03. Mai 2018, 19:59 Uhr

Karben is(s)t bunt

»Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen.« So lautet ein vielzitiertes Sprichwort. Denn bevor es einem gut geht, müssen erst einmal die Grundbedürfnisse befriedigt werden. Dass dem so ist, zeigt ein Blick auf die große Tafel bei der Auftaktveranstaltung des Projektes »Karben is(s)t bunt«.
03. Mai 2018, 19:59 Uhr

I n den Räumen des Diakonischen Werkes Wetterau begrüßt Projektkoordinatorin Beatrice Scherzer 18 Interessierte. Stadtrat Jürgen Hintz vertritt die Stadt Karben, die gemeinsam mit dem Diakonischen Werk, dem Ausländerbeirat, der Flüchtlingshilfe Karben, den Kirchengemeinden, der Musikschule Bad Vilbel und Karben, der AWO Hessen-Süd, dem Mütter- und Familienzentrum (MüZe) und dem Deutsch-Ausländischer Freundschaftskreis (DAF) das Integrationsprojekt »NeNa – Neue Nachbarn, Begegnungen in Vilefalt« anbietet.

In Karben leben rund 200 neu Zugewanderte, die aus politischen, militärischen, ethnischen, religiösen oder ökonomischen Gründen ihre Herkunftsländer verlassen mussten. Damit diese mit Einheimischen oder Menschen, die schon länger hier sind, in Kontakt kommen, bietet »NeNa« vielfältige Begegnungsmöglichkeiten in Karben an. Die Bandbreite der Angebote reicht von kreativ und künstlerisch über kulturell bis zu kulinarisch.

Bei der Auftaktveranstaltung stand das Kochen und Genießen von indonesischen Gerichten auf dem Programm. Jetty Sabandar, die ehemalige Vorsitzende des Ausländerbeirats, hatte ein Menü mit Rezepten ihrer Mutter und Oma zusammengestellt. Gemeinsam gekocht haben die Teilnehmer unter ihr Anleitung als Vorspeise »Glasnudeln mit feinem Gemüse«, als Hauptmenü »Hähnchen in Sojasauce mit Gemüse, Reis und Krabbenbrot« und als Nachtisch »Gebratene Banane« und Vanilleeis. »Mit diesem Menü blicken wir heute kulinarisch weit über den Wetterauer Tellerrand hinaus«, kündigte Beatrice Scherzer an. Die indonesische Küche ist vielfältig und regional verschieden. Reis bildet die Grundlage vieler Gerichte, die je nach Region von der indischen, chinesischen, arabischen oder malaiischen Küche beeinflusst ist. Auf Java wird eher mild gegessen, scharf dagegen im Norden Sulawesis. Die Molukken, woher die Vorfahren von Jetty Sabandar kommen, sind bekannt für ihre in Bananenblättern gedämpften Fischgerichte. Eine große Rolle spielen beim Kochen Gewürzpasten, die von mild bis scharf über fruchtig bis salzig schmecken. Zerstoßene frische Chilischoten, mit Chili und Tomate in Öl gebratene Gewürze wie Ingwer und Galant und Sojasoße sorgen für einen Kick auf der Zunge. »Denn vor allem in der Schärfe verstecken sich unglaublich viele Geschmacksnuancen«, sagt Sabandar. Mit Rücksicht auf die Wetterauer Geschmacksnerven wurden alle Gerichte mild gewürzt.

Nach der Vorstellungsrunde hörten die Teilnehmer Sabandar zu. Sie berichtete über ihre Kindheit und Jugend in den Niederlanden, wo ihre Eltern nach ihrer Flucht 1950 Zuflucht fanden. »Mein Vater diente in der holländischen Armee und kämpfte gegen die Indonesier.« Sie informierte ihre Zuhörer über die Molukken, hatte ihnen antike und moderne Sarongs und Trachten aus Familienbesitzt mitgebracht. »Orange tragen nur verheiratete, Weiß nur ledige Frauen.«

Seit 40 Jahren lebt Sabandar, ehemalige Botschaftsmitarbeiterin der Niederlande, in Karben. »Ich war sofort in Karben verliebt. Vor allem die Kornfelder, die es kaum noch in der Gemeinde gibt, waren so schön.«

Schlagworte in diesem Artikel

  • AWO Hessen-Süd
  • Bananen
  • Beatrice Scherzer
  • Braten (Küchentätigkeit)
  • Desserts
  • Essen
  • Esskultur
  • Fischgerichte
  • Gewürze
  • Ingwer
  • Kochen und Kochrezepte
  • Reis
  • Christine Fauerbach
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 24 - 4: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.