06. Februar 2018, 14:00 Uhr

Brandstiftung

35-Jähriger vor Gericht: Haus in Ranstadt angezündet und Tür verbarrikadiert?

Nach einem Hausbrand in Ranstadt muss sich ein 35-jähriger Mann aus Ortenberg vor Gericht verantworten. Er soll Feuer gelegt und die Haustür mit einer Bank versperrt haben.
06. Februar 2018, 14:00 Uhr
Der Angeklagte, hier mit Verteidiger Frank Richtberg, will zu einem späteren Zeitpunkt eine Erklärung abgeben. Es geht unter anderem um versuchten Mord. (Foto: con)

Haustür verbarrikadiert und in Brand gesteckt: Ein 35-Jähriger aus Ortenberg muss sich vor der fünften Strafkammer des Landgerichts in Gießen wegen versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung verantworten. Thomas W. (Name geändert) soll am 8. Juli aus niederen Beweggründen die Tür des Wohnhauses seiner Ex-Freundin im Heegweg in Ranstadt mit einer Holzbank versperrt haben. Anschließend soll er das Möbelstück kurz nach 22 Uhr in Brand gesteckt haben. Dabei nahm er zumindest billigend in Kauf, so die Anklageschrift, dass seine Ex und ihre Familienmitglieder ums Leben kommen könnten – denn auch ihre Mutter, Schwestern und ein Bruder leben in dem Wohnhaus.

 

Glücksfälle in Brandnacht

Bei einer Untersuchung des Tatorts am Folgetag konnten Brandermittler aus Gießen alle anderen Ursachen außer eine Brandstiftung ausschließen. Bei dem Motiv von Thomas W. für die Brandstiftung wird derzeit von einer Beziehungstat ausgegangen. Die Geschädigte gab unmittelbar nach dem Brand bei der Polizei an, sie sei von W. bereits mehrfach bedroht und beleidigt worden. Sie war nach langjährige Partnerschaft von dem 35-Jährigen getrennt und mittlerweile mit einem anderen Mann liiert.

Glücklicherweise wurde durch den Brand niemand verletzt, die Frau, der die Tat mutmaßlich galt, befand sich zu diesem Zeitpunkt nicht im Haus, ihre Mutter und ihr Bruder konnten das Gebäude durch einen anderen Eingang verlassen. Und noch ein weiterer Glücksfall kam in der Brandnacht zum Zuge: Die aus der Haustür hervorschießenden Flammen wurden kurz nach dem Ausbruch vom Wehrführer der örtlichen Feuerwehr bemerkt. »Zwei bis drei Minuten später und das wäre anders ausgegangen«, sagte dieser als Zeuge bei Gericht. Das rasche Eingreifen der Feuerwehr konnte Schlimmeres verhindern, nur die Haustür und ein Teil des Eingangsbereichs wurden durch das Feuer beschädigt. Jedoch wurden die Wohnräume im Haus durch den Rauch stark in Mitleidenschaft gezogen.

 

Angeklagter schweigt

Unklarheit herrschte während des ersten Prozesstages vor allem über die Informationslage während des Polizei- und Feuerwehreinsatzes in der Brandnacht: Nach Angaben der Rettungsleitstelle war der Täter noch am Tatort unterwegs und führte ein Messer bei sich. Woher diese Information – die sich später als falsch herausstellte – stammte, ist noch ungewiss und soll geklärt werden.

Zu den Vorwürfen schwieg der Angeklagte. Er will jedoch zu einem späteren Zeitpunkt eine Einlassung zu den Vorwürfen abgeben. Derzeit befindet er sich in Untersuchungshaft in der JVA Gießen. Bei einer Verurteilung entsprechend der Anklage erwartet den 35-Jährigen eine mehrjährige Haftstrafe. Der Prozess wird fortgesetzt.

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