mitten im Gemüsebeet treffen sich alle Verantwortlichen des Projekts. Bald schon soll es im Klassenraum Hochbeete geben. (Foto: Mona Wenisch)

Hinter dem Gebäude der Karl-Weigand-Schule (KWS) versteckt sich ein kleiner Garten. Von außen nicht zu erkennen, zeigt sich hier, was Schule bewirken kann, wenn die richtigen Menschen zusammenarbeiten. Angefangen hat alles vor über einem Jahr. Gemeinsam mit der »Ackerdemia« wurde für den Gemüsegarten der Schule ein umfangreiches Konzept erarbeitet und in den Sommerferien als Kurzprojekt umgesetzt. Schnell fanden sich in Christian Sacks und Matthias Bauer auch engagierte Lehrer, die Lust auf ein neues Projekt hatten.

Dieses Jahr nun wird der Gemüsegarten ganzjährig von Schülern und Lehrern betreut. »Ackerdemia« kommt dafür für drei Pflanzungen vorbei, stellt die Lehrmaterialien und Unterlagen für die Lehrer. Diese kümmern sich gemeinsam mit den Schülern um die Gemüsebeete. Dabei geht es nicht nur darum, Gemüse zu pflanzen und zu ernten. Der Schulgarten ist ein ganzjähriges Projekt: Im Frühjahr und Sommer lernen die Kinder, was wann gesät werden kann, welche Pflanzen sich nebeneinander wohlfühlen und wie man das Gemüse großzieht.

Kochen und verkaufen

Das geerntete Gemüse wird im Wahlpflichtunterricht Kochen verarbeitet, von den Schülern mitgenommen oder spontan im Lehrerzimmer verkauft. Die Schülerinnen und Schüler lernen außerdem was es heißt, nachhaltig zu leben und zu kochen, welche Bedeutung Gemüse für den Menschen hat und auch Lebensmittel wertzuschätzen. »Diese Wertschätzung nehmen die Kinder mit nach Hause«, sagte Rochsane Mentes, Vorsitzende der Förderkreises der KWS.

Außerdem seien sie stolz, auf die selbst angebauten Lebensmittel: »Dann probiert man schon mal etwas mehr, was man vorher nicht gegessen hat, weil man weiß ja, wo es herkommt«, erklärt Klara. Gemeinsam mit anderen Schülerinnen und Schülern des Wahlpflichtunterrichts hat sie den Garten letztes Jahr gepflegt. Dieses Jahr gibt es eine neue 7. »Gartenklasse«, die von Dritt- und Viertklässlern des Neigungskurses unterstützt wird und als besonderes Highlight wird es ab September in der Klasse 4c Hochbeete im Klassenraum geben. »Am Anfang haben mir die Sommerferien Sorgen bereitet«, berichtete Bauer. »Aber wir haben Ackerpatenschaften vergeben, sodass jede Woche jemand hier war. Das war super.« So lernten die Kinder auch, wie viel Arbeit in ihrem Essen steckt. »Solche Zusammenhänge versteht man nicht an einem Tag. Deshalb bieten wir diese Rundumbetreuung an«, erklärte Jan Hindrichs von »Ackerdemia«.. Das Ziel sei, die Schulen in Zukunft dazu zu befähigen, solche Projekte in Eigenverantwortung umzusetzen.

Der Verein betreut die Schulen zunächst auch personell und mit Lehrmaterialien, finanziert aber auch durch Fundraising und lokale Partner etwa die Hälfte des Budgets für den Gemüsegarten. An der Karl-Weigand-Schule übernimmt der Förderkreis der Schule die andere Hälfte. »Darüber freuen wir uns wirklich sehr«, sagte Schulleiterin Franziska Burkhard. »Das ermöglicht uns, den Weg zu einer gesunden Schule weiterzugehen und solchen Projekten eine echte Chance zu geben«.

Das freute auch das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser besuchte den Schulgarten kurz nach der letzten Pflanzung und war begeistert von dem Engagement der Kinder. Die beantworteten fleißig alle Fragen und präsentierten stolz ihren Garten. Und so steht einem weiteren erfolgreichen Jahr mit Kürbissen, Zucchini, Fenchel und Spinat nichts im Wege.

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