30. August 2018, 19:58 Uhr

Platz für Kreative

30. August 2018, 19:58 Uhr
Die Zehntscheune, hier die rückwärtige Ansicht, soll eine höherwertige Nutzung erfahren. Gastronomie und kulturelle Angebote sind für den Ersten Stadtrat Sebastian Wysocki vorstellbar. (Fotos: Kopp)

Für die Mitarbeiter der Burgfestspiele ist es nicht einfach. Über zahlreiche Stellen in der Stadt sind Werkstätten, Lager und Proberäume verteilt. Regelmäßig müssen Kulissen aus dem Lager zur Probebühne oder in die Werkstatt gebracht werden, oder sie müssen nach Auftritten wieder quer durch die Stadt in Lager gefahren werden. Das soll bald der Vergangenheit angehören, denn die Stadt plant einen zentralen Ort, an dem alle Gewerke der Schauspielreihe untergebracht werden.

Erster Stadtrat Sebastian Wysocki erläuterte im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss, dass mehrere Flächen schon bald nicht mehr genutzt werden könnten. »Das betrifft etwa Lagerräume in der Rodheimer Straße.« Das Gelände ist an die Investmentgruppe CESA verkauft, die dort ihr Projekt »Smart City Springpark Valley« errichten will. Auch eine Probebühne in der ehemaligen Reithalle südlich des Dortelweiler Platzes steht für Gewerbe zum Verkauf frei. »Wir brauchen die gesamte Logistik an einem Ort«, ist Wysocki überzeugt. Der wäre im direkten nördlichen Anschluss an den städtischen Betriebshof zu finden. Dort gehören Ackerflächen zum Besitz der Stadt. Geplant ist dort ein Gebäude mit einer Größe von rund 3000 Quadratmetern. Untergebracht werden sollen nicht nur Büros und Probebühnen, sondern auch eine Tischlerei, Schlosserei, Elektrowerkstatt, Schneiderei und die Malerwerkstatt. Auch Räume für die Requisite und Bühnenausstattungen sind notwendig sowie Lager, Personalräume und Außenflächen. Vorgesehen ist dafür eine Fläche von 14 000 Quadratmetern. Jene Fläche, die nicht durch die Burgfestspiele belegt wird, kann für eine Erweiterung des Betriebshofes vorgehalten werden.

Idee gut, Ausführung umstritten

Mit der Grundidee zeigten sich auch alle Mitglieder des Ausschusses einverstanden. Probleme haben die Grünen allerdings mit der Auswahl der Fläche. So zeigt sich Clemens Breest »verwundert über diese weitreichende Entscheidung, über die wir nur befinden können, weil landwirtschaftlich genutzte Flächen außerhalb des Siedlungsbereiches dafür genutzt werden sollen«. Die Grünen könnten nicht nachvollziehen, dass für das Projekt wertvoller Ackerboden geopfert werden soll, obwohl es innerstädtisch noch Flächen gebe. So nennt Breest das Grundstück südlich des Dortelweiler Platzes, wo sich jetzt die Reithalle mit der Probebühne befindet. Auch könne man direkt gegenüber des Baubetriebshofes in Richtung Alt-Dortelweil bauen. Breest fordert eine Untersuchung aller infrage kommenden Flächen. Wysocki entgegnet, dass die Fläche am Baubetriebshof in Richtung Alt-Dortelweil nicht der Stadt gehöre, das Projekt würde somit sehr teuer werden. Die Fläche am Dortelweiler Platz sei viel zu hochwertig. Die Überprüfung möglicher Flächen sei schon erfolgt. Die Liste will Wysocki vor der Abstimmung im Stadtparlament an die Fraktionen versenden.

Hagen Witzel (CDU) sagte, der Standort sei ideal. Auch Raimo Biere (Freie Wähler) will Innenstadtflächen für Wohnbebauung gesichert wissen. Lucia André (SPD) fragte, ob der neue Standort nicht mit einem enormen logistischen Aufwand verbunden sei. Den aber hätten die Mitarbeiter derzeit umso mehr, entgegnet Wysocki. Letztlich handele es sich um genau jene Fläche, die sich die Theaterleute selbst gewünscht hätten.

Überzeugen lassen sich die Grünen nicht. Peter Paul befürchtet, dass dieses Projekt der erste Schritt ist, die Baulinie immer weiter in Richtung Kloppenheim zu verschieben. Dies sei laut Breest ohnehin geplant, wie dieser aus CDU-Kreisen erfahren habe. Deswegen stellt die Fraktion ihren Änderungsantrag zunächst zurück. Die Grünen wollen nun die von Wysocki versprochene Untersuchungsliste abwarten und eventuell ihren Antrag im Stadtparlament neu stellen.

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