09. September 2018, 19:56 Uhr

Wohnhaus statt Drogenplantage

09. September 2018, 19:56 Uhr
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Vom einstigen Cannabis-Haus ist mittlerweile kaum noch etwas übrig. Anfang dieses Jahres sind dort 3750 Pflanzen entdeckt worden. In einem Jahr sollen die Bauarbeiten für das Mehrfamilienhaus abgeschlossen sein. (Foto: app)

»Endlich tut sich mal was«, sagt Simone Schmidt. Die Dame ist gerade mit ihrem Hund in der Parkstraße unterwegs, stehengeblieben ist sie vor dem Gelände der Hausnummer 18. Anfang dieses Jahres erlangte das Areal traurige Berühmtheit: Mitten in Bad Vilbel war dort eine große Cannabis-Plantage entdeckt worden.

Seit Mitte Juli sind die Bagger auf der Baustelle am Werk. Dort wo früher mehr als 3750 Cannabispflanzen wuchsen, ist heute kaum etwas mehr übrig: Das Haus ist abgerissen, ein Bauzaun trennt das Gelände vom Gehweg, und ein Bagger ist gerade dabei, die letzten Reste der Vergangenheit auszulöschen. »Gut, dass das Ding wegkommt«, sagt Simone Schmidt. »Immer wenn man daran vorbeigekommen ist, hat man daran gedacht. Eigentlich schade, mit ein wenig Renovierung hätte man aus dem Haus bestimmt was machen können.«

An der Stelle der einstigen Plantage soll nun ein großes Mehrfamilienhaus entstehen. »Zehn Wohnungen mit jeweils ungefähr 100 Quadratmetern werden hier gebaut, in bester Lage, keine Minute zu Fuß zur neuen Mitte«, sagt Marko Corlija. Der Diplomingenieur ist als Bauleiter zuständig für das entstehende Mehrfamilienhaus.

Ein besonderes Problem beim Bauen ist der sehr hohe Grundwasserspiegel. Bei starken Regenfällen und einem dadurch ansteigenden Grundwasserspiegel kann es schnell zu Wassereinbrüchen in Garagen und Kellern kommen, auch in höher gelegenen Gebieten. Zuletzt war dies bei den großen Unwettern im Frühjahr 2016 zu beobachten.

Wasser in Baustelle: Experte klärt auf

Doch eine Tiefgarage gehört zu einer sogenannten Filetwohnung nunmal dazu. Um das Problem zu lösen, haben sich die Ingenieure etwas Besonderes einfallen lassen. »Die Tiefgarage geht nur etwa zur Hälfte in den Boden«, erklärt Corlija. »So liegen wir über dem Grundwasserspiegel. Außerdem haben wir durch das Wetter besonderes Glück: Durch die derzeit anhaltende Trockenheit ist auch das Grundwasser sehr niedrig, der Boden ist sehr trocken, also ideal für das Bauen. Wenn die Tiefgarage dann erst einmal fertig ist, kann dann auch kein Wasser mehr eindringen.«

Doch Anwohner sind besorgt: Immer wieder steht Wasser in der Baugrube, und durch die Trockenheit kann es nicht vom Regen kommen. Der Verdacht: Wurde hier etwa eine der wertvollen Wasseradern der Quellenstadt angebohrt? Von diesen erhalten auch die in der Nähe befindlichen Brunnen, die zum Hassia-Mineralwasserkonzern gehören, ihr Wasser. Wird hier etwa den Brunnenbetrieben das Wasser abgegraben?

»Also dass wir eine Wasserader angebohrt hätten, das wäre mir neu«, beruhigt Corlija. »Dass wir aber immer wieder Wasser in der Baugrube haben, das stimmt. Dieses Phänomen nennt sich Schichtwasser, also Wasser, das sich durch die Erdschichten hindurchdrückt. Das ist aber in der Lage ganz normal, da müssen sich die Bürger keine Sorgen machen.« In einem Jahr sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

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