16. August 2018, 20:07 Uhr

Zwei Firmen ziehen um

16. August 2018, 20:07 Uhr
Das rot umrandete Feld ist das Grundstück in der Siemensstraße, das sich Bauscher und Habermann teilen werden. (Fotos: jwn)

Jahrelang war es ruhig im Hinblick auf Neuansiedlungen im Gewerbegebiet »Am Lindenbäumchen« in Heldenbergen. Viel zu ruhig, wie Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD) immer wieder betonte. Das mit der Ruhe scheint nun offensichtlich der Vergangenheit anzugehören.

Anfang der 1990er Jahre hatte die Stadt einer Münchner Immobiliengesellschaft das Gelände zur Erschließung und Vermarktung veräußert. Danach passierte dann lange Zeit aber gar nichts mehr – sehr zum Missfallen der örtlichen Politik. Denn die offensichtliche Stille wurde dem Bürgermeister von der Opposition als verfehlte Wirtschaftsförderung angekreidet. Zu Unrecht wie sich herausstellte, denn die Rathausspitze bemühte sich in all der Zeit um mögliche Kaufinteressenten.

Mit der Umgehungsstraße und der Anbindung des Gewerbegebiets »Am Lindenbäumchen« an die Ortsumfahrung ist das Interesse gewachsen, wie Bürgermeister Schultheiß anlässlich des Verkaufs eines weiteren Gewerbegrundstückes in diesem Bereich mitteilte. Das fast 2900 Quadratmeter große Grundstück liegt direkt an der Siemensstraße und damit nur wenige 100 Meter von der Umgehungsstraße entfernt. Zwei mittelständische Unternehmen, und zwar der Energie- und Heizöllieferant Habermann sowie das Sicherheitsfachgeschäft und Schlosserei Dauth mit Inhaber Thomas Bauscher, sind bereits in Nidderau ansässig und wollen sich mit dem Bau ihrer neuen Firmensitze vergrößern.

Sohn übernimmt Brennstoffhandel

Bei dem Eicher Brennstoffhandel Habermann fällt der Umzug von einem in den anderen Stadtteil und dem Bau eines neuen Firmensitzes offensichtlich mit der Geschäftsübergabe von Vater Robert Habermann auf den 32-jährigen Sohn Stefan zusammen. Seit der studierte Betriebswirt als Juniorchef mit in dem Familienunternehmen tätig ist, expandiert die Firma kräftig. Hatte der Urgroßvater noch mit dem Verkauf von Holz und Kohlen sein Lebensunterhalt verdient und hatte der Großvater in den 1960er Jahren das Geschäft um den Handel mit Heizöl und Diesel erweitert und zu einer Brennstoffhandlung ausgebaut, so macht mit Sohn Stefan die vierte Generation nun den nächsten Schritt. Vor zwei Jahren hat er die Produktpalette um den Verkauf von Strom und Erdgas vergrößert. »Ein größeres Angebot mit mehr Kunden bedeutet auch mehr Personal und mehr Fahrzeuge«, erklärt der Juniorchef. Da der bisherige Firmensitz zu klein ist und keine Expansion mitten im Ortskern von Eichen verträgt, habe er seit Jahren nach einem geeigneteren Standort gesucht. Den habe er nun in Heldenbergen in der Siemensstraße gefunden. Auf dem etwa 1500 Quadratmeter großen Grundstück soll in wenigen Monaten eine Halle für drei bis vier Lastwagen entstehen. Des Weiteren sind Büroräume geplant. Auf rund eine halbe Million Euro schätzt Bauscher die Investitionen. Spätestens im Sommer 2019 soll alles bezugsfertig sein.

Einen ähnlichen Zeitplan hat auch Thomas Bauscher, der zweite Neuansiedler in dem Gewerbegebiet. Er teilt sich das fast 3000 Quadratmeter große Grundstück mit Habermann und will auf seinem Teil ein ähnlich großes Gebäude errichten mit Verkaufsraum und Werkstatt im Parterre sowie Sozialräumen und Büro in der ersten Etage. Bauschers Metallbaufirma wurde 1999 als Ein-Mann-Betrieb in Nidderau gegründet und 2005 die Schlosserei Dauth in Hanau übernommen. Weil die mitten in der Altstadt liegt und ebenfalls keine Expansionen mehr zulässt, hat sich Bauscher für den Umzug nach Nidderau entschieden. »Die Stadt entwickelt sich immer schneller und da gibt es für mich sicherlich ebenfalls gute Chancen. Trotzdem gehört eine große Portion Mut zum Umzug in eine neue Stadt«, verrät Bauscher. Drei Angestellte beschäftigt er mittlerweile, und in Kürze wird wohl auch sein Sohn Marius, ein angehender Metallbauer, mit ins Geschäft einsteigen.

Auch wenn beide Unternehmen lange nach einem Standort gesucht haben, jetzt soll alles sehr schnell gehen. Bauscher hat seine Räume in Hanau schon gekündigt.

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