02. September 2018, 19:43 Uhr

Kleiner Lebensretter im Kofferraum

02. September 2018, 19:43 Uhr
Bürgermeister Guido Rahn überreicht den Defibrillator an Stadtbrandinspektor Christian Becker. (Foto: jsl)

Bei Einsätzen der Feuerwehr geht es in erster Linie um die Rettung von Brand-und Unfallopfern. Dabei wird schnell vergessen, dass auch für die Feuerwehrleute am Einsatzort häufig Gefahr für Leib und Leben besteht. Viele Gefahrensituationen können nur mit körperlicher Fitness gemeistert werden. Tückisch sind vor allem brennende und verrauchte Räume, in die mit voller Montur und Atemschutzgerät eingedrungen werden muss. Was in solchen Momenten alles passieren kann, lässt sich vorher kaum abschätzen.

In Karben, wo die Brandschützer ihren Dienst rein ehrenamtlich versehen, soll nichts dem Zufall überlassen werden. Um die Gesundheit seiner Feuerwehrleute im Notfall besser zu schützen, hat Bürgermeister Guido Rahn jetzt einen Defibrillator besorgen lassen. Es ist der erste seiner Art, der bei der Freiwilligen Feuerwehr zum Einsatz kommt. Damit können lebenserhaltende Maßnahmen eingeleitet werden, noch bevor der Rettungswagen eintrifft.

Jetzt übergab Rahn das neue Gerät an Stadtbrandinspektor Christian Becker, der es im Namen seiner Kameradinnen und Kameraden dankend in Empfang nahm. Im Kofferraum seines Kommandowagens wird es künftig zu Einsätzen und Übungen mitfahren. »Immer in der Hoffnung, dass es niemals gebraucht wird«, so Becker wörtlich. Bisher sei es ja zum Glück noch nie zu einer Reanimation während eines Einsatzes gekommen. Aber bei den körperlichen Belastungen und immer neuen Gefahrenlagen könne so etwas nicht ausgeschlossen werden.

»Selbst bei der Beseitigung einer Ölspur oder unter Übungsbedingungen kann jemand plötzlich umfallen«, gab der Stadtbrandinspektor zu bedenken. »Dann gehen keine wichtigen Minuten verloren, in denen wir auf den Notarzt warten, sondern wir können direkt selbstständig Erste Hilfe leisten. Mit dem Defibrillator sind wir jetzt auf solche Notfallsituationen besser vorbereitet.«

90 Prozent aller Einsätze der Karbener Feuerwehr finden nach eigenen Angaben ohne die Alarmierung des Rettungsdienstes statt. Zu allem, was in die Kategorie Wohnungsbrand und darüber einzustufen sei, würden Notarzt und Sanitäter hinzu gerufen, erklärte Becker.

1200 Euro hat der AED-Defibrillator (Automatisierter externer Defibrillator) gekostet. Für Bürgermeister Rahn ist das eine mehr als sinnvoll angelegte Summe. »Wir wollen nicht abwarten, bis wir in einer Notlage ohne ein solches Gerät dastehen und dann nicht rechtzeitig helfen können«, sagte er. »Unsere Feuerwehrleute leisten ihren Dienst freiwillig, da sind wir verpflichtet, ihnen die größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten.«

Einfach zu bedienen

Auch wenn der ASB in Karben direkt vor Ort ist, kann im Ernstfall natürlich kein Rettungswagen sofort zur Stelle sein. Deswegen wurde das AED-Gerät ausgewählt. Eine besondere Ausbildung ist nicht vonnöten, um es zu bedienen. In Fachkreisen nennt man es wegen seiner einfachen Handhabung auch »Laiendefibrillator«. Gleichwohl wollen der Stadtbrandinspektor und sein Stellvertreter eine angebotene Schulung besuchen.

Das Gerät erkennt automatisch, ob es sich um einen Erwachsenen oder ein Kind handelt und sagt dem Ersthelfer alle Schritte an. Nur das Anlegen der Elektroden am Körper bleibt dem Helfer überlassen, aber auch dabei hilft die Computerstimme, in dem sie die richtigen Stellen anzeigt. Eine Beatmungsmaske befindet sich zusammen mit Ersatz-Elektroden im Zubehörset.

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