11. September 2018, 08:00 Uhr

Kirtorf macht es vor

Staatssekretäre neugierig auf Kirtorfer »Neue Mitte«

Ein »Leuchtturm« für die Stadtentwicklung mit Arztpraxen und 25 neuen Arbeitsplätzen stand im Zentrum des Besuchs aus Wiesbaden. Die »Neue Mitte Kirtorf« wird hoch bezuschusst.
11. September 2018, 08:00 Uhr
Das Fachwerkhaus rechts wird für die Neue Mitte Kirtorf grundsaniert, Erläuterungen für die hessischen Staatssekretäre unter Vorsitz von Axel Wintermeyer (2. v. r.) gibt Investorenvertreter Karsten Jost (r.). (Foto: jol)

Eine hochkarätige Runde traf sich am Montag im Sitzungssaal des Kirtorfer Rathauses. Die Staatssekretäre mehrerer Ministerien der hessischen Landesregierung kamen in der Vogelsberger Kleinstadt zusammen, um öffentlichkeitswirksam das Programm des Landes für den ländlichen Raum zu besprechen. Zufall oder nicht vor der Landtagswahl im Oktober: Die Offensive »Land hat Zukunft« läuft seit einigen Monaten und soll Impulse für den ländlichen Raum und gegen Bevölkerungsschwund setzen. Beraten wird das auf Ebene der Staatssekretäre, also der höchsten Beamten unterhalb der Ministerebene, im »Kabinettsausschuss«. Unter Leitung von Staatsminister Axel Wintermeyer traf sich der Ausschuss im Rathaus Kirtorf zum Informationsaustausch und zu einem Rundgang auf der Baustelle für die »Kirtorfer Höfe«.

Dabei kamen zunächst Förderprogramme für Bürgerbusse, W-LAN im Dorf und Gemeindeschwestern zur Sprache. Besonders segensreich soll sich der Fördersegen aus Wiesbaden in Kirtorf auswirken. Dort soll im Rahmen des IKEK-Programms ein Gebäudeblock für Arztpraxen, Apotheke und Gesundheitsanbieter für 13,5 Millionen Euro gefördert werden. Deshalb lobte Bürgermeister Ulrich Künz die schwarz-grüne Landesregierung, die »tolle Akzente gesetzt« habe. Kirtorf hofft auf eine hohe Förderung für das Projekt eines Gesundheitszentrums in der »Neuen Mitte«, die Verhandlungen laufen noch.

 

Kirtorf ist Modellprojekt

Wintermeyer betrachtet das Bauvorhaben für eine neuen Stadtmitte als zukunftsträchtiges Maßnahme. In den Orten des ländlichen Raums, in denen »eine sich kümmernde Kommunalpolitik« herrscht, würden sich eher Menschen ansiedeln als in Kommunen, deren Spitzen resignieren. »Mit der im Februar gestarteten Initiative investiert die Landesregierung insgesamt 1,8 Milliarden Euro Landesmittel in die unterschiedlichsten Projekte, die alle den ländlichen Regionen zugutekommen. Die ersten Erfolge sind sichtbar und das Interesse groß«, sagte der Chef der Staatskanzlei. Das Land habe drei Regionalbeauftragte eingesetzt, die für Kommunen die richtigen Fördertöpfe ausfindig machen. Dazu komme die Akademie für ländlichen Raum, ebenfalls als Dienstleister für die Kommunen des ländlichen Raums.

In der Runde der Staatssekretäre gab es einige Beispiele für Förderungen, so für das Ehrenamt und Feuerwehrfahrzeuge. Das Leader-Programm von EU und Land kommt auch Vogelsberger Unternehmen zugute und die Verlagerung von Arbeitsplätzen aus Wiesbaden wurde angesprochen. Mittel stehen für Gemeindeschwestern bereit, zur Sanierung von Schwimmbädern oder Bahnhöfen.

 

15 000 Arztbesuchen pro Jahr

Die »Neue Mitte Kirtorf« ist der erste strategische Sanierungsbereich des Landes, gefördert aus Mitteln der Dorfentwicklung. Planer Scharr betonte, dass sich die Kirtorfer auf eine Konzentration der Mittel in der Kernstadt geeinigt haben und Investoren bereitstanden. Karsten Jost sagte für die Investoren, die erzielbare Miete im Ort sei so niedrig, dass »normale« Investoren kein Gesundheitszentrum bauen würden. Deshalb brauche man eine Anschubfinanzierung, um die Lücke zwischen realer Miete und der Miete auszugleichen, die zum Amortisieren der Millionen-Investition nötig wäre. Er geht von 15 000 Arztbesuchen pro Jahr aus. Architekt Gans verwies auf clevere Konzepte, die viel alte Gebäudesubstanz erhält.

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