Anlässlich des 1200-jährigen Ortsjubiläums wurde zwischen der Kerb und dem Gottfriedsfest in dieser Woche eine Gottfriedswoche gefeiert. Seit Montag findet an jedem Abend eine Messfeier mit Texten zum Leben des Heiligen Gottfried, des Gründers der Klöster in Ilbenstadt, statt.

Am Montag sprach der Pfarrer im Ruhestand, Norbert Bewerunge, im Gottfriedssaal des Hauses Sankt Gottfried über »Neue Erkenntnisse zum Klostergründer Gottfried«. Bewerunge stellte unter anderem die Urkunde vor, in der Ilbenstadt erstmals erwähnt wird. Er sprach sich gegen die alte Theorie aus, die Klostergründungen seien von der Familie unterstützt worden. Baugeschichtliche Details bildeten einen Schwerpunkt.

Am Dienstag, dem Tag des Heiligen Augustinus, erläuterte Pfarrer Bernd Richardt »Die Ordensregel des Heiligen Augustinus als Grundlage für das Leben des Heiligen Gottfried«. Eine Statue des Heiligen Augustinus steht auf einer der Säulen des Hochaltars der Basilika, weil die Prämonstratenser die Augustiner-Regel angenommen haben.

Richardt hob als Ideale Liebe und Gemeinschaft, Gebet und Gemeinschaft, Die Sorge für das leibliche Wohl der Mitglieder, Die Verantwortung füreinander, Der Erweis von Diensten untereinander, Die Beilegung von Konflikten aus dem Geist der Liebe sowie Die Amtsführung und gehorsames Dienen aus dem Geist der Liebe hervor.

Zur Zeit des Augustinus sei das Mönchstum noch im Entstehen gewesen. Nur wenige Bibelstellen würden in der Regel verwendet. Die Klöster vermittelten den Gegensatz zwischen armen und reichen Brüdern, indem sie eine Mittelschicht entstehen ließen. Die Spiritualität nehme in der Regel nur wenig Raum ein.

Heute Abend spricht Reinhard Schwarz ab 20 Uhr im Gottfriedssaal über »Die Rückführung der Gottfriedsreliquien im Jahr 1911«. Die Reliquien des Patrons der Wetterau wurden nach seinem Tod in Ilbenstadt beigesetzt. Seine Schädelschale, die in älteren Darstellungen als Haupt bezeichnet wird, wurde 1806 nach der Aufhebung seines Klosters vom letzten Ilbenstädter Abt, Kaspar Lauer, ins Kloster Strahov in Prag gerettet. Sie wurde dort 105 Jahre lang aufbewahrt und am 2. September 1911 nach Ilbenstadt zurückgebracht.

Markstein der Ortsgeschichte

Über diese Geschichte informiert Pfarrer Heinrich Kissels »Chronik von Ilbenstadt«. Ausführlich dokumentiert er den Einzug des Mainzer Bischofs Georg Heinrich Kirstein und die Feierlichkeiten an den folgenden Tagen. Der Abt von Strahov, wo sich Gottfrieds Haupt von 1806 an befand, reiste über Würzburg und Frankfurt an. Eine Reiterschar geleitete die Besucher von Nieder-Wöllstadt nach Ilbenstadt. Am Dorfeingang hatten sich 4000 Katholiken aus der Wetterau aufgestellt. Kissel bezeichnet den Tag als »Markstein in der Ortsgeschichte für alle Zeiten«. Etwa 10 000 Pilger sollen damals nach Ilbenstadt gekommen sein. Höhepunkt des Festes war die »sakramentalische Prozession« mit dem Haupt Gottfrieds und dem Allerheiligsten. (Foto: udo)

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