07. September 2018, 21:58 Uhr

Fragen zum Sonntag

07. September 2018, 21:58 Uhr

Predigtwort für den 15. So. nach Trinitatis

Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen! 1. Thess. 5,16ff.

Ich glaube, mit dieser Regel kommt man durchs Leben! Und als Christin oder Christ sollte man sie beherzigen können. Sie haben Bedenken? Sie meinen, so leicht ist das nicht mit diesem Wort? Gerade in diesen Tagen, in denen in der Welt so viel Schlimmes geschieht? – Gehen wir den drei Empfehlungen einmal entlang:

»Seid allezeit fröhlich…« Hier werden manche einwenden: »Aber wenn ich doch nur vom Schicksal geschlagen bin, wenn mir täglich nur mein Leid vor Augen ist und ich doch wirklich keinen Grund zur Freude habe…« Bevor Sie sich jetzt noch mehr in solche Gedanken hineinsteigern: Stimmt das denn wirklich? Ist in Ihrem Leben überhaupt nichts zum Freuen? Haben Sie die letzte Nacht nicht gut geschlafen? Sind Sie nicht erfrischt aufgewacht heute Morgen? Werden Sie heute nicht ihre täglichen Verrichtungen tun können? Können Sie nicht Ihre Beine gebrauchen, Ihre Hände und ihren Verstand? Aber Sie haben nichts zum Freuen? –

Ich kenne viele Menschen, die all das wirklich nicht haben: gesunde Beine, Hände oder einen klaren Verstand – und die doch fröhlich sind!

»Betet ohne Unterlass…« Einige werden sagen: Dazu habe ich einfach nicht die Zeit! Gerade heute muss ich mich ranhalten. Es ist so viel zu tun an diesem Samstag. Ich habe mir so viel vorgenommen. Wenn ich jetzt nicht gleich beginne, dann schaffe ich das alles nicht bis heute Abend. – Ich muss jetzt an Martin Luther denken. Er hat einmal gesagt: »Heute habe ich viel zu tun, darum will ich viel beten!« Und gemeint hat er damit wohl, dass die Zeit zum Beten immer da sein muss und auch immer wieder aufgeholt wird dadurch, dass ich gesegneter arbeite, wenn ich mit Gott gesprochen und gebetet habe!

»Seid dankbar in allen Dingen!« Ei, wir sind doch dankbar! Gerade neulich hat mir der Nachbar so nett geholfen, und ich habe ihm selbstverständlich Dankeschön gesagt! Im Restaurant gebe ich immer Trinkgeld! Meine Kinder und Enkel sind auch so erzogen, dass sie immer Danke sagen! – Ich habe einmal gelesen Dankbarkeit, die von innen kommt, verändert den Beschenkten und den Geber! Ich glaube, das stimmt. Macht uns das nicht fröhlich, wenn wir von Herzen danken? Und eben auch für die Dinge, die eigentlich ganz selbstverständlich erscheinen – und es doch nicht sind! Und haben wir mit dem Dank nicht auch gut und angemessen auf das reagiert, was uns geschenkt worden ist? Und sagt es dem Schenker nicht, dass er etwas getan hat, was eben doch nicht einfach selbstverständlich ist, was vielmehr bemerkt und gesehen worden ist? Und macht das dann nicht auch den Geber froh?

Aber »von innen« muss sie schon kommen, die Dankbarkeit. Und da schließt sich der Kreis und wir kehren wieder zum Anfang dieser »Fragen« und dieses Wortes zurück: »Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen!« Es fängt wohl alles damit an, dass wir wieder sehen und wahrnehmen, was wir eigentlich haben, geschenkt bekommen, all die Gaben, die wir bis heute vielleicht viel zu stumm und gleichgültig empfangen haben: Gesund zu sein, sich bewegen zu können, seine Arbeit tun und doch auch manche tägliche Freude genießen zu dürfen. Nehmen wir das zu Gottes Freude auch in unser Gebet. Und dann: Lassen Sie uns fröhlicher und dankbarer werden!

Liebe Leserin, lieber Leser, lassen wir uns verändern von diesem Wort!

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag und gute Gedanken.

Pfr. Manfred Günther

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