31. Juli 2017, 20:18 Uhr

Als Salz noch wertvoll war

31. Juli 2017, 20:18 Uhr
Sehen, anfassen, staunen: Martin Heider demonstriert die Kunst des Feuerschlagens. (Foto: im)

Während die bunten Wimpel im Wind des Sommerabends wehen und sich viele Familien mit kleinen Kindern zufrieden auf den Nachhauseweg begeben, zieht Lars Corsmeyer von der »Keltenwelt am Glauberg« ein positives Fazit der letzten beiden Tage: »Das Museumsfest am Wochenende war wieder ein voller Erfolg mit zahlreichen Besuchern, darunter viele Kinder und Jugendliche, aber auch historisch und handwerklich interessierte Erwachsene, die sich angesichts von zwölf Stationen eine ganze Weile im Museumsgarten aufhielten.«

Archäologen und Achotäotechniker sowie museumspädagogische Kräfte aus dem Team der Keltenwelt trugen zum Gelingen der Veranstaltung bei. Das Sommerfest biete Gelegenheit, Einblick in Fragen und Ergebnisse der Experimentellen Archäologie zu gewinnen, betont Corsmeyer. Wer den Zug der Familien zurück zu den Parkplätzen beobachtet, nimmt wahr, dass die jüngsten Besucher stolz selbst geformte Tongefäße und Schmuckstücke, noch feuchte, eben in Pflanzenfarben eingetauchte bunte Tücher vor sich hertragen oder mit Appetit ein Stück selbst gebackenes Fladenbrot verzehren.

Wie mühsam war es einst, das Getreide zu Mehl zu mahlen und auf dem heißen Stein zu Fladen zu backen? Wie kostbar war Salz, und wo konnte man es gewinnen? Wie wichtig war Feuer, und stimmt es, dass man die Glut über weite Strecken transportieren konnte? All diese Themen berührte das Fest und verdeutlichte den Gästen, dass viele Annehmlichkeiten früher unvorstellbar waren oder Tag für Tag hart erkämpft werden mussten.

Wie Glut von A nach B kommt

Wer einmal, wie die Kinder unter Anleitung von Christel Tabbert, Viola Leonhardt und Thomas Lessig-Weller vom Team der Keltenwelt, das Korn mit einem steinernen Mörser zu Mehl gestoßen, dem Teig eine winzige Prise Salz beigegeben (Annette Miksch) und dann ein Stück frisches Fladenbrot verzehrt hat, wird vielleicht weniger selbstverständlich zu abgepacktem Brot im Supermarkt greifen. Martin Heider demonstrierte die Kunst des Feuerschlagens mittels Feuerstein und Zunderpilz sowie den Transport von Glut in einem mit Zweigen und feuchten Blättern ausgestatteteten Birkenholzbehälter. Bei den Archäotechnikern Frank Tromm und Stephan Holdermann (Bronzeguss), Johannes Brenner (Wipp-Drechsler), Stephan Lück (Schmied), Stephan Medschinski (Töpferei), Elke Sichert (Metallarbeiten) und Henriette Fleck (Stofffärberei) konnte man den hohen Entwicklungsstand jungsteinzeitlichen Handwerks mit einfachen, aber erfindungsreichen Mitteln beobachten und ausprobieren, bei Uli Wald den prähistorischen Bumerang- oder Speerwurf üben, bei Natur- und Kulturführerin Barbara Georg-Norgall die Zuordnung zwischen Tierskelett und Tierfell in Form eines Quiz üben. Kein Wunder, dass Corsmeyer die lange Verweildauer der Besucher hervorhebt: Es gab viel zu tun, zu sehen und zu erleben.

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