29. Juni 2018, 21:13 Uhr

Alles hat seine Zeit

29. Juni 2018, 21:13 Uhr
Der ökumenische Arbeitskreis mit (kleines Foto) Organistin Cilli Damm. (Foto: pv)

Wenn heute das Pfarrfest steigt (siehe Ankündigung auf dieser Seite), wird der ökumenische Arbeitskreis keine Cocktails beisteuern. Nach 33 Jahren streichen die Ehrenamtler die Segel. »Wir werden nicht jünger«, sagen sie.

Die Plakate fürs 25. ökumenische Frauenfrühstück am 29. September waren fast schon gedruckt. Daraus wird nichts mehr: Der ökumenische Arbeitskreis hat sich aufgelöst. Schweren Herzens zwar, aber dankbar für die zurückliegenden 33 Jahre und jeden Weggefährten. Wenn die zwölf Damen zurückblicken, die dem aktiven Kreis bis zuletzt angehörten, fallen ihnen zahllose Veranstaltungen und Begegnungen ein. Aber auch Nachwuchsmangel und schwindendes Interesse an ihren Angeboten.

Dazu gehörten von Beginn an die Beteiligung am evangelischen Gemeinde- und am katholischen Pfarrfest. Den ersten Weltgebetstag gestaltete der Ökumenekreis 1987, Passions- und Adventsandachten, Vortragsabende und seit 1993 auch der Verkauf fair gehandelter Produkte am Eine-Welt-Stand folgten. Nicht zu vergessen die Reihe ökumenischer Adventskonzerte.

Mit der Einführung des Frauenfrühstücks 2006 kam ein neuer Renner mit anfangs über 80 Gästen und immer neuen interessanten Themen dazu. Sie bewegten sich zwischen Kaiserin Sisi und Florence Foster Jenkins, der »Königin der Dissonanzen«, zwischen Märchen, Natur und Religion. Feste Größe und »Frau der ersten Ökumene-Stunde« war Organistin Cilli Damm, ungezählt sind ihre Einsätze an der Orgel, am Keyboard oder beim ökumenischen Singen.

»Wir waren eine tolle Truppe«, erzählen stellvertretend Renate Keller, Mechtild Speicher und Ulrike Wittmann. »Die Verantwortung auf Zeit haben wir gerne übernommen«, sie sind dankbar für jeden, der mitgemacht hat. »Aber wir werden ja nicht jünger«, sehen sie sich in einer Zwickmühle aus Wollen und Können.

Neuzugang Schwester Barbara bedauert den Schritt, zeigt aber auch Verständnis: »Ihr hinterlasst ja ein Erbe, gewissermaßen einen Acker, der durch euer Engagement fruchtbar war; der jetzt vielleicht eine Brachzeit braucht, aber der Acker ist da.«

Seit seiner Ankunft in Ober-Mörlen 1988 begleitet der evangelische Pfarrer Jürgen Rump die ökumenische Arbeit. Das Silberjubiläum des Ökumekreises hatte er 2010 mit dem Sommer verglichen: »Ihre Saat von damals lebt.« Erst der Herbst entscheide, ob aus der Blüte eine reife Frucht werde, damit die nächste Generation ernten könne. »Alles hat seine Zeit«, betonen die Damen. »Vielleicht finden sich wieder Menschen, die gelebte Ökumene organisieren wollen. Wenn wir gebraucht werden, helfen wir gern.«

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