11. September 2018, 21:53 Uhr

Pferdeäpfel beim Blind Date

11. September 2018, 21:53 Uhr
Tobias Reitz (l.) und seine Mitstreiter geben wieder alles und sorgen drei Stunden lang für beste Unterhaltung. (Foto: sf)

Das Improvisationstheater Phönixallee aus Düsseldorf hatte beim Auftritt in Nieder-Ohmen im »aquariohm« wieder volles Haus. Sogar aus dem Sauerland waren Gäste angereist, um das Ensemble mit Tobias Reitz, Christina Arnold, Thomas Mesmer, Nele Weber, Kevin Klimek sowie Annette Krumreihn und Musiker Jakob Reinhardt zu erleben. Energiegeladen und voller Emotionen, so kann man den Abend beschreiben. Eigentlich machen es sich die Schauspieler einfach, denn sie überlassen die Regie dem Publikum. Und das ist schon ganz wild darauf, die passenden Impulse zu geben.

Gleich zu Beginn wurde das »Applaus-O-Meter« festgelegt. Aus den Wünschen der Besucher wurde dann spontan das Programm zusammengestellt. Alles begann mit Dennis, dem Chemielaboranten und seinem ersten Arbeitstag. Die Laborszene wurde in unterschiedlichen Genres gespielt. Drei sitzen auf einer Wartebank. Der eine wartet auf die Rente, die nächste Person auf die Bahn und die dritte Person auf die Darmspiegelung. Welch ein Wirrwarr an Verständigungsschwierigkeiten dann entsteht, das kann jeder gut nachvollziehen.

Und auch ein Blind Date ist schon etwas, woran man sich gewöhnen muss. Wenn aber dann immer die Frauen und vor allem die Charaktere wechseln, dann geht es rund. Die Darstellung war grandios. Mit wenigen Hilfsmitteln alles so zu zeigen, als habe man eine große Bühne, ist schon wahre Schauspielkunst.

Drei Stunden pures Vergnügen

Nele, der »Pferdetyp«, hinterließ sogar Pferdeäpfel unterm Stuhl, und Annette, die sarkastische Vertreterin, reizte ungemein. International wurde es beim Gebärdendolmetscher. Ein Haubentaucher im Ganges hielt einen Vortrag, der per Gebärdensprache ans Publikum weitergegeben wurde. Köstlich und sehr amüsant war das Kinderlied »Replay«. Hänsel und Gretel verirrten sich im Wald – wer kennt es nicht. Doch dieses Lied so zu behandeln, dass es als Schlager oder Heavy Metal erklingt und dann sogar als Oper – das ist einfach nur brillant. Das Publikum tobte.

Total irrwitzig ist auch das Spiel »A spricht B und B spricht C und C spricht A«. Selbst beim Zuschauen ist man überfordert und es war sehr amüsant. Eine weitere Szene: Im Möbelhaus steht ein Paar und beim Frauenarzt wartet ein anderes Paar. Mit dem jeweils letzten Satz eines Paares muss das andere Paar seine Szene starten und das bei so unterschiedlichen Voraussetzungen.

Ein Vergleich von Vergangenheit und Zukunft ist ein sehr spaßiges Unterfangen. Der Sohn, mal locker Ü-30, will ausziehen und Mama möchte es verhindern. Parallel dazu sieht man die Szenen, in denen der Sohn wieder unter Mamas Schürze kriecht. Das Publikum sparte nicht mit Applaus für die schwere Kunst, vorgegebene Stichworte aus dem Publikum so spontan in eine Handlung umzusetzen.

Beim Pfarrer, der die Beichte abnimmt, wurden die wahren Gedanken der Beichtenden offengelegt. Das drei Stunden dauernde Programm verging wie im Fluge.

Beim Abgeben der Spielideen sollte man seinen Namen angeben und so konnte man ganz zum Schluss noch Sieger ermitteln. Das Spiel »Gebärdensprache« hatte gewonnen und so durften die Vorschlagenden Karin Purr, Luisa Becker und Edith Kornmann auf die Bühne. Sie plauderten ein wenig aus ihrem »Künstlerleben« und dann gab es eine spontane Geschichte für die drei Gewinner.

Im Anschluss spielte die Band »Comin Friday« wieder ihr satt-rockiges Showprogramm, zu dem gefeiert und getanzt wurde. Genau wie die Phönixallee hat die Gederner Band Wurzeln in der Gemeinde Mücke. Die Brüder Christoph und Tobias Reitz stammen aus Nieder-Ohmen. Und während es Tobias zum Studium nach Düsseldorf verschlagen hatte, kam Christoph nach einigen Jahren in Süddeutschland nach Hessen zurück.

Wie in den Vorjahren wurde die Veranstaltung vom Förderverein des »aquariohms« in Zusammenarbeit mit dem evangelischen Singkreis Nieder-Ohmen organisiert.

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