30. August 2018, 05:00 Uhr

Straßensperrung

Wenn plötzlich Sperrschilder aufgebaut sind

Die Arbeiten an der Ortsdurchfahrt Klein-Karben gehen schneller voran als gedacht. Folge: Hessen Mobil hat kurzfristig eine neue Einbahnstraßenregelung beschildert. Die Autofahrer sind irritiert.
30. August 2018, 05:00 Uhr

Von Holger Pegelow , 1 Kommentar
Stadtpolizist Udo Kürten hat es an der Gronauer Straße mit verärgerten Autofahrern zu tun. (Foto: pe)

Mittwochmittag im Ortskern von Klein-Karben: Stadtpolizist Udo Kürten zuckt ratlos mit den Schultern. »Wir sind auch total überrascht«, ruft er einem Autofahrer zu, der die Scheibe der Fahrertür heruntergelassen hat und mault, weil er drehen muss. In der nächsten Viertelstunde kommen weitere 30 bis 40 Autos hinzu. Alle müssen dort wenden, wo sie vorher durchgekommen sind. Die Überraschung ist groß im Areal Gronauer Straße/Dortelweiler Straße/Auf der Treppe. Im Schatten des historischen Peter-Geibel-Hauses, stehen zwei rote Schilder: Einfahrt verboten!, signalisieren sie.

Stadtpolizist pfeift Fahrer zurück

Einige versuchen trotzdem weiter in Richtung Ellernstraße zu fahren, aber der Stadtpolizist pfeift sie zurück. »Schauen Sie doch mal auf die Schilder«, raunzt er einer Mofa-Fahrerin zu, die weitergefahren ist. Wer an diesem Mittag nicht genau hinschaut und so fährt wie immer, der hat gar nicht realisiert, dass sich etwas geändert hat. Folge: Umdrehen und die offizielle, allerdings nicht ausgeschilderte Umleitungsstrecke über den Lindenweg fahren.

Zusammenhang mit Baustelle an der Ortsdurchfahrt

Die Verkehrsführung hängt mit der Sanierung und Sperrung der Ortsdurchfahrt Klein-Karben zusammen. Die Arbeiten im zweiten Bauabschnitt zwischen Ulmenweg und Am Lindenbaum sind schneller vorangekommen, als gedacht. Gleich drei Wochen vor dem eigentlichen Zeitplan informierte Bürgermeister Guido Rahn im Stadtparlament. Das bedeutet: Die Baustelle rückt weiter in den Abschnitt zwischen Rathausstraße und Am Lindenbaum. Am Mittwoch waren die Arbeiter noch mit Restarbeiten an den Gehwegen beschäftigt, die Straßendecke ist mittlerweile ebenso wie die Gehwege erneuert worden. Die Haltestellen sind barrierefrei umgebaut worden.

Rendeler Straße weiterhin teilweise gesperrt

Doch gilt für den gesamten Abschnitt der Rendeler Straße zwischen Rathausstraße und Ulmenweg weiterhin Vollsperrung – bis auf eine kleine Ausnahme. Und die kommt mit der neuen Verkehrsführung ins Spiel. Die Landesstraßenbehörde Hessen Mobil hat überraschend ein Einbahnstraßensystem ausgeschildert. Demnach können Autofahrer zwar wie bisher von der Rendeler Straße kommend die Rathausstraße und den oberen Teil der Dortelweiler Straße befahren, aber an der Einfahrt zur Gronauer Straße ist Schluss. Auch die Ellernstraße wurde zu einer Einbahnstraße, von der Rendeler Straße kommend. Am Spätnachmittag wurde diese Regelung wieder aufgehoben. Autofahrer sollen gezwungen werden, die Umleitungsstrecke über den Lindenweg zu nutzen. In den vergangenen Wochen hatte sich erheblicher Umleitungsverkehr durch die enge Rathausstraße und die gleichfalls enge Gronauer Straße gequält. Dann sind die Autos die Ellernstraße hochgefahren und rechts abgebogen in Richtung Rendel. Jetzt sollen die Autofahrer die Kirchgasse hochfahren, und dann auf dem fertiggestellten Abschnitt der Rendeler Straße.

 

Kritik an Hessen Mobil

 

Bei der Stadtpolizei ist man verärgert, »dass mit uns gar nicht gesprochen wurde«, sagt Fachdienstleiter Uwe Axtmann. Als er am Mittwochmittag seine E-Mails durchschaut, entdeckt er eine von 17 Mitteilungen von Hessen Mobil. Darin wird kurz die neue Verkehrsführung angekündigt und eine Planskizze beigefügt. Warum Hessen Mobil das angeordnet hat, war nicht in Erfahrung zu bringen. Auf Anfrage konnte Pressefrau Christine Rose keine Auskunft geben. »Es ist niemand Verantwortliches zu erreichen.«

Nun hat die Stadt das Problem, dass die Autos die Rathausstraße durchfahren, um an der Gronauer Straße zu drehen und die Rathausstraße zurückfahren. Um diesen unnötigen Verkehr zu verhindern, wollte Axtmann an der Einfahrt zur Rathausstraße noch ein Zusatzschild anbringen. Ob das was nützt, weiß man nicht. Als Stadtpolizist Kürten an einen anderen Einsatzort eilen musste, dauerte es nur eine Minute, bis der erste Autofahrer die beiden Sperrschilder missachtete und die Gronauer Straße entlangfuhr.

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