10. September 2018, 19:53 Uhr

Saft, Secco und Sorgen

10. September 2018, 19:53 Uhr
Streuobstwiesen liefern weit mehr als Äpfel. Die IG Streuobst hat aus Zwetschgen »Latwerge« gekocht. Hans Kroll informiert die Kelterfestgäste, wie wichtig Streuobstwiesen sind. (Fotos: Fauerbach)

Es riecht nach frischen Äpfeln frisch gepresstem Süßen. Alljährlich zieht das Kelterfest des BUND Besucher aufs Areal rund ums Jukuz. Am Wochenende wurde das 25. Kelterfest gefeiert. Die Idee zum Kelterfest hatte Ulrike Loos. Gemeinsam mit der Stadt Karben sollte beim Fest auf den Lebensraum Streuobstwiese und deren Bedeutung aufmerksam gemacht werden.

»Wir sind drei Jahre später als Mitveranstalter des Kelterfestes dazugekommen«, sagt Jürgen Becker vom NABU. Zur Freude aller Partner wie der IG Streuobst, den Kelterern Wolfgang Lazar und Jürgen Pfeiffer von »Pomolo« verlief das Fest perfekt. Pfeiffer und Lazar haben extra einen Jubiläums-Secco »25 Jahre Karbener Kelterfest« aus heimischen Apfelsorten kreiert.

Wer an den Ständen vorbeibummelte, konnte sich an den Ständen der Imker Martin Döbler und Stephan Erb, dem Vollwertkost-Stammtisch, bei Gisela und Dieter Schaub aus Petterweil oder dem Eine-Welt-Laden informieren. »Das Kelterfest wurde im Laufe der Jahre immer größer und wir konnten die Menschen für die Rettung und die Bedeutung der Streuobstwiesen sensibilisieren«, sagt Regina König-Amann. Gemeinsam mit anderen Aktiven der NABU-Gruppe hat sie am Tag zuvor drei Stunden Äpfel auf den Streuobstwiesen aufgesammelt und zur Kelterei Rapp’s gebracht. »Gefehlt haben bei der Aktion junge Familien«, bedauert sie. »Wir brauchen dieses Fest, um Kontakt zur Bevölkerung zu bekommen. Auf unseren vier Streuobstwiesen stehen 500 Bäume, davon 80 verschiedene Apfelsorten, sowie Birnen, Zwetschgen, Quitten, Kirschen, Mirabellen, Mispel und Speierling«, erklärt Eckhard Neitzel, stellvertretender Vorsitzender der IG Streuobst. 20 Sorten konnten die Besucher am IG-Stand sehen und probieren. Kathrin Kretschmer aus Rendel testete den Winterbananenapfel und Roten Astrachan. »Kannte ich nicht, sind sehr lecker.«

Zwölf Stunden brauchte der Pflaumenmus »Latwerge«, den Hans Kroll, Anke und Volker Behrens, Patricia Weber, Uwe Müller sowie Peter Hofmann im Kupferkessel köcheln ließen, die fertige Köstlichkeit verkauften sie nun. Süßen aus Äpfeln von seinen Streuobstwiesen schenkte Uwe Müller von der IG Streuobst aus. Er präsentierte neben verschiedenen Apfelsorten auch drei Speierling- und zwei Mispelsorten. »Zum Essen eignen sich Sorten wie Berlepsch und Ingrid Marie, zum Keltern Roter und Weißer Trierer und Bohnapfel.«

Kinder füllten am NABU-Stand Quizbögen aus und bestaunte Vogeleier und präparierte Schleiereulen. »Der Bestand nimmt ab, warum ist nicht erkennbar«, sagt Jürgen Becker. Es fanden sich immer wieder genug Kinder, die die Kurbel der historischen Handkelter drehten, um aus frischen Äpfeln Süßen zu pressen. Louis (4) aus Frankfurt fischte Äpfel mit dem Mund aus dem Wasser-bottich, womit er eine Premiere beim Kelterfest schaffte. Penelope (7) aus Karben fand das NABU-Quiz bei dem sie mithilfe von Postkarten 28 Tierarten bestimmte, am besten. Ilse Roth aus Obertshausen findet das Kelterfest schön und wichtig. Musikalisch gestalteten die Musiker des Bläserquintettts der Musikschule, der Gruppe »Querbänx« und von Martin der Geiger das Fest rund um Äpfel und Streuobstwiesen.

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