04. Januar 2010, 18:14 Uhr

Wiechers-Stiftung will Bad Vilbel in der Literatur erforschen

Bad Vilbel (süd). Ende 2005 hat sich Rüdiger Wiechers einen Wunsch erfüllt und eine Stiftung gegründet: »Städte für Menschen«. Nachdem er in den ersten Jahren vor allem städtebauliche Kolloquien in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Darmstadt unterstützt hat, plant der Stifter nun ein Projekt in der Quellenstadt. Die Stiftung will eine Forschung zu Bad Vilbel in der Literatur finanzieren.
04. Januar 2010, 18:14 Uhr
Vorstand Rüdiger Wiechers (r.) erläutert im Gespräch mit WZ-Redakteur Reinhard Südhoff, was seine Stiftung in diesem Jahr finanzieren will. (Foto: Weiske)

Bad Vilbel (süd). Ende 2005 hat sich Rüdiger Wiechers einen Wunsch erfüllt und eine Stiftung gegründet: »Städte für Menschen«. Nachdem er in den ersten Jahren vor allem städtebauliche Kolloquien in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Darmstadt unterstützt hat, plant der Stifter nun ein Projekt in der Quellenstadt. Die Stiftung will eine Forschung zu Bad Vilbel in der Literatur finanzieren.

Im Gespräch in den Redaktionsräumen der Wetterauer Zeitung erläuterte Wiechers, Stiftungsvorstand, Stadtrat und ehrenamtlicher Wirtschaftsförderer in der Quellenstadt, was er plant, und blickte auf die Aktivitäten seiner Stiftung im vergangenen Jahr zurück. Aus den Erträgen kann er rund 15 000 Euro jährlich zur Verfügung stellen.

Bei der geplanten Forschungsarbeit denkt Wiechers an die geplante Mediathek auf einer neuen Niddabrücke, zu deren Befürwortern er gehört. Diese will er mit Leben füllen. So könnte ein Wissenschaftler recherchieren, in welchen Werken die Stadt vorkommt und welche Schriftsteller es hier gibt beziehungsweise gab. Die Forschungsarbeit könnte in der Bücherei angesiedelt, die Ergebnisse könnten dort präsentiert werden. Mit dem ihm zur Verfügung stehenden Geld will er dieses Projekt zumindest anstoßen, erklärte Wiechers. Auf die Idee habe ihn Kulturamtsleiter Claus-Günther Kunzmann gebracht.

Zwei weitere Aktivitäten plant die Stiftung in diesem Jahr. So werden erneut zwei städtebauliche Kolloquien zusammen mit der TU Darmstadt veranstaltet. Die Inhalte sollen sich »an den Erfordernissen ausrichten«, so Wiechers. Als Idee für eine Veranstaltung schwebt ihm der Frankfuter Flughafen und seine über die reinen Flugbewegungen hinausgehende Bedeutung für die Region vor. Außerdem plant der Stiftungsrat, die Massenheimer Auenkunst zu fördern.

Mit seiner Stiftung wolle er die Menschen im wahrsten Sinne des Wortes »anstiften«, so Wiechers. Es gehe darum, »Gutes zu tun«. Deutschland sei noch weit vom Stiftungsniveau anderer europäischer Länder entfernt, woanders werde zehn Mal so viel gestiftet. »Wir haben großen Nachholbedarf.« Es sei sein Anliegen, diese Idee ins Volk zu tragen. Zudem sei es für ihn »ein wunderschönes Gefühl, etwas zurückzugeben, was ich für meine Arbeit bekommen habe«. Der ehemalige Vorstand der Allianz Dresdner Bauspar AG hatte die Stiftung nach seiner Pensionierung gegründet. Sie soll sich vor allem mit Stadtplanung und -entwicklung, Wohn- und Stadtarchitektur befassen, auch im europäischen Zusammenhang, und dabei unter anderem kulturelle, soziale und ökologische Aspekte aufgreifen, wie der Stiftungsvorstand betonte.

Im vergangenen Jahr richtete die Wiechers-Stiftung zwei Kolloquien zur Förderung der Baukultur aus. Eine befasste sich mit der Innenstadt als planerisches Aufgabenfeld, mit innovativen Konzepten und Strategien sowie innovativen Zentren in der Region. Bei dieser Veranstaltung stellte der Stadtrat die geplante Neue Mitte der Quellenstadt vor. Im zweiten Kolloquium ging es um das Thema »Innenstädte und Zentren der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main im Wandel und Wettbewerb«.

Außerdem hat sich die Stiftung bereits im vergangenen Jahr bei der Massenheimer Auenkunst engagiert und zur Ergänzung des Skulpturenpfads am Erlenbach die »Schneeeule« des Künstlers Klaus Pfeiffer gekauft. »Die fanden die Massenheimer ganz toll«, erinnerte sich Wiechers. Durch den Ankauf habe die Stiftung ihre Verbundenheit zur Stadt, in der sie ihren Sitz hat, ausdrücken können.

»Stadtplanung als Beruf« heißt ein Buch, das jetzt veröffentlicht wird. In ihm kommen Fachleute - Praktiker und Wissenschaftler - zu Wort. Zu den Herausgebern gehört mit Stefan Höfer ein Mitarbeiter des städtischen Fachdienstes Planung und Stadtentwicklung. Der Druck des Buches wurde von der Stiftung finanziert.

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