19. November 2018, 21:48 Uhr

Kein Anspruch auf Erwerb

19. November 2018, 21:48 Uhr

Eine Jagdhütte ist eine Hütte, auch wenn sie seit Jahrzehnten als Wohnhaus genutzt wird. Deshalb gibt es keinen Anspruch auf einen Erwerb durch den Bund beim anstehenden Bau der Autobahn A 49 – so stellt sich für die Planungsgesellschaft Deges die Lage zum Wohnhaus von Dr. Carsten Rottmann bei Maulbach dar.

Wie in der Samstagausgabe ausführlich berichtet, soll die Autobahntrasse durch den Garten des Hauses verlaufen. Rottmann könnte künftig in 15 Schritten auf den Seitenstreifen gelangen. Auch das Amt für Bodenmanagement hat den Wunsch auf eine Entschädigung für den realen Verlust abgelehnt und dabei auf die Einstufung des als Wohnhaus genutzten zweistöckigen Gebäudes als Jagdhütte verwiesen. Dass der Homberger Arzt dort wohnt, spielt keine Rolle. Jedenfalls bestätigt Lutz Günther von der Kommunikationsabteilung der Deges, dass Rottmann ein Angebot zum Kauf der Gartenflächen gemacht wurde, die für den Bau der A 49 benötigt werden. Weil Rottmann um ein kurzfristiges Kaufangebot gebeten hatte, seien Bodenrichtwerte der hessischen Verwaltung für Bodenmanagement zugrunde gelegt worden. Laut Deges-Sprecher Günther handelt es sich »eher um eine waldähnliche Nutzung«.

Zudem würden die Bäume zusätzlich bewertet, die auf dem betroffenen Grundstücksteil stehen. Das soll die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben machen, teilt Günther weiter mit. Das Gutachten für die Gartenbäume werde erst Anfang 2019 vorliegen. Diese Entschädigung soll zusätzlich ausgezahlt werden.

Der Bereich, der Rottmann besonders am Herzen liegt, ist aber das Wohnhaus, wie er gegenüber der Alsfelder Allgemeinen Zeitung gesagt hat. Dafür ist keine Entschädigung vorgesehen, obwohl Rottmann nicht so nah an der Autobahn wohnen will und sich deshalb gezwungen sieht, ein anderes Haus zu kaufen. Günther teilte mit, das Gebäude werde »somit im Besitz von Herrn Dr. Rottmann verbleiben.« Es sei gemäß Planfeststellungsbeschluss kein Wohnhaus, sondern eine umgenutzte Jagdhütte.

Im Planfeststellungsbeschluss werde daher der Anspruch des Eigentümers, den Erwerb zu verlangen, gegenüber der Bundesstraßenverwaltung verneint.

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