04. September 2018, 19:13 Uhr

Verpachtung statt Verkauf

04. September 2018, 19:13 Uhr
Diese Stellplätze im Bereich Alte Heerstraße/An den Mauergärten/Oberpetterweiler Weg werden an einen Privatmann verpachtet. Ein Verkauf ist vom Tisch. (Foto: pe)

Die Würfel sind gefallen: Die Parkplätze im Bereich Mauergärten/Oberpetterweiler Weg/Alte Heerstraße in Petterweil werden von der Stadt an einen Privatmann verpachtet. Sie werden nicht verkauft, wie ursprünglich vorgesehen. Gegen einen Verkauf der sechs Stellplätze am Ortseingang von Bad Homburg aus kommend hatte es massiven Widerstand gegeben. Der Ortsbeirat verständigte sich in seiner jüngsten Sitzung nun auf einen Kompromiss.

In der Juli-Sitzung des Ortsbeirates hatten Erster Stadtrat Friedrich Schwaab und Ortsvorsteher Adolf Koch darüber informiert, dass die Stadt die sechs Parkplätze auf dem kleinen Platz an einen Privatmann verkaufen wollte. Der Stadt liege eine Kaufabsicht und ein Angebot vor. Allerdings hatten sich fast alle der rund 30 Anwesenden, die sich äußerten, dagegen ausgesprochen. Man verliere öffentliche Stellplätze, lautete das Hauptargument.

Osterkranz und Tannenbaum

Das kann Ortsvorsteher Koch nachvollziehen. Es gebe ohnehin nur sehr wenige öffentliche Plätze. Bei der Betrachtung der Gesamtsituation im Bereich Alte Heerstraße/Oberpetterweiler Weg habe man die drei Stellplätze nahe der ehemaligen Luther-Linde »mal außen vor gelassen«. Denn der Ortsbeirat wisse nicht, was Hessen Mobil noch im Zuge des Umbaus und der Sanierung der Alten Heerstraße, die ja eine Landesstraße ist, noch vorhabe. »Wenn man die drei Plätze mal ausklammert, gibt es im Umkreis von 200 Metern keinen einzigen öffentlichen Stellpaltz mehr«, sagt Koch.

Allerdings ist auch die Zahl öffentlicher Einrichtungen überschaubar. Seit dem Auszug der Post gibt es nur noch die Sparkasse Oberhessen, und die hat für ihre Kunden eigene Parkplätze im Hof.

Zur jüngsten Sitzung legte Koch einen Kompromissvorschlag vor. Statt Verkauf Verpachtung der Parkplätze. Zudem soll »mindestens ein Stellplatz öffentlich zugänglich bleiben«. Man kann das Parken dort auf eine Stunde begrenzen. Dieser Kompromiss sei als Anregung an den Magistrat bzw. die Stadtverwaltung von allen Ortsbeiratsmitgliedern verabschiedet worden.

Erster Stadtrat Friedrich Schwaab bestätigt gegenüber dieser Zeitung, dass die Parkplätze verpachtet würden. »Möglichst ein Platz soll für die Öffentlichkeit bleiben.« Zudem müsse der Charakter des Platzes erhalten bleiben. So dürften die Landfrauen dort wieder den Osterkranz aufbauen, auch der Tannenbaum dürfe dort wieder aufgestellt werden.

Auch der Stadtrat sagte, der überwiegende Teil der Bevölkerung sei gegen einen Verkauf der Parkplätze gewesen, wie auch eine Unterschriftenaktion deutlich gemacht habe.

Mit Rücksicht auf die laufenden Vertragsverhandlungen wollte Schwaab nicht sagen, wer die Stellplätze pachten wird. Sollten die Verhandlungen jedoch erfolgreich enden, wäre auch dieses Kapitel mal geschlossen. Denn bereits vor fünf Jahren sei jemand an die Stadt herangetreten und habe die Parkplätze haben wollen. »Damals ist das aber nix geworden«, erinnert sich Schwaab. Als in der Juli-Sitzung des Thema erneut aufkam, musste der Stadtrat versichern, dass der Platz nicht überbaut werden dürfe. Mit dem jetzt gefundenen Kompromiss dürfte eine Bebauung des Platzes sowieso vom Tisch sein. Und die Stadt wird auch die Pflege des Platzes loswerden: Die soll der Pächter mit-übernehmen.

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