27. September 2018, 08:00 Uhr

Autobahn

Das ist der Grund für die rätselhafte Grube bei Homberg

Wer auf der Autobahn bei Homberg vorbeikommt, der sieht die riesige Erdbewegung. Am künftigen Dreieck Ohmtal der A49 tut sich eine rätselhafte große Grube auf.
27. September 2018, 08:00 Uhr
Ein 20 Meter tiefer Krater ist bei Maulbach ausgehoben, um Bietern im Vergabeverfahren den Untergrund zu zeigen. (Foto: jol)

Der Autobahnbau für die A 49 bei Homberg rückt unübersehbar näher. Ein riesiger Trichter ist auf einem Acker zwischen Maulbach und der Autobahn A 5 entstanden. In Höhe des künftigen Autobahndreiecks bei Gemünden ist auf einer Kuppe eine fußballfeldgroße Fläche mit Bauzäunen abgesichert worden. Erdhaufen und eine sehr große Grube sind zu erkennen. Es geht um eine vorbereitende Maßnahme für den Bau der Autobahn A 49, wie die Planungsgesellschaft Deges in Berlin auf Nachfrage mitteilt.

Dort wurden 800 Meter Bauzaun aufgestellt, 3000 Quadratmeter Oberboden abgetragen und 7000 Kubikmeter Bodenaushub ausgebaggert, der jetzt zwischengelagert wird. Bei dem »Loch« handelt es sich um einen sogenannten Großschurf. Dieser wurde im Zuge des laufenden Vergabeverfahrens zum Neubau der A 49 hergestellt, damit die potenziellen Bieter für Bauleistungen den Untergrund der künftigen Straße in Augenschein nehmen können. Aus diesem Grund beträgt die Tiefe der Grube etwa 20 Meter. Der Krater soll ab Anfang Oktober wieder geschlossen werden, teilt die Deges mit. Anschließend erfolgt die Wiederherstellung der Ackerfläche. Diese Arbeiten sind witterungsabhängig.

Eine solche »Inaugenscheinnahme des Baugrunds mittels Großschurf« ist kein Standard bei Infrastrukturprojekten, heißt es auf Nachfrage. Die Verfahrensweise soll dem künftigen ÖPP-Auftragnehmer – der vertraglich vereinbart das Baugrundrisiko trägt – zusätzliche Sicherheit bei der Kalkulation bieten und ist eine Ergänzung zu den üblichen Baugrunduntersuchungen mittels Bohrkern, so Deges-Pressesprecher Lutz Günther.

 

Rund fünf Jahre Bauzeit

Der Ausbau der Autobahn 49 soll im Jahr 2025 abgeschlossen sein. Davon geht die Projektgesellschaft des Bundes und der Länder, Deges, aus. Nach den Plänen soll in den kommenden Monaten das Ausschreibungsverfahren des Projekts in der öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP) begonnen werden. Wenn der Zuschlag erteilt worden sei, wird mit einer Bauzeit von rund fünf Jahren gerechnet.

Als Baubeginn wird das Jahr 2020 angepeilt. Damit liegt nun für alle drei geplanten Abschnitte zwischen Kassel und dem Anschluss an die A 5 bei Gemünden Baurecht vor. Die A 49 soll Kassel mit der Region Gießen und der A 5 verbinden, endet derzeit aber bei Neuental im Schwalm-Eder-Kreis. An einem ersten Abschnitt der insgesamt rund 43 Kilometer langen Erweiterung wird derzeit gebaut.

Das ist der Teilbereich vom Bauende bei Neuental an Treysa vorbei. Der zweite Bauabschnitt führt bis Stadtallendorf, dort beginnt der letzte Abschnitt bis zum Autobahndreieck Gemünden. Die Deges mit Sitz in Berlin plant und baut als Projektmanagementgesellschaft Bundesfernstraßen für ihre Gesellschafter. Das sind der Bund und die Länder. Für die Finanzierung des ÖPP-Vorhabens hat der Bund 1,1 Milliarden Euro freigegeben. Die Kosten fallen über 30 Jahre hinweg an. Die Zuteilung von Ausgleichsflächen hat unter Homberger Landwirten in den vergangenen Monaten für viel Unmut gesorgt.

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