22. Juli 2018, 12:00 Uhr

Domino-Effekt

600 000 Steine, fünf Rekordversuche

Bald will der 21-jährige Patrick Sinner wieder Weltrekorde brechen – fünf Stück auf einen Schlag. Der Domino-Veranstalter hat für den 3. August Großes vor.
22. Juli 2018, 12:00 Uhr

600 000 Domino-Steine sollen am 3. August nacheinander fallen. Was ist das Schlimmste, was passieren kann?

Patrick Sinner: Dass nach ein paar Metern die Kettenreaktion zum Erliegen kommt. Oder dass es im Voraus, beim Aufbau, schon Schwierigkeiten gibt. Das ist auch nicht immer ganz unproblematisch.

Wie läuft das mit dem Aufbau?

Sinner: Wir starten heute mit dem Aufbau, das dauert schon 14 Tage. Über 20 Leute sind involviert, die aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz anreisen.

Passieren bei so vielen Leuten und Steinen keine Missgeschicke?

Sinner: Die können auf jeden Fall immer passieren. Das kommt auch vor. Man kann damit rechnen, dass man von den 600 000 Steinen 50 000 doppelt aufbaut.

Und dass man alle auf einmal umschmeißt?

Sinner: Nein, es gibt Sicherungen, die werden auch erst abends am 3. August entfernt.

Würde man alle Steine, die in der Sporthalle aufgebaut werden, in eine Reihe stellen: Wie lange wäre die?

Sinner: Ich denke, das wären an die zehn Kilometer. So wie wir bauen, ist die ganze Halle ausgefülllt, zwischendrin sind noch Wege für die Kameraleute, und an der Seite ist die Zuschauertribüne.

Kann man da als Zuschauer nichts kaputtmachen, wenn man die Halle betritt, oder wenn man als Kameramann zwischen den Steinen läuft?

Sinner: Nein, da kann nichts passieren. 2012 gab es mal einen Kameramann, der wollte seine Jacke über eine Domino-Mauer hängen, die er für eine Absperrung gehalten hat.

Sie stellen jetzt schon seit zehn Jahren im Sommer die Sporthalle in Nidda voll mit Domino-Steinen. Wie fing das alles an?

Sinner: Damals gab es noch die große RTL-Sendung »Domino Day«. Da wurden alle, die jetzt bei diesem Rekordversuch dabei sind, inspiriert. Angefangen hat es ganz klein mit 10 000 Steinen. Der erste Guinness-Buch-Rekordversuch war 2012.

Worin?

Sinner: Für die größte Domino-Spirale, bestehend aus 30 000 Steinen, das war ein Einzelrekord. Jetzt, bei den 600 000, geht es um den deutschen Rekord.

Bei wie vielen Steinen liegt der aktuell?

Sinner: Der deutsche Rekord liegt bei 537 938.

Auch von Ihnen gebrochen?

Sinner: Richtig. 2015 war das, und dieser Rekord soll zum zehnten Geburtstag der Veranstaltung geknackt werden. Dazu gibt es noch fünf Rekorde fürs Guinness-Buch: die größte Domino-Spirale, die mit 50 Metern längste Domino-Mauer, die höchste Anzahl je aufgestellter Mini-Domino-Steine, den größten Domino-Stapel und den größten Domino-Würfel.

Was war der aufregendste Moment in Ihrer Domino-Karriere?

Sinner: Ein Höhepunkt ist eine Show fürs spanische Fernsehen mit der Sängerin Anastasia im vergangenen Jahr gewesen. 4 Millionen Zuschauern haben live zugeschaut.

Sie haben zahlreiche Rekorde geknackt. Worauf sind Sie besonders stolz?

Sinner: Es ist toll, dass man über die Jahre hinweg so ein großartiges Team geworden ist. Die 20 Leute machen den Rekordversuch in ihrer Freizeit, in ihrem Sommerurlaub möglich. Das sind alles Schüler und Studenten, Leute um die 20, die mit Begeisterung dabei sind. In den zwei Wochen wird 10 bis 16 Stunden pro Tag gebaut, am Ende dann auch nachts, wenn es sein muss.

Sie haben mit elf Jahren und 10 000 Steinen angefangen. Wohin geht es noch?

Sinner: Schwierig. Es wäre toll, irgendwann mal 1 Million zu schaffen. Aber dafür ist die Sporthalle zu klein, die die Stadt uns zur Verfügung stellt. Eine größere Halle wäre eine Budget-Frage. Aber irgendwann 1 Million Steine, das wäre schon schön.

Info

Fünf Rekorde in Planung

Elf Jahre war Patrick Sinner, als er zum ersten Mal eine Domino-Veranstaltung im großen Rahmen anbot. Zehn Jahre ist das her – und dieser Geburtstag soll gebührend gefeiert werden. Am Freitag, 3. August, werden in der Sporthalle der Mittelstufenschule in Nidda wieder zahlreiche Steine fallen. Wie Sinner sagt, ist diese Veranstaltung dank Förderungen möglich: »Jahrelange Förderer sind die Rewe-Märkte von Rainer Lapp, der die Rekordversuche der letzten Jahre möglich gemacht hat.« Neben regelmäßigem Rekordbrechen hat Patrick Sinner sein Hobby auch zum Beruf gemacht. Auf seiner Homepage (www.sinnersdominoentertainment.com, dort gibt es auch Karten für den 3. August) heißt es: »Sinners Domino Entertainment entstand 2008 aus Patrick Sinners Faszination für Domino-Kettenreaktionen. Seit 2013 bieten wir unsere Erfahrungen Unternehmen, Agenturen und Sendern im In- und Ausland an. Heute sind wir der größte Full-Service-Dienstleister in Bezug auf die Konzeption, Planung und Realisierung von professionellen Domino-Shows und Domino Corporate-Events mit dem größten Netzwerk an Domino-Aufbauern auf der ganzen Welt.« Der 21-Jährige studiert zudem Eventmanagement und Veranstaltungstechnik. (sda)

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