06. August 2018, 18:28 Uhr

Sprung über B 521 kommt

06. August 2018, 18:28 Uhr
Trotz gefühlter 40 Grad im Saal sind etwa 250 Nidderauer zur Sondersitzung des Stadtparlaments gekommen, um zu hören, wie Eichen künftig wachsen wird. (Fotos: Niehoff)

Nun sind die Pläne für eine mögliche Erweiterung des Ortsteils Eichen öffentlich. Eine Sondersitzung des Stadtparlaments machte dies möglich. An diesem Abend sollte es nur um die Ortsentwicklung in Eichen gehen, aber da es sich um eine offizielle, wenn auch um eine Sondersitzung der Stadtverordnetenversammlung handelte, mussten deshalb die allgemeinen Regeln der Hessischen Gemeindeordnung eingehalten werden. Die besagen, dass rechtzeitig eingereichte Anträge der Fraktionen in der nächstmöglichen Sitzung abgehandelt werden müssen.

In diesem Falle hatte die CDU-Fraktion rechtzeitig zwei Anträge eingereicht. Bei dem einen ging es um die Neukalkulation der städtischen Kita-Gebühren. Mit dem zweiten Antrag wollte die CDU Druck auf die Erstellung des Nachtragshaushaltes ausüben. Der erste Antrag wurde nach kurzer Aussprache in den Sozialausschuss überwiesen, der zweite von der Mehrheit im Parlament abgelehnt, weil nach Ausführungen des Ersten Stadtrats Rainer Vogel (Grüne) der Entwurf dem Magistrat am 13. August vorgelegt und dann von den politischen Gremien diskutiert werden soll.

Dann konnte Stadtverordnetenvorsteher Gunther Reibert (SPD) zum Thema übergehen, das über 250 Zuhörer angelockt hatte: die Weiterentwicklung Eichens. In zahlreichen Sitzungen habe man ausführlich mit der Stadtverwaltung über das Projekt gesprochen, habe Pläne geändert und Wünsche erfüllt, sagte Investor Albrecht Krebs. Herausgekommen sei nun ein Projekt, das zu 58 Prozent Wohnbebauung und zu 42 Prozent wohnverträgliches Gewerbe vorsieht. Auch wenn der regionale Flächennutzungsplan bei Mischgebieten normalerweise ein Verhältnis von 50 zu 50 vorsieht, so sei die beabsichtigte Aufteilung nach Ansicht des Bauamtsleiters Steffen Schomburg durchaus zulässig. 18 Einfamilienhäuser und 40 Doppelhaushälften sollen auf den knapp 26 000 Quadratmetern entstehen. Die restlichen 13 500 Quadratmeter sind dem Gewerbe vorbehalten.

Mischgebiet geplant

»Wir würden liebend gern nur Wohnbebauung realisieren, doch schreibt uns der Flächennutzungsplan diese Aufteilung vor«, verrät Krebs, neben Jens Gehlings Geschäftsführer der GK Projektierungsgesellschaft Hanau. Sie können eine lange Liste erfolgreicher Projekte vorweisen und würden im Übrigen auch eine Bankbürgschaft vorlegen, wie es bei solchen Projekten üblich sei.

Noch ist das Unternehmen nicht Eigentümer von Grund und Boden. Es wurden mit den derzeitigen zwölf Grundstücksbesitzern bereits Vorverträge abgeschlossen. Krebs sieht trotz der etwas aufwendigeren Erschließung wegen des Abwasserproblems das Projekt auf der Erfolgsspur. Auf Nachfrage bestätigt er, dass die Veräußerung der Gewerbegrundstücke wohl einige Zeit in Anspruch nehmen werde. Denn bisher habe nur ein Nahversorger mit einer Verkaufsfläche von 1200 Quadratmeter Interesse angemeldet.

Bei den Wohngrundstücken rechnet Krebs hingegen mit einer starken Nachfrage. »Länger als neun Monate sollte der Verkauf hier nicht dauern«, sagt Krebs. Er will den Eicher Bürgern sogar ein vierwöchiges Vorkaufsrecht einräumen, und der Stadt hat er einen Zuschuss für einen neuen Kindergarten oder die Erweiterung einer bestehenden Kita in Höhe von einer halben Million angeboten. Und weil er auch die Erschließungskosten für das gesamte Projektgebietes tragen will, waren die Nachfragen anschließend eher beiläufig. So wurde beispielsweise nach einem Ärztehaus gefragt oder wie eine ältere Dame mit einem Rollator über die Bundesstraße gelangen soll.

Die beiden Bürgeriniativen für und gegen den Sprung über die B 521 hatten an diesem Tag kein Rederecht. Das ließe die Gemeindeordnung nicht zu, entschuldigte sich der Stadtverordnetenvorsteher. Dafür kam die Stadtverwaltung noch zu Wort. Bauamtsleiter Schomburg bestätigte, dass die sorgfältige Überprüfung ergeben habe, dass das Projekt machbar sei und auch in den Entwicklungsrahmen der Stadt passe und dass nun kein Argument mehr gegen die Umsetzung spreche.

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